6. Jahrgang
Ausgabe Nr. 13

27. März - 2 April 2007
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Eine Fahrradtour der Gesundheit wegen

 

Eine Fahrradtour der Gesundheit wegen

Zwei Schweizer radeln durch Vietnam und Kambodscha bis nach Pattaya

Eine Frau einer ethnischen Minderheit mit ihrem Kind auf dem Rücken.

Elfi Seitz

Teil 1: Die Fahrt von Hanoi nach Sa Pa
Josef Inauen, 63, aus Mönchaltorf und Hermann Isler, 64, aus Hoengg, zwei gestandene Schweizer, waren mit ihren Fahrrädern zwei Monate in Südostasien unterwegs und legten dabei über 3.500 Kilometer zurück. Die Reise wurde am 7. März in Pattaya beendet, wo sie zum Abschluss ihrer Abenteuerfahrt ihre guten Freunde Marianne und Daniel Büsch-Biel besuchten.
Hermann Isler, der eine Akupunkturpraxis in der Schweiz hat, weiß, dass viel Bewegung für die Gesundheit unbedingt erforderlich ist. Er litt seit einiger Zeit an einer Krankheit, und die Ärzte hatten ihm Cortison verschrieben und ihm natürlich vehement von so einer „gefährlichen Reise“ abgeraten. Aber er blieb hart, und so trafen er und Sepp per Flugzeug in Hanoi ein. Als erstes fiel den Beiden sofort auf, dass es in Vietnam unheimlich viele Motorradfahrer gibt. Die meisten tragen keinen Helm, befördern dafür aber meist schwere und auch gefährliche Waren.
Nach dem fruchtbaren Delta um Hanoi türmen sich viele Berge auf, der höchste über 3.000 Meter hoch. Von dort oben führen der rote Fluss und seine Zuflüsse das Wasser zum Delta. Da oben gibt es auch Stauseen und Stromproduktion sowie viele ethnische Minderheiten. Bei Nebel und 20 Grad folgten die zwei Schweizer dem Do-Fluss bis Binh Hoa. Hier wird das Wasser in einem 200 km langen Stausees gestaut. Danach wird es immer gebirgiger. Kleinere Pässe, der höchste 1200 km hoch, galt es zu überqueren und über Mai Chau und Moc Chau gelangten sie endlich nach Son La und weiter zum alten Kriegsschauplatz der Franzosen, wo diese 1954 den Indochinakrieg verloren hatten, Dien Bien Puh.

Die herrliche Bergwelt des nordöstlichen Vietnams erschließt sich vor unseren Augen.

Bis Dien Bien Puh sind ihnen vor allem zwei ethnische Minderheitsgruppen aufgefallen. Mit je einer Million Menschen sind die Muong, die heute vorwiegend in der Provinz Bin Hoa leben, und die Thai, die nördlicher zwischen Son La und Dien Bien Puh leben, zahlenmäßig etwa gleich stark vertreten. Schon früh lernen die Mädchen das Weben und Sticken. Ihre farbigen Kleider und den prachtvollen Kopfschmuck fertigen sie selber an. Auch stellen sie Decken her, die sie später als Mitgift in die Ehe einbringen. Bei Zeremonien und Festen pflegen diese Gruppen noch die Tradition des Wechselgesangs. Die Schweizer durften an einer ihrer Vorführungen beiwohnen und haben auch in einem ihrer typischen Pfahlbauhäuser übernachtet.
Die nordwestliche Bergwelt, die stellenweise Regenwaldcharakter aufweist, bis Tam Duom ist durch stark erodierte Kalksteingebirge, Karstgebirge genannt, zerklüftet und von vielen Flüssen durchzogen. In Lai Chau fuhren sie mit einem Boot den Da-Fluss hinunter, sahen auf dem Weg Goldwaschanlagen und wussten, warum so viele Menschen hier Goldzähne haben. Es gibt hier die ärmste ethnische Minderheit der Hmong, die ins Gebirge ziehen musste, da sie später als die Thai und Muong aus Südchina einwanderten.
In Sa Pa angekommen haben Sepp und Hermann ihr erstes Ziel, 1.600 Meter über dem Meeresspiegel liegend und unweit der Grenze zu China, erreicht. Hier gibt es eine weitere Minderheitsgruppe, die Dao, die eine Bevölkerung von acht Millionen aufweisen.
Die beiden Schweizer haben während dieser Fahrt festgestellt, dass die Menschen in Vietnam unheimlich begeisterungsfähig sind. Kaum dass sie die Radfahrer erblicken, winken, rufen und lachen sie und strahlen eine Herzlichkeit aus, die ihresgleichen sucht.
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe.



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