6. Jahrgang
Ausgabe Nr. 52

25. Dezember - 31. Dezember 2007
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Überschriften [bitte klicken Sie an der Überschrift um den vollständigen Bericht zu lesen]:

Zu Besuch bei Waew in Kambodscha

Chakri Naruebet bekommt neuen Anstrich

 

Zu Besuch bei Waew in Kambodscha

Martin Brands

Die Vorgeschichte
Im Oktober 2004 wurde die kleine Waew ins Sappasittiprasong Krankenhaus von Ubon Ratchathani eingeliefert, um einige Operationen durchzustehen, die ihr helfen sollten, wieder ein halbwegs menschliches Gesicht zu erhalten.
Im Juli 2004 hatte Pattaya Blatt über das Schicksal von Waew berichtet. Die damals ungefähr Siebenjährige war von der Polizei in Pattaya aufgegriffen worden, nachdem Beschwerden wegen ihrer Bettelei eingegangen waren. Bei Ermittlungen stellte sich heraus, dass Waew von einer Bettlerbande ausgenutzt wurde, die aus ihrem entstellten Gesicht Kapital schlagen wollte. Die genauen Umstände, wie sie aus Kambodscha ins Land kam, sind bis heute nicht geklärt. Über ihre schweren Brandwunden im Gesicht sowie an Hals und Oberkörper gab Waew an, dass sie von einem Brand der Bambushütte stammen, in der Waew mit ihren Eltern lebte. Bei dem Unglück verlor sie auch ihr rechtes Auge. Damals war sie drei Jahre jung.
Nach ihrer Festnahme wurde Waew zunächst nach Bangkok gebracht, wo sie in einem Heim für ausgesetzte Kinder unterkam. In Fällen wie diesem verbringen die Kinder bis zu drei Monate in der Einrichtung, die vom Ministerium für soziale Angelegenheiten (MSA) geleitet wird. Während dieser Zeit wird versucht, die Eltern oder Erziehungsberechtigten ausfindig zu machen. Gelingt dies nicht, werden die Kinder in staatlichen Kinderheimen untergebracht, bzw. in ihre ursprüngliche Heimat abgeschoben.

So sah Waew aus, als sie aufgegriffen wurde.

Waew konnte ein paar Angaben über ihre Eltern machen. Die Abteilung zum Schutz vor Menschenhandel mit Frauen und Kinder kontaktierte ihre Kollegen in Kambodscha, um nach den Eltern zu forschen.
Gleich nachdem Waew aufgegriffen wurde, setzte Elfi Seitz, die Chefredakteurin von Pattaya Blatt, alle Hebel in Bewegung. Sie veröffentlichte eine volle Seite über das bewegende Schicksal von Weaw und konnte Rudi Hofer als aktiven Helfer gewinnen. Bald meldeten sich Horst Schweitzer und Karl Schütz, beides Freunde von Rudi aus Deutschland, die den Großteil der benötigten Gelder spendeten. Elfi kontaktierte Sopin Thappajug, beisitzende Richterin am Jugendgericht und geschäftsführende Direktorin der Diana Group. Durch die großartige Unterstützung des MSA konnte zur Freude aller erreicht werden, dass Waew nicht abgeschoben wurde und vorübergehend im Familienzufluchtsheim Banglamung unterkam. Im September 2004 überreichten Rudi Hofer, Elfi Seitz und ich dafür einen Scheck an Direktor Pisit von der Familienzuflucht.
Bald danach organisierte der Rotary Club Eastern Seaboard die ersten Wiederherstellungsoperationen. Dafür konnte einer der besten Schönheitschirurgen Thailands gewonnen werden. Dr. Preeda Itthithammaboon ist der Leiter der Abteilung für plastische und wiederherstellende Operationen in Ubon Ratchathanis Regionalkrankenhaus Sappasittiprasong. Da für Eingriffe wie diesen das Einverständnis der Eltern benötigt wird, reiste Direktor Pisit persönlich nach Kambodscha, um diese Unterschriften einzuholen.
Im Oktober 2004 hieß es für Waew Abschied nehmen von ihren Freunden in der Familienzuflucht. Bis zum August 2006 blieb sie in Ubon Ratchathani, wo sie bestens umsorgt wurde. Während dieser Zeit führte Dr. Preeda sechs langwierige Operationen durch, die insgesamt 180.000 Baht kosteten, aber deutliche Verbesserungen für Waew brachten. Aufgrund der Schwere der Verletzungen und der schlechten ärztlichen Versorgung direkt nach dem Unglück, ist leider eine vollständige Wiederherstellung unmöglich. Weitere Eingriffe werden aber wegen durch Wachstum bedingter Veränderungen folgen.
Nach über zwei Jahren in Thailand konnte Waew im August 2006 durch die Mithilfe der thailändischen und kambodschanischen Behörden in ihre Heimat zurückkehren. Khmer-Behörden entschieden in Anbetracht ihrer traurigen Geschichte, dass Waew nicht bei ihren Eltern, sondern in einem staatlichen Heim unterkommt.
Dies veranlasste Horst Schweitzer, in Kambodscha nach Alternativen zu suchen. Zusammen mit dem deutschen Botschafter stieß er auf das Sunshine Children’s Village – eine Einrichtung mit exzellentem Ruf, die von der australisch-kambodschanischen Stiftung geleitet wird. Gerald Trevor ist Vorsitzender und Landesdirektor der Stiftung, die nahe Phnom Penh und in Siem Reap zu finden ist. In Sihanoukville entsteht zurzeit eine dritte Einrichtung.
Die Stiftung hat sehr gute Verbindungen zur Regierung und wird von Premierminister Hun Sen unterstützt. Nachdem der Kontakt hergestellt war, reiste Gerald nach Thailand, um Waew zu treffen. Als er sie sah, stimmte er sofort zu. Seit diesem Zeitpunkt hat Waew eine neue Heimat gefunden.
Wiedersehen
mit Waew
Am 27. Oktober 2007 brachen meine beiden Freunde Rudolf Hofer, Österreichs Konsul in Pattaya, und Horst Schweitzer, unser Hauptsponsor aus Deutschland, mit mir zu einem dreitägigen Ausflug nach Kambodscha auf, um „unser Mädchen“, die kleine Waew, zu besuchen.
Kurz nach der Landung in Phnom Penh treffen wir Gerald Trevor. Wir waren sprachlos, als er uns erzählte, wie die weitere Zukunft von Waew aussehen wird. Waew wird innerhalb der nächsten zwölf Monate nach Australien reisen, um sich in einem der besten Krankenhäuser des Landes weiteren wiederherstellenden Eingriffen zu unterziehen. Bis zu sechs Monate wird sie in Australien bleiben dürfen. Außerdem wird sie in etwa vier Jahren – vorausgesetzt sie besteht die Aufnahmeprüfungen – ein Stipendium der australisch-kambodschanischen Stiftung erhalten, um in Australien ihre Schulbildung fortzuführen. Nie hätten wir uns mehr für unsere arme Waew erträumen lassen!
Jeder, der Waew kennt, kann bestätigen, dass das heute etwa zwölfjährige Mädchen ungewöhnlich talentiert ist. Es scheint so, als würden ihr Charme und ihre sozialen Fähigkeiten all das kompensieren, was ihr das Feuer genommen hat. Nach über einem Jahr im Sunshine Children’s Village wird immer deutlicher, wie intelligent Waew ist. Mit ihrem Können hat sie theoretisch eine sichere Zukunft vor sich. Um dies aber umzusetzen, ist sie auf viel praktische Hilfe angewiesen.
Um sie für ihren Auslandsaufenthalt vorzubereiten, schlug Gerald vor, dass Waew das ACE besucht, das als bestes englischsprachiges Institut in Phnom Penh gilt. Es bietet vier Kurse pro Jahr an, die jeweils 125 US-Dollar kosten. Nach ihrer Rückkehr aus Australien soll sie auf eine private Englischschule der Khmer gehen. Die drei Kurse pro Jahr kosten zusammen 6.000 US-Dollar. Wir (und vor allem Horst als Hauptsponsor) waren mit diesem hervorragenden Plan sofort einverstanden. Horst leistete sogleich die erste 2.500 Dollar-Spende für die Spezialausbildung. Weitere 7.000 Dollar sind bereits vorhanden, und weitere Gelder sollen noch gesammelt werden. Gerald wird ein separates Bankkonto für Waews Ausbildung in Kambodscha eröffnen.
Eine einfache Rechnung ergab, dass cirka 500 Dollar für die Vorbereitungskurse vor Waews Abreise nach Australien benötigt werden. Die dreijährige Ausbildung an der englischen Khmer-Schule kostet etwa weitere 18.000 Dollar. Von insgesamt 18.500 benötigten Dollar sind bereits 9.500 Dollar vorhanden. Die restlichen 9.000 Dollar sollten in den kommenden zwei Jahren gesammelt werden, da die Gebühren vor dem Schulbeginn entrichtet werden müssen.
Es wird nicht einfach sein, aber wir werden unser Bestes tun und sind davon überzeugt, dass wir es schaffen werden. Waew hat sich diese Chance auf eine gute Zukunft hart erarbeitet! Danke Gerald für all deine Mühen! Bitte helft uns, Waew weiter zu helfen!
Spenden können, gegen Quittungen, bei Konsul Hofer im österreichischen Konsulat (Tel. 081-9837417) abgegeben werden oder auch bei Elfi Seitz (Tel. 081 863 9014).

Im Oktober 2007 treffen Horst und Rudi Waew und einige ihrer Freunde
im Sunshine Children’s Village.


Chakri Naruebet bekommt neuen Anstrich

Patcharapol Panrak
Die HTMS Chakri Naruebet hat die Mahidol Adulyadej Marinewerft verlassen, um sich einer Schönheitskur zu unterziehen.

Die Chakri Naruebet verlässt die Werft.

Einen Monat lang hatten Touristen, Studenten und die Einwohner Pattayas diesem Moment entgegengefiebert. Der Oberbefehlshaber des Multifunktionsträgerschiffs der thailändischen Marine, Konteradmiral Soracha Sornpratum, ließ alle Vorbereitungen rechtzeitig treffen, um die Gäste möglichst bald begrüßen zu können.
Am 30. November war es dann so weit. Seit dem frühen Morgen hatten Soldaten die letzten Vorbereitungen getroffen. Die komplette Gerätschaft wurde wieder installiert, während der Pegel im Dock langsam anstieg. Am Nachmittag konnte das Schiff dann die Werft verlassen.
Die HTMS Chakri Naruebet wurde auf der spanischen Bazan Werft gebaut und 1997 an Thailand übergeben. Laut Konteradmiral Prasittichai Sriwattana, Direktor der Mahidol Adulyadej Marinewerft, lässt sich das Schiff im Trockendock für verschiedene Aufgaben umrüsten. So kann es als Hubschrauber- oder Flugzeugträger und für amphibische Operationen eingesetzt werden. Zudem kann es für küstennahe und küstenferne Einsätze modifiziert werden. Namensgeber für das Marineschiff ist König Bhumibol. Übersetzt bedeutet Chakri Naruebet etwa „Herrscher der Chakri Dynastie“.


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