7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 1

1. Januar - 7. Januar 2008
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Update jeden Dienstag von Saichon Paewsoongnern

  Die Südkoreanerin Pao Boon Jin zeigt wie es geht

Körperbehinderung keine Karrierehürde

Patcharapol Panrak
Pao Boon Jin ist eine 51-jährige Frau aus Südkorea, die rund um den Globus als offizielle Schiedsrichterin für den Weltverband des Segelsports (ISAF) bei verschiedenen Wettbewerben tätig ist. Mit ihrem Auftreten ist sie ein Vorbild für alle Menschen mit körperlicher Behinderung. Pao leidet unter der Heide-Medin-Krankheit.
Aufmerksam wurde man auf ihr Schicksal erst, als Vizeadmiral Abhiwat Sriwattana, stellvertretender Chef für militärische Operation und Stabschef des Jachtsportverbandes Thailand, während der 24. SEA Games davon berichtete. Er war von der Südkoreanerin beeindruckt, die trotz ihrer Lähmung dem Schiedsrichterkomitee des Segelsports angehört. Pao ist die erste körperbehinderte Frau, die für den ISAF aktiv ist. Sie ist sogar als Leiterin des Komitees für internationale Richtlinien des ISAF zertifiziert.

Pao Boon Jin ist eigentlich nur der Spitzname von Hyo-Kyung Jang. Im Interview erzählt die gläubige Buddhistin, wie sie zum ISAF kam. Sie wurde in Seoul geboren und erkrankte im Alter von drei Jahren an Kinderlähmung. Doch davon ließ sich Pao nicht entmutigen. Sie fand innere Kraft durch Meditieren und zog ihre schulische Ausbildung eifrig durch.
Sie studierte an einer Universität in Seoul und war nebenbei in einer Singgruppe aktiv. Sie wurde auf den Segelsport aufmerksam und schloss sich der Crew eines OK Dinghy an. Bald wurde Pao ISAF-Mitglied und war zunächst Schiedsassistentin bei Segelwettbewerben. Als sie die Chance bekam, ins Komitee aufgenommen zu werden, ließ sie sich diese nicht entgehen. Sie bestand die Aufnahmeprüfung und gehört seit 1988 dem ISAF-Komitee an.
Auf ihre Arbeit ist Hyo-Kyung Jang, die noch Single ist, stolz. Sie mag zwar in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein, doch ihr Verstand funktioniert hervorragend, sagt sie. Hochkonzentriert, unparteiisch und verantwortungsbewusst fällt sie ihre Entscheidungen in der Kategorie Optimist und wird dafür von Kollegen und Sportlern geachtet. Mit zwei Spanierinnen, einer Amerikanerin und einer Engländerin hat sie zwar vier Kolleginnen, jedoch kamen diese erst nach Pao zum ISAF. Sie rät allen körperbehinderten Frauen, sich nicht vom Mitleid der Mitmenschen runterziehen zu lassen. Eine Behinderung sei kein Grund zur Scham. Vielmehr müsse man Fakten akzeptieren und das Beste aus dem eigenen Leben machen.


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