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Die Südkoreanerin
Pao Boon Jin zeigt wie es geht
Körperbehinderung keine Karrierehürde
Patcharapol
Panrak
Pao Boon Jin ist eine 51-jährige Frau aus Südkorea, die rund um
den Globus als offizielle Schiedsrichterin für den Weltverband des
Segelsports (ISAF) bei verschiedenen Wettbewerben tätig ist. Mit ihrem
Auftreten ist sie ein Vorbild für alle Menschen mit körperlicher
Behinderung. Pao leidet unter der Heide-Medin-Krankheit.
Aufmerksam wurde man auf ihr Schicksal erst, als Vizeadmiral Abhiwat
Sriwattana, stellvertretender Chef für militärische Operation und
Stabschef des Jachtsportverbandes Thailand, während der 24. SEA Games
davon berichtete. Er war von der Südkoreanerin beeindruckt, die trotz
ihrer Lähmung dem Schiedsrichterkomitee des Segelsports angehört. Pao
ist die erste körperbehinderte Frau, die für den ISAF aktiv ist. Sie ist
sogar als Leiterin des Komitees für internationale Richtlinien des ISAF
zertifiziert.
Pao Boon Jin ist eigentlich nur der Spitzname von Hyo-Kyung Jang. Im
Interview erzählt die gläubige Buddhistin, wie sie zum ISAF kam. Sie
wurde in Seoul geboren und erkrankte im Alter von drei Jahren an
Kinderlähmung. Doch davon ließ sich Pao nicht entmutigen. Sie fand
innere Kraft durch Meditieren und zog ihre schulische Ausbildung eifrig
durch.
Sie studierte an einer Universität in Seoul und war nebenbei in einer
Singgruppe aktiv. Sie wurde auf den Segelsport aufmerksam und schloss
sich der Crew eines OK Dinghy an. Bald wurde Pao ISAF-Mitglied und war
zunächst Schiedsassistentin bei Segelwettbewerben. Als sie die Chance
bekam, ins Komitee aufgenommen zu werden, ließ sie sich diese nicht
entgehen. Sie bestand die Aufnahmeprüfung und gehört seit 1988 dem
ISAF-Komitee an.
Auf ihre Arbeit ist Hyo-Kyung Jang, die noch Single ist, stolz. Sie mag
zwar in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein, doch
ihr Verstand funktioniert hervorragend, sagt sie. Hochkonzentriert,
unparteiisch und verantwortungsbewusst fällt sie ihre Entscheidungen in
der Kategorie Optimist und wird dafür von Kollegen und Sportlern
geachtet. Mit zwei Spanierinnen, einer Amerikanerin und einer
Engländerin hat sie zwar vier Kolleginnen, jedoch kamen diese erst nach
Pao zum ISAF. Sie rät allen körperbehinderten Frauen, sich nicht vom
Mitleid der Mitmenschen runterziehen zu lassen. Eine Behinderung sei
kein Grund zur Scham. Vielmehr müsse man Fakten akzeptieren und das
Beste aus dem eigenen Leben machen.
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