7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 3

15. Januar - 21. Januar 2008
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…und schon wieder der Strand

Franz Schmid

Ich hatte neulich einen Leserbrief erhalten, der sich auf einen Artikel von mir über Pattayas Strände bezog. Der Herr hatte etwas ein wenig falsch verstanden und ich hatte mich nicht klar genug ausgedrückt. Pattayas Strände sind keineswegs lebensgefährlich verschmutzt und auch das Wasser nicht, obwohl es an manchen Stellen nicht ganz sauber ist. Was ich meinte, ist der Strand selbst, an manchen Tagen richtig überschwemmt mit Unrat, der vom Meer angespült wird. Da können dann so manche Sachen dabei sein, die gefährlich werden können. Aber das passiert jeden Tag, an jedem Strand und zum Glück haben wir viele Menschen, die sich darum kümmern und den Unrat beseitigen helfen.
Heute aber ging ich wieder einmal nach langer Zeit am Naklua Strand spazieren. Der Strand selbst war überraschend sauber, aber es war Flut am frühen Morgen und wenn sie zurückgeht, kann man wahrscheinlich erst sehen, was das Meer wieder angespült hat. Was mich aber ein wenig geschockt hat, war, dass der schöne Gehweg, den die Stadtgemeinde vor einigen Jahren hat bauen lassen, an vielen Stellen mit einer dicken Sandschicht bedeckt ist.
Meine Frau ist leicht gehbehindert und es war immer ein Vergnügen für sie, dort einige hundert Meter spazieren gehen zu können. Das ist nun wieder erschwert worden. Nur noch die ganz großen Apartmenthäuser und ein einziges Privathaus, das Herrn Walter Mayer gehört, sorgen dafür, dass der Gehweg vom vielen Sand freigeschaufelt wird. Sonst scheint sich niemand darum zu kümmern.
Ja, die vielen Strandbuden, die dort stehen, sind über eine Ausdehnung des Sandstrandes wahrscheinlich sogar froh, weil sie nun ihre Stühle bis an den Rand des Wassers und auch auf den Gehweg stellen können. Gut für die Sonnenhungrigen, die unter den vielen dichten Schirmen liegen, aber nicht für Leute, die einen Strandspaziergang genießen wollen, denn es wird ihnen der Weg von diesen unzähligen Strandstühlen und mit Stricken befestigten Schirmen versperrt, über die man leicht stolpern kann.
Warum, so frage ich mich, wurde für sündteures Geld ein wunderschöner, im Mosaik gelegter Gehweg gebaut, wenn er nun mit einer dicken Sandschicht bedeckt ist, ihn niemand sieht und er außerdem einen Strandspaziergang zur Qual für manche Leute macht.
Hat die Stadtgemeinde so wenig Einfluss auf die Gewerbetreibenden am Strand? Oder kümmert sich ganz einfach niemand darum? Oder wird auch hier das typisch thailändische Denken angewandt: „Heute ist hier Sand angeschwemmt worden, wenn ich ihn wegmache, liegt er morgen wieder hier, also warum sich die Arbeit machen“. Logisch? Ja, vielleicht für Faulpelze, die lieber den Finger in der Nase haben, aber nicht für eine Stadt, die sich anmaßt, ein Touristenort der höheren Klasse zu sein.


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