7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 13

25. März - 31. März 2008
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Bettwanzen in Thailand

Franz Schmid

Mit Bettwanzen meint man in Thailand keinesfalls blutsaugende, lästige Liebesdienerinnen, sondern ganz im wörtlichen Sinn kleine Blutsaugende Käferchen.
Wanzen gibt es überall - in Betten, Matratzen, Teppichen, in vielen Hotels, auch in gut geführten, in Wohnungen usw.
Thailands Züge wurden erst kürzlich von solchen Wanzen gereinigt. Und wie immer, waren auch hier wieder einige Verantwortliche ganz schnell mit dem Schuld zuschieben. „Diese Bettwanzen wurden von ausländischen Rucksacktouristen, Flüchtlingen und ähnlichem Gelichter, verbreitet, indem sie aus den Wäldern in deren Gepäck eingeschleppt wurden“, meinte Thailands Transportminister Santi Prompat dazu. „Sie sind schmutzig und waschen sich nicht“.
Nun, wir Farangs sind es gewöhnt, für alles und jedes in Thailand die Schuld zugeschoben zu bekommen. Wir sind es gewöhnt, dass Thailänder nie die Konsequenzen für irgendetwas übernehmen wollen. Sie schieben ganz einfach immer und bei allem die Schuld auf andere ab - und meist sind diese anderen eben so lichtscheues Gesindel wie ausländische Touristen und Flüchtlinge.
Der Herr Minister sollte meiner Meinung nach nochmals zur Schule gehen - am besten im Ausland, denn da könnte er was lernen. Bettwanzen halten sich hauptsächlich da auf, wo es viel Körperflüssigkeit gibt - und das ist in Betten, die häufig immer wieder andere Leute aufnehmen müssen, der Fall. Die mangelnde Reinigung derselben lässt diese kleinen Tierchen dann wachsen und gedeihen. Speziell in Zügen, wo die Reinigung immer sehr schnell vor sich geht und von gründlicher Reinigung wahrlich nicht gesprochen werden kann.
Natürlich hat der Herr Minister Recht, wenn er meint, dass sich die Touristen, die viel mit Zügen und anderen Transportmitteln fahren müssen, um das glorreiche Königreich besichtigen zu dürfen, sich nicht so oft waschen können, wie Menschen, die zuhause sind. Aber, meine lieben thailändischen Mitbürger, es hängt nicht nur davon ab, wie oft ihr am Tage duscht (das ist auch häufig der Hitze zuzuschreiben und nicht immer dem Drang nach Sauberkeit), sondern auch wie sauber Ihr Euer Haus haltet. Und da sehe ich große Mängel. Was nützt es, wenn ein sauber geduschter Kellner das Essen auf dreckigen Tischtüchern unter einer Wolke von der Decke herabhängender Spinnweben serviert? Was nützt es, wenn man vom Boden essen kann und die Ecken und Lichtschalter und alles drum herum starrt voll Dreck? Bitte, liebe Thailänder, seht Euch doch zuerst einmal um in Eurer eigenen Wohnung, in denen von Euren Nachbarn, auf Euren Straßen und packt Euch an der eigenen Nase - und dann könnt Ihr Euch über die so dreckigen Farangs aufregen.


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