7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 27

1. Juli - 7. Juli 2008
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Kameradschaft und Freundschaft – bedeutet es noch was?

Franz Schmid

Neulich hörte ich einem Disput zwischen zwei (nun ehemaligen) Freunden zu. Ich war ziemlich entsetzt, was ich da alles hörte und was alles zu Tage kam. Aus Freundschaft wurde erbitterter Hass. Sie gingen wütend aufeinander los, sich selbst keinerlei Schuld zuschreibend, nur den anderen attackierend. Vielleicht wäre es besser, wenn sich die Leute, statt andere zu beschuldigen und schlecht zu machen, sich selbst an die Nase langen.
Was ist nur los mit der Menschheit? Statt Kameradschaft gibt es Eifersucht! Statt Freundschaft Hass! Speziell unter den Deutschen hier in Thailand gibt es die meisten Streitereien, Nörgeleien und oft sogar betrügen sie sich gegenseitig. Hasstiraden werden geschwungen, Lügen erfunden, Halbwahrheiten unrichtig weiter gegeben, Unfrieden gesät und noch vieles mehr. Netzwerke der Verschwörung werden gewoben, meist unter Alkoholeinfluss und in Gesellschaft Gleichgesinnter, da man sich dann ja wesentlich stärker fühlt. Ich habe es schon erlebt, dass Leute, die sonst im Schatten stehen, sich durch solche Querelen und Verschwörungen plötzlich in den Mittelpunkt gesetzt fühlen und daraufhin auch noch stolz darauf sind, Unwahrheiten zu spinnen.
Warum das alles? Wir alle haben schon oft erfahren, dass viele Menschen nicht einstehen für die Dinge, die sie gemacht haben, und keinerlei Verantwortung für ihre Taten übernehmen. Wie oft haben wir schon gesehen, dass Menschen nur Zorn darüber empfinden, wenn sie bei Unregelmäßigkeiten oder Schlimmerem entdeckt wurden, dass sie diese Untaten nicht bereuen, sondern nur auf den losgehen, den bedrohen, der sie entlarvt hat. Egal ob dies privat, im Verein oder in der Gemeinschaft passiert.
Normalerweise, so hatte mir ein kluger Mann einmal gesagt, sollte man die Leute, die etwas von einem wissen, immer in der Nähe behalten und freundlich zu ihnen sein, anderweitig sie dann wirklich zuschlagen könnten.
Der alte Spruch: „Gott schütze mich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind“ scheint sich in Pattaya wieder einmal zu bewahrheiten. Soll es immer wieder so weit kommen? Warum können die Menschen, speziell die Deutschen, niemals echtes Verständnis füreinander finden?
Warum verstehen sich Schweizer untereinander, halten zusammen? Warum tun es die Franzosen? Warum können es so vorbildlich die Holländer? Sind das vielleicht am Ende doch die klügeren Menschen?


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