7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 33

12. August - 18. August 2008
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Kompetenz-Wirrwarr

Franz Schmid

Mit der öffentlichen Ordnung in Pattaya ist es nicht gerade zum Besten bestellt. Einwohner und Touristen klagen immer wieder über unhaltbare und unzumutbare Zustände in der Stadt. Eines der größten Probleme stellen neben den viel zu vielen Bahtbussen überall in der Stadt Straßen- und Schwarzhändler dar. Besonders aufdringlich sind diese vor allem an der Beach Road und am Bali Hai Pier.
Immer mehr Beschwerden von Touristen haben dazu geführt, dass sich der Stadtrat kürzlich mit diesem Problem beschäftigt hat. Es wird darüber geklagt, dass massenhaft Händler und Bahtbustaxen die Gegend um den Bali Hai Pier verstopfen, dazu kommt das undisziplinierte Verhalten von Boots- und Schiffsunternehmen, die ihr Scherflein zu dem allgemeinen Chaos beitragen. Mit diesen Zuständen soll jetzt Schluss gemacht werden.
Gegen wildes Parken von Fahrzeugen und rücksichtsloses Ankern von Booten soll vorgegangen werden, ebenso gegen Straßenhändler, die inzwischen eine komplette Seite des Fußweges in Besitz genommen haben. Erfreulich, dass man sich daran erinnert, dass es in Pattaya auch Menschen gibt, die zu Fuß gehen. Das ist ja sonst schon in Vergessenheit geraten, wenn man sich so die Bürgersteige ansieht. Also soll nun sofort etwas unternommen werden, denn schließlich gibt es schon seit dem Jahre 2003 entsprechende Vorschriften über den Betrieb des Piers.
Es ist ja toll, dass man sich nun nach so langer Zeit darauf besinnt und endlich Taten sehen will. Aber da sei die Bürokratie vor! Wer ist denn eigentlich für den Betrieb des Piers und die Aufsicht über ihn zuständig? Wie ein bei der Stadtratssitzung anwesender hochrangiger Polizeioffizier feststellte, sind es gleich drei Behörden. Die Polizei ist für die Umgebung des Piers zuständig, der Rettungsdienst und die Hafenbehörde für den eigentlichen Pier und die anlegenden Boote. Um Kompetenz-Wirrwarr zu vermeiden, haben sich wohl die drei Behörden bei der Schaffung von Ordnung am Bali Hai Pier in der Vergangenheit zurückgehalten.
So machte man bei der Sitzung aus der Not eine Tugend und richtete eine Resolution an die Obrigkeit, dass die Beamten angewiesen werden sollen, mit allen drei Behörden zur Beseitigung der Missstände zusammenzuarbeiten und diesen schnellstens Einhalt zu gebieten.
Unzählige Resolutionen sind in der Vergangenheit verabschiedet worden. Kaum eine zeigte Wirkung. So wird es wohl beim Dahinwursteln bleiben, und zwar bis zum St. Nimmerleinstag, wenn die träge Bürokratie nicht in Trab gebracht wird. Nach den vielen Misserfolgen, in der Stadt eine einigermaßen vernünftige Ordnung herzustellen, kann man hier nur auf ein Wunder hoffen.


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