7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 37

9. September - 15. September 2008
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Liebe Leser,
Haben Sie Kummer und wissen nicht weiter? Wissen Sie auf bestimmte Probleme keine Antwort? Wenden Sie sich vertrauensvoll an mich. Ich helfe Ihnen. Ihre Tante Frieda

Liebe Tante Frieda,


Wie oft sieht man Schönheitswettbewerbe, und die Mädchen sehen so toll aus. Sieht man sie dann aber einmal aus nächster Nähe, dann merkt man oft sehr schnell, dass die Schönheit gar nicht die wahre ist, sondern der Erfolg einiger Schönheitschirurgen. Ich frage mich dann immer, wie diese Mädchen wohl mit ihrer alten Nase, flachbrüstig, mit schiefen Zähnen oder den typischen Schlitzaugen ausgesehen haben mögen. Sollte ein Schönheitskönigin nicht wegen ihrer wahren, echten Schönheit gewählt werden und nicht nur Dank der Hilfe von Chirurgen? Wenn alle Schönheitsköniginnen vor einem Wettbewerb überprüft werden würden (oder auch nachher), ob sie schon Schönheitsoperationen hinter sich haben, und wenn ja, disqualifiziert werden würden, könnte man die wahren Schönheiten prämiieren, die oft neben solch künstlichen Schönen verblassen. Es sollte meiner Ansicht nach das Gleiche gelten wie im Hochleistungssport: Disqualifikation bei Doping bzw. bei Operationen. Was meinst Du dazu?
Schönheitsfanatiker
Lieber Schönheitsfanatiker,
Recht hast Du in einer Weise. Aber nicht nur bei Schönheitskonkurrenzen wird man oft getäuscht, sondern auch im „normalen Leben“. Es gibt sehr viele Menschen, die der Natur ein wenig oder sogar sehr viel nachhelfen. Aber warum auch nicht, wenn sie glauben, damit ihrer Problemen Herr zu werden, ist es schon gut so. Allerdings sollten sie versuchen, ihre inneren Probleme erst zu lösen, vielleicht bräuchten sie dann gar keine Operationen. Sollte ihnen dies nicht gelingen, dann helfen auch keine noch so großen Operationen – dann wird immer Unzufriedenheit mit ihrem Aussehen herrschen.

Liebe Tante Frieda,
Ich weiß nicht, ob Du die Übertragung der Schlussfeierlichkeiten der Olympiade in Peking gesehen hast. Man kann ja sagen über die Chinesen, was man will – auch ich bin mit ihrer Tibet-Politik keineswegs einverstanden – aber sie können schon tolle Shows bringen. Wie arg weh tat es da, den Bürgermeister von London zu sehen, der, zwar jovial lächelnd, aber total unkorrekt gekleidet, durch die Menge schritt. Er schob seinen nicht gerade kleinen Bauch vor sich her – und hatte dabei seine Jacke offen. Ja, nicht einmal auf der Bühne, als er die Olympiaflagge aus den Händen vom IOC-Präsidenten Rogge entgegen nahm, machte er sie zu. Welch entsetzlicher Kontrast zum eleganten Rogge und zum nicht minder eleganten Bürgermeister von Peking. Da nützen dann auch Beckham und all die anderen Stars nichts, um diesen Eklat zu beheben. Meine Meinung von dem Mann: Ein Prolet erster Klasse.
Olympia-Zuschauer
Lieber Olympia-Zuschauer,
Ja, das habe ich gesehen und war davon eigentlich auch unangenehm berührt. Na, zum Glück war es ein Engländer, der sich so gegeben hat. Zum Glück aber gab es auch einige andere Europäer, die gut gekleidet waren, sonst würde das Ansehen der Europäer noch mehr in Asien leiden, als es ohnehin schon tut.

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