7. Jahrgang
Ausgabe Nr. 42

14. Oktober - 20. Oktober 2008
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Pattayas Dauerbrenner

Franz Schmid

Auf einer der letzten Versammlungen des Stadtrats wurde wieder einmal an der Stadtverwaltung massive Kritik geübt. Zur Sprache kamen zum wiederholten Mal die Dauerbrenner Pattayas, nämlich die mangelhafte Verkehrsplanung und der Zustand der Strandpromenade.
Großen Anlass zur Besorgnis geben die Verlegung der Ampelanlage an der Sukhumvit Road von der Soi Nernbplabwan zur Soi Siam Country Club und die Entfernung von Wendeschleifen, was zu einem Anstieg der Unfallzahlen geführt hat; ebenso lässt die Installation einer Ampel auf Höhe der Soi Chaiyapornwithi in Nongprue auf sich warten. Interessant bei Sitzungen dieser Art ist es, dass die Interessen von Fußgängern gar nicht zur Sprache kommen. In der Innenstadt sind fast alle Hauptverkehrsstraßen total überlastet. Wer schon einmal den Versuch gemacht hat, zum Beispiel in der Hauptverkehrszeit die 2. Road, die Nordpattaya Road oder andere zu überqueren, kann ein Lied davon singen. Unendliche Ströme von Bahttaxen ergießen sich zu dieser Zeit über die 2. und Beach Road, der Feierabendverkehr blockiert sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst, dazwischen schlängeln sich Motorräder, mitunter am Straßenrand in entgegen gesetzter Richtung. Diese Probleme werden nicht angesprochen, vielleicht deshalb, weil keiner der Stadträte zu Fuß geht, sondern selber fährt oder gefahren wird. Wenn Fußgänger-Ampeln vorhanden sind, sind diese entweder außer Betrieb oder werden von den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht beachtet. Wo ist der große Wurf, Fußgängerbrücken zum Beispiel?
Und was die Strandpromenade angeht, gab es seitens der Stadtverwaltung wieder nur Altbekanntes zu hören. Man führe mit dem damaligen Bauunternehmer Gespräche usw. Im Land des Lächelns hat anscheinend das Sprichwort „Gut Ding will Weile“ einen besonderen Stellenwert, denn schließlich dauert die Neugestaltung der Strandpromenade schon seit April 2006.
Ein weiteres bisher nicht gelöstes Problem stellen die fliegenden Straßenhändler dar, die Fahrbahnen und Gehwege blockieren. Das Innenministerium hat kürzlich neue Regulierungen für diesen Personenkreis herausgegeben, die auch in Pattaya umgesetzt werden sollen. Da ist wieder einmal die Rede von Zonen und festen Verkaufszeiten. Die Bürokratie hat also eine neue Aufgabe, obwohl die alten Aufgaben weit davon entfernt sind, gelöst zu werden.
Immer wieder wird betont, dass Pattaya ein Touristenzentrum ist. Aber was wird wirklich für eine vernünftige Infrastruktur Pattayas getan? Touristen aus dem westlichen Ausland sind es gewohnt, spazieren zu gehen und am Abend einen Bummel zu machen. Ebenso sind sie es gewohnt, dass Gehwege nicht unfallträchtig sind, Verkehrsampeln funktionieren und Zebrastreifen keine Dekoration des Straßenasphalts sind. Diesen Gewohnheiten nachzugehen, fällt schwer bzw. ist unmöglich, von der Kriminalität in manchen Gegenden der Stadt ganz zu schweigen. Alle diese Erkenntnisse sind nicht neu, scheinen aber bislang nicht in die Amtsstuben vorgedrungen zu sein. Seit Mai hat Pattaya eine neue Stadtregierung; es sollte endlich die Zeit für Taten gekommen sein.


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