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Mehr als 630 Millionen US-Dollar
zur Ausrottung der Kinderlähmung bereitgestellt
Sandra Prufer
Rotary International, die Bill & Melinda Gates Foundation und die
Regierungen von Deutschland und Großbritannien haben am 21. Januar
bekannt gegeben, mehr als 630 Millionen US-Dollar zusätzliche Mittel für
den endgültigen Kampf gegen die Kinderlähmung bereitzustellen.
Das Poliovirus befällt nach wie vor Kinder in entlegenen Gebieten
Afrikas und Asiens, tötet oder verkrüppelt seine Opfer und stellt eine
unverminderte Gefahr für alle Kinder der Welt dar. Zudem forderten die
Vertreter der beiden europäischen Regierungen andere Geberländer auf,
sich an den massiven Anstrengungen zur Ausrottung der Krankheit zu
beteiligen.
Die Gates Foundation hat Rotary eine Zuwendung in Höhe von 255 Millionen
US-Dollar zugesprochen, welche Rotary über die nächsten drei Jahre mit
weiteren 100 Millionen US-Dollar ergänzen wird. Zugleich stellt
Großbritannien weitere 150 Millionen US-Dollar bereit, und die deutsche
Bundesregierung wird 130 Millionen Dollar für die Arbeit der globalen
Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung beisteuern. Die in den
nächsten fünf Jahren zugesagten Beiträge der deutschen und britischen
Regierungen werden nicht dem Rotary-Anteil für die Spende der Gates
Foundation angerechnet werden.
Bill
Gates.
„Rotarier, Regierungsvertreter und Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben
in einer phänomenalen Kraftanstrengung dafür gesorgt, dass das
Poliovirus heute nur noch eine kleine Anzahl von Kindern in der Welt
befällt“, sagte Bill Gates, Jr., Co-Vorsitzender der Gates Foundation.
„Doch die vollständige Ausrottung des Poliovirus ist schwierig und wird
für Jahre hinaus schwierig sein. Rotarys kontinuierliches Engagement hat
mich inspiriert, mich persönlich für die vollständige Ausmerzung der
Kinderlähmung einzusetzen.“
Bei der Annahme der Gates-Challenge-Grant sagte Rotary Foundation
Vorsitzender Jonathan Majiyagbe: „Diese gemeinsame Verpflichtung von
Rotary und der Gates Foundation sollte Regierungen ebenso wie
Nicht-Regierungsorganisationen anregen, uns zu helfen, Polio ein für
allemal zu besiegen.“
Der britische Entwicklungsminister Douglas Alexander sagte: „Wir haben
die Zahl von Impfungen für die Risikogruppen signifikant erhöhen können
und große Fortschritte bei der Reduzierung von Neuerkrankungen erzielt.“
„Die G-8-Länder haben wiederholt versprochen, alle notwendigen Schritte
zur Ausrottung der Kinderlähmung zu unternehmen“, sagte Heidemarie
Wieczorek-Zeul, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung der Bundesregierung. „Deutschland hat wesentlich dafür
gesorgt, diese Verpflichtung zu erfüllen. Wir fordern andere Länder auf,
desgleichen zu tun und die Finanzierungslücke zu schließen, um zu
gewährleisten, dass Mitarbeiter im Gesundheitswesen die Unterstützung
erhalten, die sie benötigen, um die Kinder der Welt vor Polio zu
schützen.“
Die internationale Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung wurde 1988
auf den Weg gebracht. Maßgebliche Partner sind neben Rotary die
Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und die US-Gesundheitsbehörden
CDC. Mit Hilfe nationaler Regierungen haben die Partner einen weltweiten
Rückgang von Polio-Infektionen um 99 Prozent erreicht, von 350.000
Fällen 1988 auf rund 1.600 Infektionen in 2008.
Die Kinderlähmung konnte bereits aus Nord- und Südamerika, der
Westpazifikregion und Europa verbannt werden. Doch das Wildvirus
grassiert immer noch in Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan, und
einschleppte Krankheitsfälle aus diesen Ländern gefährden andere
Entwicklungsländer. Laut WHO steht die Initiative in diesen vier
endemischen Länder vor den schwierigsten Herausforderungen, darunter die
Effektivität des Impfstoffs (Indien), eine zu niedrige Impfrate
(Nigeria) und Zugangsprobleme aufgrund von bewaffneten Konflikten
(Afghanistan und Pakistan). Viel hängt auch von der Eigeninitiative
dieser Länder ab. Die jüngsten Fortschritte haben aber gezeigt, dass
diese Herausforderungen mit ausreichendem nationalen und regionalen
Engagement überwunden werden können.
Die GPEI-Partner werden die neuen Gelder zum Kampf gegen Polio für ein
breites Spektrum von Maßnahmen einsetzen, darunter: nationale Impftage,
bei denen landesweit sämtliche Kinder unter fünf Jahren die
Schluckimpfung erhalten; zusätzliche Immunisierungen und Impfaktionen
für Kinder in besonders gefährdeten Gebieten; Forschung nach neuen
Impfstoffen und Sicherstellung, dass diese in betroffenen Ländern
verfügbar sind; Überwachungsmaßnahmen zur frühzeitigen Diagnose von
Polioinfektionen, so dass Fortschritte gemessen und Ausbrüche eingedämmt
werden können.
WHO-Generalsekretärin Dr. Margaret Chan sagte: „Die erfolgreiche
Ausrottung der Kinderlähmung ist von entscheidender Bedeutung, nicht
nur, um zu gewährleisten, dass kein Kind jemals wieder durch die
furchtbare Krankheit gelähmt wird, sondern um zu zeigen, dass wir heute,
im 21. Jahrhundert, in der Lage sind, lebensrettende
Gesundheitsinterventionen für jedes einzelne Kind durchzuführen, egal wo
sie leben, auch unter den schwierigsten und herausfordernsten
Umständen.“
Dies ist die zweite Challenge-Grant, den die Gates Foundation an Rotary
für den Kampf gegen Polio vergeben hat. Die erste
100-Millionen-US-Dollar-Spende erfolgte im November 2007, die Rotary
verdoppeln wird. Rotary Clubs in aller Welt sind aktiv dabei, diese
Mittel dafür aufzubringen. Seit Bekanntgabe der ersten Challenge-Grant
haben Rotary Clubs weltweit bereits mehr also 60 Millionen Dollar
gesammelt.
Rotary bittet nun auch die Öffentlichkeit, sich an der Kampagne zu
beteiligen. Mehr Info zum Kampf gegen Polio finden Sie auf
rotary.org/endpolio
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