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Ausgabe Nr. 6

10. Febnuar - 16. Febnuar 2009
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Mehr als 630 Millionen US-Dollar zur Ausrottung der Kinderlähmung bereitgestellt

Sandra Prufer

Rotary International, die Bill & Melinda Gates Foundation und die Regierungen von Deutschland und Großbritannien haben am 21. Januar bekannt gegeben, mehr als 630 Millionen US-Dollar zusätzliche Mittel für den endgültigen Kampf gegen die Kinderlähmung bereitzustellen.
Das Poliovirus befällt nach wie vor Kinder in entlegenen Gebieten Afrikas und Asiens, tötet oder verkrüppelt seine Opfer und stellt eine unverminderte Gefahr für alle Kinder der Welt dar. Zudem forderten die Vertreter der beiden europäischen Regierungen andere Geberländer auf, sich an den massiven Anstrengungen zur Ausrottung der Krankheit zu beteiligen.
Die Gates Foundation hat Rotary eine Zuwendung in Höhe von 255 Millionen US-Dollar zugesprochen, welche Rotary über die nächsten drei Jahre mit weiteren 100 Millionen US-Dollar ergänzen wird. Zugleich stellt Großbritannien weitere 150 Millionen US-Dollar bereit, und die deutsche Bundesregierung wird 130 Millionen Dollar für die Arbeit der globalen Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung beisteuern. Die in den nächsten fünf Jahren zugesagten Beiträge der deutschen und britischen Regierungen werden nicht dem Rotary-Anteil für die Spende der Gates Foundation angerechnet werden.

Bill Gates.
„Rotarier, Regierungsvertreter und Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben in einer phänomenalen Kraftanstrengung dafür gesorgt, dass das Poliovirus heute nur noch eine kleine Anzahl von Kindern in der Welt befällt“, sagte Bill Gates, Jr., Co-Vorsitzender der Gates Foundation. „Doch die vollständige Ausrottung des Poliovirus ist schwierig und wird für Jahre hinaus schwierig sein. Rotarys kontinuierliches Engagement hat mich inspiriert, mich persönlich für die vollständige Ausmerzung der Kinderlähmung einzusetzen.“
Bei der Annahme der Gates-Challenge-Grant sagte Rotary Foundation Vorsitzender Jonathan Majiyagbe: „Diese gemeinsame Verpflichtung von Rotary und der Gates Foundation sollte Regierungen ebenso wie Nicht-Regierungsorganisationen anregen, uns zu helfen, Polio ein für allemal zu besiegen.“
Der britische Entwicklungsminister Douglas Alexander sagte: „Wir haben die Zahl von Impfungen für die Risikogruppen signifikant erhöhen können und große Fortschritte bei der Reduzierung von Neuerkrankungen erzielt.“
„Die G-8-Länder haben wiederholt versprochen, alle notwendigen Schritte zur Ausrottung der Kinderlähmung zu unternehmen“, sagte Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesregierung. „Deutschland hat wesentlich dafür gesorgt, diese Verpflichtung zu erfüllen. Wir fordern andere Länder auf, desgleichen zu tun und die Finanzierungslücke zu schließen, um zu gewährleisten, dass Mitarbeiter im Gesundheitswesen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um die Kinder der Welt vor Polio zu schützen.“
Die internationale Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung wurde 1988 auf den Weg gebracht. Maßgebliche Partner sind neben Rotary die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNICEF und die US-Gesundheitsbehörden CDC. Mit Hilfe nationaler Regierungen haben die Partner einen weltweiten Rückgang von Polio-Infektionen um 99 Prozent erreicht, von 350.000 Fällen 1988 auf rund 1.600 Infektionen in 2008.
Die Kinderlähmung konnte bereits aus Nord- und Südamerika, der Westpazifikregion und Europa verbannt werden. Doch das Wildvirus grassiert immer noch in Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan, und einschleppte Krankheitsfälle aus diesen Ländern gefährden andere Entwicklungsländer. Laut WHO steht die Initiative in diesen vier endemischen Länder vor den schwierigsten Herausforderungen, darunter die Effektivität des Impfstoffs (Indien), eine zu niedrige Impfrate (Nigeria) und Zugangsprobleme aufgrund von bewaffneten Konflikten (Afghanistan und Pakistan). Viel hängt auch von der Eigeninitiative dieser Länder ab. Die jüngsten Fortschritte haben aber gezeigt, dass diese Herausforderungen mit ausreichendem nationalen und regionalen Engagement überwunden werden können.
Die GPEI-Partner werden die neuen Gelder zum Kampf gegen Polio für ein breites Spektrum von Maßnahmen einsetzen, darunter: nationale Impftage, bei denen landesweit sämtliche Kinder unter fünf Jahren die Schluckimpfung erhalten; zusätzliche Immunisierungen und Impfaktionen für Kinder in besonders gefährdeten Gebieten; Forschung nach neuen Impfstoffen und Sicherstellung, dass diese in betroffenen Ländern verfügbar sind; Überwachungsmaßnahmen zur frühzeitigen Diagnose von Polioinfektionen, so dass Fortschritte gemessen und Ausbrüche eingedämmt werden können.
WHO-Generalsekretärin Dr. Margaret Chan sagte: „Die erfolgreiche Ausrottung der Kinderlähmung ist von entscheidender Bedeutung, nicht nur, um zu gewährleisten, dass kein Kind jemals wieder durch die furchtbare Krankheit gelähmt wird, sondern um zu zeigen, dass wir heute, im 21. Jahrhundert, in der Lage sind, lebensrettende Gesundheitsinterventionen für jedes einzelne Kind durchzuführen, egal wo sie leben, auch unter den schwierigsten und herausfordernsten Umständen.“
Dies ist die zweite Challenge-Grant, den die Gates Foundation an Rotary für den Kampf gegen Polio vergeben hat. Die erste 100-Millionen-US-Dollar-Spende erfolgte im November 2007, die Rotary verdoppeln wird. Rotary Clubs in aller Welt sind aktiv dabei, diese Mittel dafür aufzubringen. Seit Bekanntgabe der ersten Challenge-Grant haben Rotary Clubs weltweit bereits mehr also 60 Millionen Dollar gesammelt.
Rotary bittet nun auch die Öffentlichkeit, sich an der Kampagne zu beteiligen. Mehr Info zum Kampf gegen Polio finden Sie auf rotary.org/endpolio


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