8. Jahrgang
Ausgabe Nr.9

3. März - 9. März 2009
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Unfreundlichkeit und Unhöflichkeit auf dem Vormarsch

Franz Schmid

Ist es Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Menschen insgesamt unfreundlicher und unhöflicher werden? Ich meine damit jetzt nicht nur die Thailänder, deren Höflichkeit und Freundlichkeit früher oft gerühmt wurde – heute aber zum Großteil in den Großstädten der Vergangenheit angehört.
Nein, ich meine auch damit die Unhöflichkeit der Europäer. Nun ja, werden Sie sagen, damit war es nie so weit her. Das mag richtig sein, aber eine Grundform der Höflichkeit und Freundlichkeit verblieb. Wenn man sich allerdings heute mit „Farang“-Kollegen unterhält oder in irgend eine Form der Kommunikation tritt, wird man schnell belehrt, dass viele von ihnen mit dem „Auszug“ aus Europa auch ihre Manieren, die ihnen vielleicht von ihren Eltern beigebracht wurden, ablegten.
Das ist ganz einfach zu erklären. Höflichkeit ist unter anderem, die Tür für jemanden offen zu halten, wenn man sieht, dass dieser voll bepackt ist. Aber Höflichkeit ist auch ein „Danke“, wenn man dies am eigenen Leibe erfährt. Beides passiert leider viel zu selten.
Höflichkeit ist auch, sich anständig zu kleiden. Ich empfinde es als Unhöflichkeit gegenüber Beamten, Verkäufern oder auch Mit-Gästen in einem Restaurant, wenn man mit Achselhemd, verschwitzt und zum Teil verdreckt, ungepflegt und ungekämmt die Mitmenschen mit einem solchen Anblick beleidigt.
„Ja, da ist doch diese Hitze“ werden nun einige sagen. Haben Sie schon einmal Beduinen in der Wüste gesehen? Die sind vermummt, um sich gegen die Hitze zu schützen. Auch in anderen heißen Ländern machen dies die Einheimischen – nur wir dummen Europäer rennen ohne Bekleidung herum, auch wenn wir bereits nur noch rote und rohe Haut am Leib haben von all der Sonnenbestrahlung. Von den Spätfolgen, wie Hautkrebs, gar nicht zu reden.
Ich bin erzogen worden, dass ich Frauen gegenüber – ich vermeide nun extra das Wort Lady, denn ich beziehe alle Frauen aller Nationen mit ein – höflich bin. Wie aber steht es mit meinen Landsmännern hier in Pattaya (Thailand)? Häufig bin ich erschüttert über die Unhöflichkeit, ja Unfreundlichkeit, die Frauen gegenüber, speziell aus Europa, oft an den Tag gelegt wird.
Freundlichkeit und Höflichkeit zu üben, tut nicht weh, liebe Landsleute! Und, ja wirklich, auch europäische Frauen sind Menschen und verdienen Höflichkeit und nicht nur die viel gerühmten Thai „Ladies“ aus den Bars. Dies sollten sich viele Männer hinter die Ohren schreiben.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir Männer uns wieder mehr auf die Werte der Höflichkeit und Freundlichkeit besinnen und diese auch, ohne Angst zu haben, von den Kumpels ausgelacht zu werden, ausüben.
Zur gleichen Zeit aber bitte ich die Damenwelt, diese Höflichkeit auch richtig anzunehmen und auch selbst ein wenig höflicher zu werden.


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