8. Jahrgang
Ausgabe Nr.15

14. April - 20. April 2009
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Alkoholverbot beschädigt den Tourismus

Andrew J Wood

Die thailändische Regierung war kürzlich unter Druck von Anti-Alkohol-Gruppen geraten, den Alkoholverkauf landesweit zu den Songkran-Festivitäten zu verbieten.
Die Gruppen forderten das Verbot, um die Unfallzahlen aufgrund von Alkoholmissbrauch während der Feiertage (ca. 30.000 verletzte oder getötete Personen) zu verringern.
Der überwiegende Teil in diese Unfälle Verwickelte sind Teenager, die alkoholisiert Motorrad fahren oder sich in überladenen Lieferwagen auf den Autobahnen Rennen liefern. Meine Frage ist: „Wie kann ein Alkoholverkaufsverbot gegenüber ausländischen Touristen die Anzahl der toten Teenager vermindern?“
Tatsächlich stellt sich die Frage, ob ein Alkoholverkaufsverbot überhaupt Auswirkungen auf die Anzahl der Toten hat, denn dagegen sprechen verschiedene Gründe:
Erstens decken sich die Leute schon vorher mit Alkohol ein, bevor das Verbot in Kraft tritt.
Zweitens, wie kann das Verkaufsverbot von legalem Alkohol helfen, da ja viele Leute sich mit selbst gebranntem Whisky und anderen schwarz gebrannten Spirituosen betrinken?
Drittens, wie will man das durchsetzen? Denken die Anti-Alkohol-Gruppen, Geschäftsinhaber werden freiwillig landesweit den Alkoholverkauf in diesem umsatzträchtigen Zeitraum einstellen? Wird die Polizei einen Posten vor jedem Laden im Lande aufstellen, der Bier und Thai-Whisky verkauft, um den Verkauf zu verhindern?
Müssen Hotelbesitzer während dieser Zeit die Mini-Bars leeren, so dass kein Gast in diesen Tagen etwas trinken kann? Wer soll das überwachen? Soll die Polizei ihre Zeit damit verbringen, zu jeder Bar, jedem Restaurant und Karaoke Parlor zu rennen und nach Leuten Ausschau halten, die illegal trinken? Ist die Polizei in der Lage, Trinken und Rauchen in den Hotels, Bars und Restaurants auf dem Lande zu unterbinden?
Das Verbot kann zu einem gewissen Grad wahrscheinlich in Bangkok und anderen größeren Städten durchgesetzt werden, aber das Problem besteht nicht dort, sondern auf dem Lande. Welchen Vorteil hat also das Verkaufsverbot bei Touristen und anderen Leuten, für die kein Risiko besteht? Die Leute hinter diesen Maßnahmen kümmern sich offensichtlich nicht um die wahren Gründe des Alkoholmissbrauchs und um einen wirklichen Weg, diesen zu bekämpfen.
Erziehung und elterliche Fürsorge sind notwendig, um diese Art Blutbad zu beenden. Aber das ist nicht sehr populär.
Wäre das Verbot in Kraft getreten, hätte es negative Auswirkungen auf den Tourismus gehabt, der sich gerade aufrappelt, sich von dem Albtraum der Flughafenschließung zu befreien. Die Wirtschaftslage ist schlecht genug, und Touristen sind schwer anzulocken, da braucht man nicht noch neue Hürden und Lasten.
Die Regierung hat diese Maßnahme zurück gestellt und sucht nach Kompromisslösungen. Vielleicht solange, bis es sowieso zu spät zum Handeln ist. Aber man muss auch die verfassungsrechtliche Seite betrachten. Ein Verbot könnte illegal sein. Aus welchen Gründen auch immer, die Regierung muss nicht den Wünschen einiger Fanatiker beistimmen, deren Ansätze zur Problemlösung aus Ideen bestehen, die mehr Schaden als Gutes für die gesamte Gesellschaft anrichten. Im Interesse aller sollte versucht werden, das Problem an der Wurzel zu lösen.


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