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8. Jahrgang
Ausgabe Nr.19

12. Mai - 18. Mai 2009
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Wieviel Reis kann man essen?

Pater Lawrence Patin

Der tägliche Reis
Die thailändische Küche ist in der ganzen Welt beliebt. Thai-Restaurants sind quasi in jeder größeren Stadt der Erde zu finden.
Lasst mich zu Anfang erwähnen, dass wir täglich 2.500 Mahlzeiten zubereiten. 30 Reissäcke á 49 Kilogramm reichen für eine Woche. Wer dies hochrechnet, sollte auf 75 Tonnen Reis pro Jahr kommen, mit welchen wir unsere Kinder und Schüler ernähren. Alleine für den Reis geben wir jährlich 1,5 Millionen Baht aus. Die Gesamtkosten für die Lebensmittel im Jahr belaufen sich auf 15,4 Millionen Baht. Ohne die Großzügigkeit unserer Geldgeber und der Kindersponsoren könnten wir uns dies gar nicht leisten.
Die Berufsschüler
Sobald die Bewerber an der Father Ray Berufsschule für Menschen mit Behinderungen ihren Eignungstest bestanden haben und der Unterricht beginnen kann, kümmern wir uns auch um die Gesundheit der Schüler. Viele von ihnen haben sich in ihrem Zuhause nicht gut ernährt und nicht ausreichend bewegt. Schon bald üben sie jedoch eine der vielen Sportmöglichkeiten aus, die von der Schule angeboten werden.

Eines von 120 Kindern, das in der Tagesstätte betreut wird.
Die Übungen sind gut für sie, ganz gleich welche Art der Behinderung sie haben. Ihre Muskeln und ihre Ausdauer werden gestärkt und ihr Appetit wird angeregt. Mit der körperlichen Verfassung verbessert sich auch die mentale Leistungsfähigkeit, was sich an den akademischen Leistungen der Schüler erkennen lässt.
Hilfe für
Straßenkinder
Straßenkinder sind vielen Gefahren ausgesetzt. Eine davon ist, dass sie keine Möglichkeit haben, sich gesund zu ernähren. Ihre Körper befinden sich noch immer im Wachstum und benötigen ausreichend Nährstoffe, um sich entsprechend entwickeln zu können. Ungesundes Essen kann Anämie hervorrufen. Wenn sie im Father Ray Drop-in Center für Straßenkinder ankommen, erhalten sie zuerst eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung, um festzustellen, ob sie an Krankheiten leiden, die dann behandelt werden. In den meisten Fällen ist es bereits offensichtlich, dass ihr Körper nicht die benötigten Nährstoffe bekommt. Hautausschläge und Wundmale im Mund deuten auf einen Vitaminmangel hin. Unsere Küche serviert ihnen täglich drei Mahlzeiten. Während ihres Aufenthaltes im Drop-in Center legen sie schnell Gewicht zu und entwickeln dadurch die Energie, die für Kinder in ihrem Alter normal ist.

30 Reissäcke á 49 Kilogramm reichen für eine Woche.
Bei einem Streifzug durch die Slums, auf der Suche nach gefährdeten Kindern, fällt mir sofort auf, dass die Kinder nicht ansatzweise die notwendige Ernährung erhalten. Von Sauberkeit oder Hygiene keine Spur, nicht einmal grundlegende Dinge wie Wasser und Seife, um sich zumindest die Hände zu waschen.
Die Eltern sind von morgens bis abends beim Arbeiten. Was gibt es für die Kinder zu essen? Normalerweise nährstoffarmes „Junk Food“ und irgendwelche Getränke mit übertriebener Zuckerdosierung – für Kinder äußerst ungesund. Und das lässt sich an ihrem Körperbau unschwer erkennen. Die Father Ray Tagesstätte hilft 120 Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren, diesen Mangelzustand zu überwinden.
Wenn sie morgens an der Tagesstätte ankommen, liegt bereits der Duft von Essen in der Luft. Wir geben ihnen Kochstunden, damit sie lernen, mit den Küchengeräten umzugehen und sich ihre Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Dabei ist der Ofen zugleich das wichtigste aber auch das gefährlichste Gerät für sehbehinderte Menschen.
Doch unsere Kinder lernen schnell und können schon bald selbst Omeletts und andere Speisen zubereiten, die für ein festes Frühstück in Frage kommen. Sie wachsen so schnell, dass man sehr bald sieht, wie gut die Nährstoffe für ihre Körper sind. Regelmäßig finden gesundheitliche Untersuchungen statt, um zu überprüfen, ob es ihnen an irgendetwas mangelt. Viele müssen oft zum Zahnarzt, hauptsächlich wegen ihrer Milchzähne oder Karies.
Die Father Ray Farm wird unorganisiert
Inzwischen haben wir die Father Ray Farm umorganisiert. In den angelegten Beeten sprießt mehr und mehr Gemüse, das auf unseren Tischen landet. Die Früchte der Obstbäume bescheren den Kindern leckere Nachspeisen. Pestizide kommen bei uns grundsätzlich nicht zum Einsatz, weil sie viel zu teuer sind und vor allem eine Gefahr für die Kinder darstellen. Bei uns gibt es nur Gutes zu essen. Unsere Teiche sind reich an Fischen, so dass wir das gesamte Jahr über regelmäßig angeln können. Alleine durch das Farm-Projekt konnten wir unsere Kosten für Lebensmittel in den vergangenen sechs Monaten erheblich senken.
Die Adresse der Father Ray Stiftung lautet 440 Moo 9, Sukhumvit Road Km 145, Nongprue und ist erreichbar unter Tel. 038 716 628. Weitere Informationen sind erhältlich per E-Mail an info@fr-ray.org sowie im Internet unter www.fr-ray.org.

Unsere Küche serviert den Kindern täglich drei Mahlzeiten.


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