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Symptomatische Leserbriefe
Sehr geehrte Redaktion,
Da ich regelmäßig Ihre Leserbriefe lese, glaube ich mitzubekommen, was viele
(nicht alle) Ihrer Leser (Farang) so im thailändischen Alltag bewegt.
Die meisten Zuschriften berichten negativ über die einheimischen
Verhältnisse. Es gibt aber auch einige positive Briefe. Die machen dann aber
auch oft einen verteidigenden Eindruck und sind mehr gefühlsmäßig als
realistisch zu bewerten.
Besonders vorsichtig bewerte ich Briefe von Touristen, welche nicht die
Erfahrungen machen, wie es z. B. die langjährig hier lebenden Farang machen.
In Ihrer Ausgabe Nr. 31 habe ich zwei, für mich schon symptomatische
Leserbriefe gefunden.
Einen an Tante Frieda, mit „Beobachter“ gezeichneten, und einen an die
Redaktion Leserbriefe mit der Überschrift „Unglaubliche Geschehnisse auf der
Polizeiwache“.
Hier wird das beschrieben, was mir persönlich schon lange aufstößt. In
Deutschland müssen die Krankenhäuser wie in Thailand wirtschaftlich handeln.
Aber im Gegensatz zu Thailand gibt es in Deutschland Gesetze, die einem
mittellosen Patienten, zumindest in bedrohlichem Zustand, eine
Grundversorgung zugestehen. Andernfalls macht sich der Arzt der
unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Mit deutschen Verhältnissen
verglichen, anders geht es ja nicht, Deutschland kenne ich halt am besten,
stelle ich immer wieder fest, Thailand ist in Sachen Rechtsstaatlichkeit,
Demokratie und Meinungsfreiheit äußerst schlecht aufgestellt.
Dafür in Ausländerdiskriminierung meisterlich (duales Preissystem).
Sicherlich wird es Leser geben, die jetzt behaupten, so etwas gibt es doch
in Deutschland auch.
Dies ist einfach zu widerlegen. In Deutschland ist es nicht denkbar, dass
ein Polizist die Aufnahme einer berechtigten Diebstahlsanzeige mit der
Begründung verweigert, die Polizei habe daran kein Interesse. Dies kann nur
die Staatsanwaltschaft (mangels öffentlichem Interesse). Der sich
verweigernde Polizist hätte mit juristischen und/oder disziplinarischen
Maßnahmen zu rechnen. Dies zur Rechtsstaatlichkeit.
Nun zum Demokratieverständnis. Man kann zu Thaksin stehen wie man will, mein
Favorit ist er auch nicht. Er wurde aber vom Volk gewählt und bis heute
nicht auf demokratische Weise abgewählt, sondern durch einen Militärputsch.
Jetzt zur Meinungsfreiheit. Nun, da will ich doch etwas zurückhaltend
bleiben. Nächstes Jahr werde ich für immer wieder nach Thailand ziehen. Ich
werde mich dann gegenüber dem Pattaya Blatt ausführlich äußern. Sie dürfen
davon ausgehen, dass es dafür Gründe gibt.
Ob Sie diesen Brief dann veröffentlichen werden oder nicht, daran wird sich
dann die Meinungsfreiheit messen lassen müssen.
Was die Diskriminierung betrifft, das ist in vielen Leserbriefen bezüglich
des dualen Preissystems schon hinreichend erörtert worden. Ich bin einer von
den Farang, die sich freuen, wieder in ihrer Heimat leben zu können. Das ich
noch einige Monate warten werde, liegt einfach daran, dass ich noch einige
wirtschaftliche Angelegenheiten erledigen werde.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter aus dem Isan
Arbeitsfrieden in der Schweiz
Hallo Briefkasten,
Bis jetzt ist nun fast alles glimpflich abgelaufen zwischen den
„Sozialpartnern“. Die Verhandlungen liefen meistens gut. Aber man spürt und
sieht es, dass die Fronten sich verhärten. Bringen die Verhandlungen nichts,
so wird künftig eher mit Härte durchgegriffen. Härtere Aktionsformen oder
Umgangsformen sind nun zum Alltag geworden.
Die Arbeitnehmer sind nun bereit zu kämpfen. Meist geht es „um die nackte
Existenz“ der Belegschaften. Die Kurzsichtigkeit der „globalen Leader“, der
immer größer werdende Lohnunterschied zwischen dem Kleinverdiener und dem
Firmenboss ergibt ein explosives Gemisch.
Wenn Manager künftig keine wütenden Belegschaften wollen, müssen sie schnell
umdenken und anständig mit den Mitarbeitern umgehen. Der soziale Friede
funktioniert nur mit Gerechtigkeit. Meist sind die Arbeiterbelegschaften in
der Schweiz in der Mehrzahl Ausländer, und diese müssen „brav“ sein, sonst
werden sie wieder ins Ausland abgeschoben.
Aus diesem Grund finden auch keine bereichernden, öffentlichen Debatten
statt über heikle Arbeitsbedingungen. Der absolute Arbeitsfriede gehört ganz
bestimmt der Vergangenheit an. Schade, es gibt ja immer weniger Schweizer
auf dem Schweizer Arbeitsmarkt – sonst würde schon jetzt gehandelt und
debattiert.
Greber Patric
Beziehungsdrama
mit Folge-Diebstahl
Hallo Briefkasten,
(Zum Leserbrief „Unglaubliche Geschehnisse“ aus der Ausgabe 31.) Na, das
hört sich ja wie ein Beziehungsdrama an, welches da ausgetragen werden soll.
Es klingt zwar ein bisschen hart, aber wenn ich zwischen den Zeilen lese,
kann ich mir nicht vorstellen, dass kein öffentliches Interesse an der
Strafverfolgung von Offizialdelikten (wie z. B. einfacher Diebstahl, wie
geschildert mit ausdrücklichem Strafantrag vom Leserbriefschreiber) besteht.
Einbruch scheidet ja anscheinend aus, da der Schlüssel nicht nochmals
gesichert aufbewahrt wurde.
Jenes würde hier in Deutschland wie in Thailand ein Verfahren begl.
Strafvereitelung für die angesprochen Personen (einfach erkennbar am
Namenschild) nach sich ziehen.
Als permanent Residenter sollte der Bestohlene sicherlich auch den Service
der Volontär-Polizei kennen, welcher auch in deutscher Sprache weiterhilft.
Die Aussetzung einer Belohnung, wie von Ihnen geschildert, ist zwar nett
gemeint, aber für eine Strafverfolgung seitens der Behörden völlig
ungeeignet, da jeder Polizist, sollte er diese annehmen, sich selber
strafbar macht.
Ich weiß nicht, welche Aktivitäten der Herr sich in einem Beziehungsstreit
seitens der thailändischen Polizei vorgestellt hatte, aber vielleicht wäre
ein klärendes Gespräch mit einem deutschsprachigen Volontär hilfreicher
gewesen.
Obwohl ich nicht in Pattaya wohne, war ich bereits seit meiner Ersteinreise
1984 bereits 46 Mal dort und weiß, wovon ich rede.
Viele Grüße und Kopf hoch
A. S. aus Deutschland
Nicht nur Wolf lesen,
sondern auch sehen
Hallo Lieblingszeitung,
Seit Jahren schreibt ein gewisser Achim Wolf im „Briefkasten“ über Themen,
die grundsätzlich sehr viel Intelligenz und ein breites Wissensspektrum
voraussetzen. Leider - und hierin bin ich mir mit vielen Freunden und
Bekannten, vermutlich auch anderen Lesern einig - geht es bei ihm durchweg
um Themen, die mit Thailand, geschweige denn Pattaya, nichts zu tun haben.
Persönlich finde ich es schade um den hierfür unnötig verschwendeten Platz.
Sollten nicht so viele Leserbriefe eingehen, könnte immerhin unsere
liebgewordene Tante Frieda (wer steckt wohl dahinter?) oder ein paar nette
Witzchen oder Anekdoten diesen in meinen Augen wertvollen Platz füllen. Doch
diesen oder ähnliche Vorschläge haben in den vergangenen Jahren schon andere
Leser gemacht. Wobei es dabei manchmal nicht nur um Dauerbriefschreiber Wolf
ging.
Doch dies alles beiseite. Mein heutiges Anliegen: Könnten Sie bitte einmal
ein Bild dieses Mannes bringen, hinter dessen Namen ein wahrlich kluger Kopf
steckt? Und vielleicht auch ein Porträt. Dann hätte der Name Wolf auch
einmal einen Bezug zu unserem Lotterstädtchen.
Denn so kluge Köpfe (in meiner früheren Heimat hat man Intelligenzbestien
gesagt) sind wahrlich hier dünn gesät. Und unser lieber Schreiberling könnte
dann einmal nicht nur seinen Namen in der Zeitung lesen, sondern sich auch
einmal darin selbst betrachten. Also auf, liebe Redakteurinnen und
Redakteure, und ran an den Mann!
Herzlichst Rolf Rinklin
Anmerkung der Redaktion: Lieber Herr Wolf, schicken Sie doch unseren
Lesern zuliebe ein Foto von sich. Wir veröffentlichen es gerne!
E-mail: redaktion@pattayablatt.com
Pattaya Mail Publishing Co., Ltd.
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