8. Jahrgang
Ausgabe Nr.35

1. September - 7. September 2009
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Gemischte Signale

Franz Schmid

Die Tourismusindustrie Thailands guckt nicht gerade frohgemut in die Zukunft. Wird es gelingen, das Ruder herumzureißen und dem in Not geratenen Gewerbe einen neuen Schub zu geben?
In Pattaya und anderswo sind zahlreiche Maßnahmen getroffen worden, um die Tourismusindustrie wieder zu beleben. Mehrere Artikel in dieser Ausgabe beschäftigen sich mit den Bemühungen, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Aber wird das reichen?
Der thailändische Wirtschaftsrat (Board of Trade) hat da seine Bedenken. Er ist der Auffassung, die politische Unsicherheit des Landes sei der größte Bremsfaktor für einen Aufschwung. Wenn die politischen Konflikte eskalieren und es wieder zu Ausschreitungen kommen sollte, würde das Land weitere Wirtschafts- und Wachstumsmöglichkeiten verlieren. Im letzten Quartal dieses Jahres ist das Bruttosozialprodukt um 4,9 Prozent gesunken. Für das dritte Quartal wird Ähnliches erwartet, Hoffnung setzt man auf das vierte Quartal. Einen Ausblick auf die nächsten vier oder fünf Jahre wollte der Wirtschaftsrat nicht machen, da die Auswirkungen einer engeren Zusammenarbeit zwischen der ASEAN nicht abzuschätzen sind. Positive Signal seien mit Sicherheit zu erwarten.
Pfeifen im Wald macht Mut, und da stößt auch der Premierminister ins gleiche Horn und tröstet seine Mitbürger mit der Erwartung eines Wirtschaftsaufschwungs zum Jahresende hin. So weit so gut.
Der Staat kann zwar mit Konjunkturspritzen den Unternehmen Erleichterung verschaffen, doch die politische Entwicklung kann er nicht vorhersehen. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft ohne wirkliche politische Führung kann das Land ruinieren. Große Teile der Gesellschaft sind nicht zur Zusammenarbeit bereit. Politische Strömungen konkurrieren in einer in Thailand bisher nicht bekannten Art und Weise, keiner scheint den anderen zu verstehen. Ein Trommelfeuerwerk an Propaganda kommt auf den Normalbürger zu. Ob der einfache Mann auf der Straße die Situation überhaupt noch begreift, ist fraglich. Das Land befindet sich in einem schmerzhaften Prozess des politischen Umbruchs. Viele wenden sich vom politischen Geschehen ab, sie haben ihre eigenen Sorgen und fühlen sich von den politischen Parteien im Stich gelassen.
Alles dies ist eine explosive Mischung, die zu einem Zusammenbruch des Staates führen könnte. Von höchster Stelle kam da schon eine Warnung: Wenn die kompetenten Führungskräfte nicht bereit sind, zum Wohle der Allgemeinheit zusammen zu arbeiten, könnte es mit dem wirtschaftlichen Zustand des Landes schnell bergab gehen.
Bilder von gewalttätigen Massendemonstrationen und Berichte über betrogene Touristen in den Massenmedien haben weltweit am Ruf des Urlaubslandes Thailand gekratzt. Dies bleibt in Erinnerung und wird leider viele dazu veranlassen, über ihren nächsten Urlaub in Thailand noch einmal nachzudenken.


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