8. Jahrgang
Ausgabe Nr.43

27. Oktober - 2. November 2009
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Darf es vielleicht ein bisschen leiser sein?

Franz Schmid

Lärmbelästigung durch Unterhaltungs- und Gewerbebetriebe ist leider zu einem Dauerthema in Pattaya geworden. Das zeigen zahlreiche Beschwerdebriefe und -telefonate, die beim Pattaya Blatt in letzter Zeit eingegangen sind.
Die Zeiten sind wirtschaftlich schwierig, und da scheint es, dass manche Zeitgenossen meinen, sie müssten mit exorbitantem Dezibelniveau auf sich und ihre Produkte aufmerksam machen. Ein schönes Beispiel dafür ist ein fliegender Markt, der seit Wochen auf einem unbebauten Grundstück auf der Verlängerungsstraße von der 3. Road zur Soi Potisan die Anwohner der Gegend bis morgens um 2 Uhr mit Live-Musik unterhält und sie des Schlafs beraubt.
Seit 1. November 2004 gilt in Pattaya eine Zonenregelung. In dieser ist unter anderem festgelegt, in welchen Zonen sich Unterhaltungsbetriebe etablieren dürfen, auch die Öffnungszeiten dieser Betriebe sind darin festgelegt. Die ursprünglich aus dem Jahre 1975 stammende Einteilung beinhaltet klare Bestimmungen für die Landnutzung. Die betreffenden Gebiete sind die Stadt Pattaya, die Bezirke Banglamung und Sattahip sowie die Unterbezirke Nongplalai, Naklua, Pong, Nongprue, Huay Yai und Na-Jomtien.
Bürgerzorn entfacht sich vor allem an lautstarken Karaoke-Bars in Wohngebieten. Anfangs ging man auch gegen die Lärmbelästigung vor, doch dann überließ man es mehr oder weniger den Privatleuten, sich dagegen zu wehren. Bisher sind die Versuche der Stadtverwaltung, für ungestörte Nachtruhe zu sorgen, kläglich gescheitert. Aber jetzt will man einen neuen Anlauf nehmen. Hört, hört!
Anfang Oktober beschlossen die Stadtverwaltung und der Bezirk Banglamung, dem nervtötenden Treiben nicht mehr tatenlos zuzusehen. Unterhaltungsbetriebe, die zu laute Musik oder Lärm machen, müssen mit hohen Geldstrafen rechnen oder gar mit der Schließung des Etablissements. Zuständige Beamte hatten in mühseligen Recherchen festgestellt, dass sich einige Betriebe nicht an die gesetzlichen Regelungen halten. Dank an die Beamten, die dafür nachts unterwegs waren und auf ihren gewohnten Schlaf verzichten mussten!
Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass Thais sich an Lärm nicht stören bzw. lärmunempfindlich sind. Dem ist aber nicht so. Vielleicht ist man bei gelegentlichem Lärm wie bei Privatpartys etwas toleranter, aber einer Dauerberieselung steht man nicht gleichgültig gegenüber. Das zeigt ein Bericht in einer unserer letzten Ausgaben. Darin heißt es, dass viele Bewohner einer Wohnanlage ausgezogen sind, da sie den Lärm nicht mehr aushielten. Die meisten davon waren Thais, die müde waren, sich bei der Stadtverwaltung ständig zu beschweren und erfahren mussten, dass keine Schritte diesbezüglich unternommen wurden.
Die bisherige Praxis gegen Ruhestörer vorzugehen war recht simpel. Sie wurden mit einem Bußgeld belegt, das sich meist auf 500 Baht beschränkte. Man wird abwarten und beobachten müssen, ob diesmal die vollmundigen Ankündigungen der Stadt in die Tat umgesetzt werden. Pattaya ist zwar kein Kurort, in dem die Bürgersteige um 20 Uhr hochgeklappt werden, aber ein bisschen leiser könnte es hier und dort schon zugehen.


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