8. Jahrgang
Ausgabe Nr.48

1. Dezember - 7. Dezember 2009
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Thailand muss sich der Welt öffnen

Franz Schmid

Thailand befindet sich immer noch in einer der schwersten wirtschaftlichen und innenpolitischen Krisen der Nachkriegszeit. Hoffnungsschimmer auf Besserung sind nur ansatzweise zu sehen. Leider überwiegt der Eindruck, dass das Motto „weiter wie bisher“ die Richtlinien von Wirtschaft und Regierung bestimmt.
Die sinkenden Ölpreise haben nicht auf die Preisgestaltung alltäglicher Güter durchgeschlagen. Hier lebende Ausländer aus den EU-Staaten, die ihr Leben mit dem starken Euro finanzieren, spüren dies nicht, wohl aber ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung. Die Löhne sind trotz steigender Preise nicht gestiegen; viele Familien haben kaum das Geld, um sich das Nötigste zu leisten. Dies trifft besonders auf die Landbevölkerung zu.
Die Handelsbilanz Thailands war über Jahrzehnte negativ. Erst mit der Schaffung exportorientierter Industrien, Direktinvestitionen aus dem Ausland und dem Einsetzen des Massentourismus konnte Ende der 1980er Jahre eine Trendwende vollzogen werden. Die Finanzkrise 1997, von Thailand ausgelöst, hatte dem Land schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Doch schon bald setzte eine Erholungsphase ein, der mit der internationalen Finanzkrise in diesem Jahr ein Ende gesetzt wurde. Wichtige Exportmärkte brachen weg, die Exportabhängigkeit Thailands zeigte sich deutlich. Die Regierung reagierte mit Konjunkturprogrammen, die vor allem kleine Haushalte entlasten sollten.
Die landwirtschaftlichen Exporte Thailands nehmen in der Handelsbilanz nur einen der unteren Plätze ein. Zum Bruttoinlandsprodukt trägt der landwirtschaftliche Sektor zehn Prozent bei, beschäftigt aber knapp 40 Prozent der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Thailand muss beim Export von landwirtschaftlichen Produkten mit Schwergewichten wie China, Israel und einigen südamerikanischen Staaten konkurrieren. Die starke thailändische Währung macht den Wettbewerb auch nicht einfacher.
Ein Ausweg wäre eine Änderung der Investmentpolitik gegenüber Ausländern. Thailand muss sich der Welt öffnen und sich von restriktiven Bestimmungen der Vergangenheit befreien, wenn es nicht den Anschluss an die globale Entwicklung verpassen will. Wenn ausländischen Unternehmern eine größere Freiheit gewährt würde, hätte dies mit Sicherheit große Auswirkungen auf den Produktionssektor. Das Entstehen neuer zukunftsträchtiger Arbeitsplätze kann nur durch ausländische Investoren vorangetrieben werden. Thailand hängt von ausländischen Technologien und ausländischen Märkten ab. Das ist keine Einbahnstraße. Die Furcht vor zu großem ausländischen Einfluss muss überwunden werden. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass ausländische Privatleute Grundbesitz („Häuschen mit Garten“) erwerben können. Merkwürdigerweise ist es Ausländern nicht gestattet, Grund und Boden zu erwerben, aber Immobilienbesitz, zum Beispiel in Form von Apartments. Dieser kuriose Rechtszustand ist ziemlich einmalig auf der Welt.
Die in Pattaya und anderen Touristenorten entstehenden Apartmentgroßbauten sind in erster Linie für wohlhabende Ausländer gedacht und als Devisenquelle mehr als willkommen. Doch das wird langfristig nicht ausreichen, um zu einer Haushaltskonsolidierung zu kommen. Die kann nur mit kräftigen ausländischen Investitionen gelingen, die die Wirtschaft wieder antreiben und einer Vielzahl von Einheimischen wieder ein anständiges Einkommen verschaffen, was dem Konsumklima zugute kommt. Diese Einsichten sind nicht neu, aber wer hat den Mut, sie umzusetzen?


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