8. Jahrgang
Ausgabe Nr.52

29. Dezember 2009 - 4. Januar 2010
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Gedanken zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Schon wieder ein Jahr vorbei? Schon wieder ein Jahr gelebt? Haben wir denn gelebt oder nur gearbeitet? Hatten wir denn die richtige Zeit für das Leben? Wenn ja, war es das, was wir erwartet haben? Mussten wir uns nicht fragen, wo das Leben ist? Oder sind wir nur gerannt?

Haben wir die Zeit an uns vorbeirennen lassen? Lassen wir jetzt diese rasende Zeit hinter uns.
Halten wir die Uhr für einen Moment an. Nehmen wir uns Minuten, die nur uns gehören, den Stress ausatmen, Kraft auftanken, Stille einatmen, nichts tun, nichts müssen, nur sich selbst spüren! Damit sollten wir in der Weihnachtszeit beginnen.
Alles was wir, die wir im Berufsleben stehen, machen, ist hetzen – von einem Termin zum anderen, von einer Veranstaltung zur anderen. Es mag uns Anerkennung einbringen von unseren Vorgesetzten, es mag uns mehr Gehalt einbringen.
Aber hilft uns die Anerkennung unserer Vorgesetzten, wenn wir krank werden? Dann erhalten wir vielleicht einen Besuch am Krankenbett und einen Blumenstrauß – wenn überhaupt. Und schon suchen die Vorgesetzten nach neuen gesunden Arbeitskräften, denn der Stress muss ja weitergeführt werden: mehr Geld, mehr Einkommen, mehr Macht, mehr Glorie…
Aber nicht nur die Berufstätigen sind heutzutage dem ewigen Stress ausgesetzt. Auch die Rentner. Es gibt da einen Witz, der eigentlich sehr passend ist: Zwei Rentner treffen sich auf der Straße. Sagt der Eine zum Anderen: Guten Morgen, mein Freund, lange nicht gesehen. Wie geht es dir? Würde gerne mit dir reden, aber schade, ich muss weiter, ich habe keine Zeit.
Versuchen wir anders zu sein, versuchen wir auf unsere Mitmenschen einzugehen. Versuchen wir in Freundschaft mit ihnen auszukommen, und versuchen wir, Zeit füreinander zu haben. Lassen wir diese rasende Zeit wenigstens für einige Stunden hinter uns. Sperren wir sie aus, genießen wir die Weihnachtszeit, die Zeit, die der menschlichen Zuneigung gewidmet ist, die Zeit der Liebe und die Zeit des Friedens. Besinnen wir uns auf uns selbst, auf das, was wir im Innersten fühlen und drücken wir dies auch gegenüber unseren Mitmenschen aus.
In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Lesern, auch im Namen unserer Redaktionsmitglieder, ein glückliches und friedvolles – und von Besinnung erfülltes – Weihnachtsfest. Mögen die Glocken des Friedens auch bei Ihnen allen Gehör finden und mögen sie Ihre Herzen zueinander öffnen.
Elfi Seitz
Chefredakteurin


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