9. Jahrgang
Ausgabe Nr.6

9. Februar - 15. Februar 2010
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Das Drogenproblem bleibt weiter ungelöst

Franz Schmid

Den Behörden ist es im letzten Monat gelungen, in getrennten Razzien in Bangkok und Samut Prakan 3,66 Millionen Yaba-Tabletten zu beschlagnahmen. Doch eine Austrocknung des Drogensumpfes ist damit noch lange nicht erreicht. Ein hoher Beamter der Drogenbekämpfungsbehörde musste zugeben: „Die Drogen sind wieder da. Sie sind überall und das Problem bleibt weiter ungelöst.“ Ein anderer Beamte sagte: „Wir sehen hier nur die Spitze des Eisbergs.“
Die Drogen werden über die birmanische Grenze in Nordthailand eingeschmuggelt und meist in Bangkok an Händler und Konsumenten verkauft. Die Route der Schmuggler führt über Chiang Mai, Chiang Rai und Mae Hong Song Die Behörden stehen mit dem Rücken an der Wand, sie bekommen das Problem nicht in den Griff. Ein vermutlicher Höhepunkt der Einfuhr von Drogen wird zum Chinesischen Neujahr sein, davon gehen Experten aus.
Der größte Lieferant von Drogen nach Thailand ist Birma. Bewaffnete ethnische Gruppen versorgen sich mit den erzielten Erlösen aus dem Drogenhandel mit Waffen, denn der Drogenhandel bringt schnelles Geld. Diese Gruppen kämpfen einen Guerillakrieg gegen das birmanische Militärregime. Doch auch regierungsfreundliche Gruppen wie etwa die „United Wa State Army“ finanzieren sich mit dem Drogenhandel.
Eine effektive Fahndung nach Schmugglern wird durch die bergige Gegend und die durchlässigen Grenzen erschwert. Viele Schmuggler benutzen auch die Eisenbahn und werfen ihre Pakete einfach aus dem Fenster, anschließend werden diese von anderen Mittelsmännern wieder aufgelesen.
Ganz deutlich kommen beim Drogenhandel die Marktgesetze zum Zug: eine starke Nachfrage schafft eine verstärkte Produktion, ein Kreislauf, der schwer zu unterbrechen ist. Händler und Konsumenten finden immer neue Wege, um sich Drogen zu verschaffen.
Die thailändische Regierung will weitere Geldmittel zur Drogenbekämpfung bereitstellen und ist fest entschlossen, harte Schläge gegen die Drogenhändler durchzuführen. Doch ihre Möglichkeiten sind begrenzt. An die Stelle dingfest gemachter Drogenhändler rücken schnell andere nach. Ein Schlag gegen die großen Drogenbosse und Drahtzieher des Handels ist bisher nicht gelungen. In Erinnerung ist noch der „Krieg gegen Drogen“, der 2003 vom ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra geführt wurde. Seinerzeit versprach er, die Drogen innerhalb von drei Monaten in Thailand auszurotten. Auf der Strecke blieben, nach offizieller Schätzung, etwa 2.500 getötete Personen, sicher waren es wesentlich mehr. Viele davon waren gar nicht in Drogengeschäfte verstrickt. Dieser Beitrag zur Drogenbekämpfung blieb erfolglos, aus schon oben erwähnten Gründen.
Patentrezepte für dieses Problem gibt es nicht. Vielmehr ist die Gesellschaft gefragt, wie es dazu kommen konnte. Die Auswirkungen auf die soziale Sicherheit und politische Stabilität sind kaum einschätzbar, da offensichtlich sogar hohe Strafandrohungen wirkungslos bleiben. Thailand ist zwar weit davon entfernt, in einem Drogensumpf zu versinken, aber die Alarmzeichen sollten nicht übersehen werden.


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