9. Jahrgang
Ausgabe Nr.13

30. März - 5. April 2010
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Ein schwacher Trost

Franz Schmid

Winston Churchill wird der schöne Satz zugeschrieben: „Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe“. Dieser Spruch kommt alljährlich in den Sinn, wenn die Verantwortlichen für die Wasserversorgung in der Trockenzeit darlegen, wie es um die Wasserversorgung der Stadt bestellt ist. Damit soll keineswegs gesagt werden, diese Angaben sind frisiert, sie werden schon stimmen.

In der letzten Ausgabe berichtete Pattaya Blatt über die letzten Verlautbarungen zur Wassersituation unter der Überschrift „Pattaya hat genug Wasser“. Demnach braucht sich niemand in Pattaya wegen eventueller Wasserknappheit Sorgen zu machen. Die Auskünfte der Wasserversorger in Gottes Ohr!

Wenn wirklich genug Wasser da ist, wie kommt es dann, dass zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten doch kein Tropfen aus dem Wasserhahn kommt? Hier sind nicht höher gelegene Gebiete oder Randbezirke gemeint, nein, gemeint ist die Innenstadt. Anwohner, Appartementhäuser und Hotels beklagen unzureichende Wasseranlieferung durch die Stadt. Da dürfen doch einige Fragen gestattet sein: Wieso sieht man allerorts Tankwagen, die Wasser auf Bestellung an Privathaushalte und Unternehmen liefern? Wo haben die eigentlich das Wasser her? Beziehen sie es aus den Wasserreservoiren oder einfach nur aus der Leitung? Warum fällt die Wasserversorgung stets zu bestimmten Zeiten aus? Stellt die Stadt das Wasser kurzfristig für bestimmte Stadtteile ab, um andere Stadtteile zu bedienen? Ist die Stadt in der Lage, zu Spitzenzeiten des Wasserverbrauchs alle Konsumenten zu bedienen? Zieht jemand aus Notsituationen bei der Wasserversorgung finanzielle Vorteile?

Sicherlich eine Menge Fragen, für die es sicherlich auch eine Menge Antworten gibt. Aber ebenso gibt es seit Jahren vollmundige Versprechungen. So hatte die Firma East Water im September 2006 verkündet, es werde in den nächsten zehn Jahren keine Wasserknappheit im Pattaya geben. Jedes Jahr werden die Medien mit Daten über die Wassermengen, die angeblich bereitstehen, gefüttert. Da strotzt es nur so von Millionen Kubikmetern, die vorrätig sind und bis zur nächsten Regenzeit verbraucht werden können. Diese Zahlen helfen allerdings demjenigen wenig, der frühmorgens duschen will und feststellt, dass es damit wohl vorerst nichts werden wird.

Die Verlautbarungen haben aber auch vielleicht etwas mit der thailändischen Mentalität zu tun. Wenn in den Vormonaten verkündet wurde, man habe alles im Griff, kann man schlecht zugeben, dass es Probleme geben könnte. Auch hier gilt es, das Gesicht zu wahren. Ehrlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit zahlt sich eigentlich immer aus, man kann an Glaubwürdigkeit nur gewinnen. Warum gibt man nicht zu, es könne zu Engpässen kommen?

Da ist es nur ein schwacher Trost, wenn die Statistik stimmen mag, aber trotzdem kein Wasser da ist.


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