Michaela Ehrmann
Dank der Sponsoren und
durch die Einnahmen des 2. Wohltätigkeits-Fußballturniers der Hoffenheim
Supporters Bangkok, das in der Schweizer Schule abgehalten worden war und über
das Pattaya Blatt bereits berichtete, konnten 500.000 Baht erwirtschaftet
werden. Geld, mit denen Karen-Kindern wie „Saw Pah Ber“ eine Zukunft geschenkt
werden kann. „Paw Sah Ber“ ist ein Kind vom Volkstamm der Karen, aber auch ein
Kind, das durch die Turniereinnahmen eine Chance erhält.
„Saw Pah Ber“ hatte immer
noch Schmerzen, als wir ihn im MaHa Raj Nakorn Hospital in Chiang Mai besuchten
und konnte sich noch immer nur schwer bewegen, aber er strahlte, als wir ihm den
Playmobil-Ritter schenken.

„Naw Chi Bwei Wah“ schläft nun gesund und sicher auf den Armen ihrer Mutter.
Bei den Karen handelt es
sich um eine ethnische Minderheit, die in Burma von der Militärregierung
unterdrückt und verfolgt wird. Sie flüchten seit Jahrzehnten nach Thailand und
leben in insgesamt neun Lagern mitten im Dschungel im Nord-Westen an der Grenze
zu Myanmar. Sie werden von der thailändischen Regierung nur geduldet, nicht
anerkannt.
In zwei dieser
provisorischen Dörfer stellen die Malteser International (MI) die
gesundheitliche Versorgung für 33.000 Flüchtlinge sicher. Die Arbeitsbedingungen
sind äußerst schwierig. Mehr als drei Stunden dauert die Fahrt von der MI-Basis
in Mae Sariang zu den Camps. In der Regenzeit ist ein Durchkommen teilweise
unmöglich. Vor Ort stehen dem Team nur einfachste medizinische Mittel zur
Verfügung, die oft nicht ausreichen. Immer wieder benötigen Karen-Kinder
dringende Behandlungen außerhalb der Lager in staatlichen Krankenhäusern. Die
Kosten hierfür müssen durch Spenden abgedeckt werden. Gelder, die nicht immer
vorhanden sind, weshalb die MI jedes Mal aufs Neue eine schwere
Entscheidung in Abhängigkeit der Behandlungskosten treffen müssen.

„Paw Sah Ber“ freut sich über den Besuch und die Geschenke.
Lisa und ich, unsere
Männer sind Mitgründer des Fanclubs, sind am 9. März per Flieger nach Chiang Mai
gereist, um uns persönlich zu vergewissern, dass das Geld ankommt – es sollte so
schnell wie möglich dort ankommen, wo es dringend gebraucht wird.
„Saw Pah Ber“ ist 9 Jahre
alt. Er leidet an einer schweren Osteomyelitis, Sepsis und Fehlbildung des
linken Beines. Seit drei Monaten lebt er mit seiner Mutter nun schon im MaHa Raj
Nakorn Hospital. Ein schwerer Sturz beim Spielen veränderte vor 12 Monaten in
seinem Heimatdorf in Burma, wo es weder Ärzte noch Medikamente gab, sein Leben.
Als der Mutter mit ihm und den drei anderen Söhnen die Flucht ins Camp glückte -
der Vater starb - war das Bein arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Kind wurde
sofort in ein Spezial-Krankenhaus gebracht und mit hoch dosierten Antibiotika
behandelt, um die Blutvergiftung einzudämmen. Dank seines Schutzengels und der
guten ärztlichen Versorgung konnte eine Amputation verhindert werden. Bei seiner
ersten Operation wurde das Bein mit einem Metallstab fixiert, zusätzlich werden
weiter Antibiotika verabreicht, aber seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
„Schmerzen? - Ja, es tut weh“ sagte er. Momentan ist noch nicht absehbar, wie
lange er noch in der Klinik ausharren muss. Trotzdem hat er sein Lachen nicht
verloren. Lisa und ich schlossen den aufgeschlossenen, aufgeweckten und klugen
Jungen sofort in unsere Herzen.
Auch „Naw Chi Bwei Wah“
ist ein Kind ohne Heimat. Einen Tag vor unserem Besuch wurde sie ins Suandok
Universitätskrankenhaus eingeliefert. „Naw Chi Bwei Wah“, Rufname „Pii-ä“, ist
18 Monate alt und hat die angeborene Herzschwäche PDA, Persistierender Ductus
Arteriosus. Bei „Pii-ä“ hat sich der Ductus Arteriosus nach der Geburt nicht wie
üblich geschlossen, so dass Blut von der Aorta über den Ductus Arteriosus wieder
in den Lungenkreislauf gelangt und sich dort der Blutfluss erhöht. Im Januar
wurde die Krankheit bei dem Mädchen diagnostiziert, die sich durch Herzrasen,
Kurzatmigkeit, immer wiederkehrende Infekte, verminderte Belastbarkeit,
Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar macht. „Pii-ä“ und ihre Mutter hatten eine
anstrengende Reise vom Lager nach Chiang Mai hinter sich. Die Kleine reagierte
mit Fieber und Schnupfen. Um die Herzoperation durchführen zu können, musste
dieser Infekt erst behandelt werden. Auch das gibt es häufig: warten bis zur
letzten Minute, ob die Kinder 100-prozentig für die OP bereit sind. Zwei Tage
nach unserer Reise war es dann soweit: Der Eingriff konnte durchgeführt werden
und der Ductus Arteriosus wurde erfolgreich verschlossen.
Dies sind nur zwei Kinder
von vielen anderen, die eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen. Wir
danken allen Sponsoren und Gästen des Turniers, die dies möglich machen!
Wir von den Hoffenheim
Supporters bleiben am Ball.
Weitere Infos über den
Einsatz für die Flüchtlingslager:
http://drehscheibe-bang kok.com/index%20seite/Malteser/malteser%20start.htm
Malteser International,
Mae Sariang: medizinische Hilfe für Flüchtlinge aus Myanmar:
http://www.malteser.de/61.Malteser_International/61.05.Projekte/61.05.03.
Asien/ald_projekt_liste.asp? region=2 &sprache=1&land =thailand