Reise - Wirtschaft
9. Jahrgang
Ausgabe Nr.13

30. März - 5. April 2010
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Überschriften [bitte klicken Sie an der Überschrift um den vollständigen Bericht zu lesen]:

Fußball für ein besseres Leben

 

Fußball für ein besseres Leben

500.000 Baht für kranke Karen-Kinder

Michaela Ehrmann

Dank der Sponsoren und durch die Einnahmen des 2. Wohltätigkeits-Fußballturniers der Hoffenheim Sup­porters Bangkok, das in der Schweizer Schule abgehalten worden war und über das Pattaya Blatt bereits berichtete, konnten 500.000 Baht erwirtschaftet werden. Geld, mit denen Karen-Kindern wie „Saw Pah Ber“ eine Zukunft geschenkt werden kann. „Paw Sah Ber“ ist ein Kind vom Volkstamm der Karen, aber auch ein Kind, das durch die Turniereinnahmen eine Chance erhält.

„Saw Pah Ber“ hatte immer noch Schmerzen, als wir ihn im MaHa Raj Nakorn Hospital in Chiang Mai besuchten und konnte sich noch immer nur schwer bewegen, aber er strahlte, als wir ihm den Playmobil-Ritter schenken.

„Naw Chi Bwei Wah“ schläft nun gesund und sicher auf den Armen ihrer Mutter.

Bei den Karen handelt es sich um eine ethnische Minderheit, die in Burma von der Militärregierung unterdrückt und verfolgt wird. Sie flüchten seit Jahrzehnten nach Thailand und leben in insgesamt neun Lagern mitten im Dschungel im Nord-Westen an der Grenze zu Myanmar. Sie werden von der thailändischen Regierung nur geduldet, nicht anerkannt.

In zwei dieser provisorischen Dörfer stellen die Malteser International (MI) die gesundheitliche Versorgung für 33.000 Flüchtlinge sicher. Die Arbeitsbedingungen sind äußerst schwierig. Mehr als drei Stunden dauert die Fahrt von der MI-Basis in Mae Sariang zu den Camps. In der Regenzeit ist ein Durchkommen teilweise unmöglich. Vor Ort stehen dem Team nur einfachste medizinische Mittel zur Verfügung, die oft nicht ausreichen. Immer wieder benötigen Karen-Kinder dringende Behandlungen außerhalb der Lager in staatlichen Krankenhäusern. Die Kosten hierfür müssen durch Spenden abgedeckt werden. Gelder, die nicht immer vorhanden sind, weshalb die MI jedes Mal aufs Neue eine schwere Entscheidung in Abhängigkeit der Behandlungskosten treffen müssen.

„Paw Sah Ber“ freut sich über den Besuch und die Geschenke.

Lisa und ich, unsere Männer sind Mitgründer des Fanclubs, sind am 9. März per Flieger nach Chiang Mai gereist, um uns persönlich zu vergewissern, dass das Geld ankommt – es sollte so schnell wie möglich dort ankommen, wo es dringend gebraucht wird.

„Saw Pah Ber“ ist 9 Jahre alt. Er leidet an einer schweren Osteomyelitis, Sepsis und Fehlbildung des linken Beines. Seit drei Monaten lebt er mit seiner Mutter nun schon im MaHa Raj Nakorn Hospital. Ein schwerer Sturz beim Spielen veränderte vor 12 Monaten in seinem Heimatdorf in Burma, wo es weder Ärzte noch Medikamente gab, sein Leben. Als der Mutter mit ihm und den drei anderen Söhnen die Flucht ins Camp glückte - der Vater starb - war das Bein arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Kind wurde sofort in ein Spezial-Krankenhaus gebracht und mit hoch dosierten Antibiotika behandelt, um die Blutvergiftung einzudämmen. Dank seines Schutzengels und der guten ärztlichen Versorgung konnte eine Amputation verhindert werden. Bei seiner ersten Operation wurde das Bein mit einem Metallstab fixiert, zusätzlich werden weiter Antibiotika verabreicht, aber seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt. „Schmerzen? - Ja, es tut weh“ sagte er. Momentan ist noch nicht absehbar, wie lange er noch in der Klinik ausharren muss. Trotzdem hat er sein Lachen nicht verloren. Lisa und ich schlossen den aufgeschlossenen, aufgeweckten und klugen Jungen sofort in unsere Herzen.

Auch „Naw Chi Bwei Wah“ ist ein Kind ohne Heimat. Einen Tag vor unserem Besuch wurde sie ins Suandok Universitätskrankenhaus eingeliefert. „Naw Chi Bwei Wah“, Rufname „Pii-ä“, ist 18 Monate alt und hat die angeborene Herzschwäche PDA, Persistierender Ductus Arteriosus. Bei „Pii-ä“ hat sich der Ductus Arteriosus nach der Geburt nicht wie üblich geschlossen, so dass Blut von der Aorta über den Ductus Arteriosus wieder in den Lungenkreislauf gelangt und sich dort der Blutfluss erhöht. Im Januar wurde die Krankheit bei dem Mädchen diagnostiziert, die sich durch Herzrasen, Kurzatmigkeit, immer wiederkehrende Infekte, verminderte Belastbarkeit, Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar macht. „Pii-ä“ und ihre Mutter hatten eine anstrengende Reise vom Lager nach Chiang Mai hinter sich. Die Kleine reagierte mit Fieber und Schnupfen. Um die Herzoperation durchführen zu können, musste dieser Infekt erst behandelt werden. Auch das gibt es häufig: warten bis zur letzten Minute, ob die Kinder 100-prozentig für die OP bereit sind. Zwei Tage nach unserer Reise war es dann soweit: Der Eingriff konnte durchgeführt werden und der Ductus Arteriosus wurde erfolgreich verschlossen.

Dies sind nur zwei Kinder von vielen anderen, die eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen. Wir danken allen Sponsoren und Gästen des Turniers, die dies möglich machen!

Wir von den Hoffenheim Supporters bleiben am Ball.

Weitere Infos über den Einsatz für die Flüchtlingslager:

http://drehscheibe-bang kok.com/index%20seite/Malteser/malteser%20start.htm

Malteser International, Mae Sariang: medizinische Hilfe für Flüchtlinge aus Myanmar:

http://www.malteser.de/61.Malteser_International/61.05.Projekte/61.05.03. Asien/ald_projekt_liste.asp? region=2 &sprache=1&land =thailand



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