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9. Jahrgang
Ausgabe Nr.22

1. Juni - 7. Juni , 2010
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Süßwasserknappheit durch Klimaveränderung - Folgen für Südostasien

 

Süßwasserknappheit durch Klimaveränderung - Folgen für Südostasien

Was geschieht in Südostasien?

Dr. Claus Rink, Geowissenschaftler und Sonderkorrespondent der Pattaya Media Group

Die Gletscher des Himalajas zeigen bereits gegenwärtig einen überdurchschnittlichen Rückgang. 2035 wird sich ihre Fläche auf 1/5 der bisherigen Fläche reduzieren. Dies wird große negative Folgen für Südostasien haben, da in dieser Region, vor allem an den großen Flüssen Mekong und Chao Phraya zuerst große Flutbewegungen stattfinden, später aber zu wenig Süßwasser vorhanden ist. Bis 2050 könnten mehr als eine Milliarde Menschen betroffen sein.

In Südostasien wird in den Flusseinzugsgebieten eine negative Auswirkung auf mehr als eine Milliarde Menschen bis etwa 2050 zukommen. Viele Menschen in den so genannten LECZ (Low elevation coastal zone) werden ihren Wohnort wechseln müssen, da gewaltige Überschwemmungen drohen. Verschiedene Studien u. a. vom Potsdamer Institut für Klimafolgen besagen, dass mehr als 200 Millionen Menschen in Gebieten leben, die in den nächsten Jahren überschwemmt werden können. Alleine 30 der 50 größten Städte der Welt liegen direkt an einer Meeresküste. Große Städte, wie Bangkok oder Tokio, die seit Jahren schon unter dem steigenden Grundwasserspiegel leiden, müssen dann Lösungen zur Hand haben, die ihnen erlauben, trotz ansteigendem Grundwasserspiegel, der ja an den steigenden Meeresspiegel gekoppelt ist, weiter ein normales Leben führen zu können. Dabei wird auch die Versalzung des Grundwassers eine große Rolle spielen, auf das in der nächsten Ausgabe eingegangen wird.

Die Gefahr der Überflutung weiter Landesteile – einschließlich der Hauptstadt Bangkok – stellt sicherlich die größte Herausforderung für die thailändische Klimaschutzpolitik dar. Eine Untersuchung von Professor Thanawat ergab, dass entlang der 2600 km langen Meeresküste Thailands bereits eine Fläche von etwa 200 Quadratkilometern verloren gegangen ist. Besonders stark betroffen von der Küstenerosion sind Bangkok und weitere vier Provinzen, die an den nördlichen Teil des Golfs von Thailand grenzen. In den letzten Jahren ist das Meer jedes Jahr um fünf bis zehn Meter tiefer ins Landesinnere vorgedrungen (verschiedene Quellen). Bangkok liegt dabei durchschnittlich einen halben Meter über dem Meeresspiegel. Dies würde bedeuten, dass bei einem Anstieg des Meeresspiegels, ein Teil von Bangkok große Probleme bekommen wird und sogar überflutet werden könnte.

Mithilfe unterschiedlicher Simulationsmodelle von diversen Universitäten lässt sich zeigen, dass 55 Prozent der Flächen in Bangkok permanent überflutet werden könnten, wenn der Wasserspiegel um 50 cm steigt. Bei einem Anstieg um 100 cm werden sogar 72 Prozent der Stadt unter Wasser stehen. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte: Dr. Nitichan Pleumarom vom Department of Urban and Regional Planning der Faculty of Architecture in Bangkok hat hierzu einen sehr schöne Zusammenfassung geschrieben, mit dem Titel: „Der Klimawandel in Bangkok“, aus dem auch hier einige Ergebnisse entnommen wurden.



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