Dr. Claus Rink, Geowissenschaftler und Sonderkorrespondent
der Pattaya Media Group
Die Gletscher des
Himalajas zeigen bereits gegenwärtig einen überdurchschnittlichen Rückgang.
2035 wird sich ihre Fläche auf 1/5 der bisherigen Fläche reduzieren. Dies
wird große negative Folgen für Südostasien haben, da in dieser Region, vor
allem an den großen Flüssen Mekong und Chao Phraya zuerst große
Flutbewegungen stattfinden, später aber zu wenig Süßwasser vorhanden ist.
Bis 2050 könnten mehr als eine Milliarde Menschen betroffen sein.
In Südostasien wird in
den Flusseinzugsgebieten eine negative Auswirkung auf mehr als eine
Milliarde Menschen bis etwa 2050 zukommen. Viele Menschen in den so
genannten LECZ (Low elevation coastal zone) werden ihren Wohnort wechseln
müssen, da gewaltige Überschwemmungen drohen. Verschiedene Studien u. a. vom
Potsdamer Institut für Klimafolgen besagen, dass mehr als 200 Millionen
Menschen in Gebieten leben, die in den nächsten Jahren überschwemmt werden
können. Alleine 30 der 50 größten Städte der Welt liegen direkt an einer
Meeresküste. Große Städte, wie Bangkok oder Tokio, die seit Jahren schon
unter dem steigenden Grundwasserspiegel leiden, müssen dann Lösungen zur
Hand haben, die ihnen erlauben, trotz ansteigendem Grundwasserspiegel, der
ja an den steigenden Meeresspiegel gekoppelt ist, weiter ein normales Leben
führen zu können. Dabei wird auch die Versalzung des Grundwassers eine große
Rolle spielen, auf das in der nächsten Ausgabe eingegangen wird.
Die Gefahr der
Überflutung weiter Landesteile – einschließlich der Hauptstadt Bangkok –
stellt sicherlich die größte Herausforderung für die thailändische
Klimaschutzpolitik dar. Eine Untersuchung von Professor Thanawat ergab, dass
entlang der 2600 km langen Meeresküste Thailands bereits eine Fläche von
etwa 200 Quadratkilometern verloren gegangen ist. Besonders stark betroffen
von der Küstenerosion sind Bangkok und weitere vier Provinzen, die an den
nördlichen Teil des Golfs von Thailand grenzen. In den letzten Jahren ist
das Meer jedes Jahr um fünf bis zehn Meter tiefer ins Landesinnere
vorgedrungen (verschiedene Quellen). Bangkok liegt dabei durchschnittlich
einen halben Meter über dem Meeresspiegel. Dies würde bedeuten, dass bei
einem Anstieg des Meeresspiegels, ein Teil von Bangkok große Probleme
bekommen wird und sogar überflutet werden könnte.
Mithilfe
unterschiedlicher Simulationsmodelle von diversen Universitäten lässt sich
zeigen, dass 55 Prozent der Flächen in Bangkok permanent überflutet werden
könnten, wenn der Wasserspiegel um 50 cm steigt. Bei einem Anstieg um 100 cm
werden sogar 72 Prozent der Stadt unter Wasser stehen. Wer mehr zu diesem
Thema wissen möchte: Dr. Nitichan Pleumarom vom Department of Urban and
Regional Planning der Faculty of Architecture in Bangkok hat hierzu einen
sehr schöne Zusammenfassung geschrieben, mit dem Titel: „Der Klimawandel in
Bangkok“, aus dem auch hier einige Ergebnisse entnommen wurden.
