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Augen zudrücken hilft wenig

Wer die Zeitungen aufmerksam liest, musste schon lange feststellen, dass Morde, Vergewaltigungen, Raubüberfälle und andere Straftaten an Ausländern in Thailand häufig passieren. Viele davon passieren in Touristenzentren. Viele Ausländer „sprangen“ auch häufig von Balkonen (besonders in Pattaya) und die Dame des Herzens war immer gerade beim Essen holen – egal zu welcher Nachtzeit. Mittlerweile ist dies nicht mehr so üblich, wahrscheinlich, weil sich die ganze Welt bereits über diese „Selbstmorde“ lustig machte. Ich und auch viele meiner Freunde sind jedoch davon überzeugt, dass viele Morde an Ausländern gar nicht in der Presse erscheinen. Im Isan z.B., wo Ausländer häufig am selben Tag ihres Todes verbrannt werden. Warum wohl? Viele Morde werden von der Polizei entweder als Selbstmorde hingestellt oder als verfrühter natürlicher Tod oder als Unfälle. Ganz besonders makaber war vor einigen Jahren ein Fall, bei dem ein Ausländer die Hände am Rücken zusammengebunden hatte und einen Plastiksack um seinen Kopf gewickelt hatte, der mit einer Schnur festgebunden war. Die Polizei stellte dies als tragischen Selbstmord hin…. Oder erst kürzlich der Tod des Ehepaares, das kopflos – im wahrsten Sinne des Wortes – im Wasser schwamm und der Polizeioberste von Pattaya sagte bei einer Pressekonferenz, dass die beiden sicher Selbstmord begangen haben. Wo waren denn die Köpfe, wagte ein vorlauter Journalist zu fragen und der Herr Polizeichef meinte von oben herab, dass Haie diese gefressen hätten. Wenn die Sache nicht so traurig wäre, könnte man sich vor Lachen darüber am Boden wälzen. Übrigens hat man nie wieder etwas über den Fall gelesen und gehört. Die Journalisten scheinen entweder alle ein Kurzzeitgedächtnis zu haben oder sie wagen einfach nicht im Dreck zu rühren.

Der tragische Fall des Doppelmordes auf Koh Tao erhitzt aber immer noch die Gemüter. Vor allen Dingen die Aussage der Polizei zu Anfang der amateurhaften Untersuchungen, dass „Thais so eine Tat nie begehen würden“. Lach, lach! Nun ja, nun hat man – entgegen verschiedener Zeugenberichte – zwei Schuldige gefunden. Beide stammen übrigens aus Myanmar und ihre DNA sollen angeblich mit dem Sperma der im Körper der bestialisch ermordeten und vergewaltigten jungen Frau identisch sein. Ich allerdings würde den Eltern der Ermordeten vorschlagen, dass britische Ärzte dies nochmals genau überprüfen sollten – es könnten sich dann doch vielleicht andere Mörder finden.

Dies wird und kann leider nicht passieren, aber wenigstens dürfen britische Beobachter am Prozess gegen die beiden angeblichen Mörder dabei sein. Nur, sie haben natürlich überhaupt nichts zu melden und keinerlei juristisches Recht. Was also hilft es? Die meisten Fakten und Spuren wurden ja bereits gründlich verwischt…

Hans Scherzer