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Nachruf auf Martin Brands

Ein großer Rotarier und guter Mensch hat uns verlassen

Martin Brands, ein guter Freund, ein guter Rotarier und ein guter Mensch ist am 30. Oktober 2017 in den frühen Morgenstunden für immer von uns gegangen.

Er war als Rotarier und als Privatmensch immer bereit anderen zu helfen, egal wieviel Zeit es in Anspruch nahm, egal wieviel Energie er investieren musste. Er half speziell den Minderbemittelten, den Ärmsten der Armen in Thailand, auch wenn er ‚nur‘ Gast hierzulande war. Er selbst wollte niemals Dank für seine guten Taten, wollte niemals im Scheinwerferlicht stehen, sondern im Stillen Gutes tun.

Martin Brands

Martin Brands 18 Aug 1941 – 30 Oct 2017

Martin hatte Zugang zu allen wichtigen Stellen bei Rotary, sei es im fernen Amerika der auch hier. Er wusste als Gründungspräsident des erfolgreichsten Rotary Clubs in Thailand, dem RC Eastern Seaboard, genau wie Rotary funktionierte und wusste, an welche Tür er zu welchem Zeitpunkt zu klopfen hatte, welches Krankenhaus, Ärzte und andere Rotary Clubs er mobilisieren musste um Hilfe für die Armen und für die Waisenkinder zu bekommen. Aber er organisierte nicht nur, er packte selbst mit an. Dafür wurde er nur Monate vor seinem Tod von Rotary International mit den zwei höchsten Auszeichnungen bedacht, der Medaille für „Services Above Self“ und dem „Major Donor Award“. Zum gleichen Zeitpunkt vergab Martin zum letzten Mal Paul Harris Medaillen an Mitglieder Rotarys für deren Leistungen und verabschiedete sich, bereits vom Tod gezeichnet, von all seinen Freunden und Kollegen.

Katholischer Service in der St. Nikolaus Kirche

Marin wollte bei seiner Einäscherung kein großes Aufsehen und wurde deshalb am 5. November in aller Stille und nur in Gegenwart einer Handvoll Freunde, kremiert.

Jan Koos Abbink

Jan Koos Abbink

Am 7. November 2017 allerdings wurde ein großer Memorial-Service in der katholischen Kirche St. Nikolaus für ihn abgehalten, durch den Jan Abbink, ehemaliger Präsident des RCES und Freund von Martin, führte. Etliche Mitglieder der Gesellschaft hielten Reden in denen sie ihre Freundschaft mit Martin zum Ausdruck brachten. Zwischendurch wurden immer wieder einige klassische Lieder gespielt, die Martin besonders geliebt hatte.

Renee de Vaan

Renee de Vaan

Sein deutscher Freund Dieter Reigber, teilte mit ihm diese Liebe für klassische Musik, Politik, Philosophie und mehr. In seiner Rede erzählte Dieter von den etlichen Reisen zu bekannten Opernhäusern, die er mit Martin seit 2011 unternommen hatte. „Erst im August diesen Jahres, Martin bereits vom Krebs gekennzeichnet, waren wir in Verona und sahen uns in der ‘Arena di Verona‘ wundervolle Opern an, unter anderem die neue Bühnenaufführung von Verdi’s ‚Nabucco‘. Nur wenige Tage vor seinem Tod sah er sich diese Aufführung nochmals auf CD, die ich mitgebracht hatte, an. Dieter verriet auch den Wahlspruch von Martin, nach dem dieser gelebt hatte: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.

Aad Scholtes

Aad Scholtes

Ein anderer sehr guter Freund von Martin, Aad Scholtes, ebenfalls Holländer wie er und Rotary Mitglied vom RC Pijnacker Nootdorp, konnte seine Tränen bei seiner Rede nicht zurückhalten. Er erzählte, wie Martin seinen Club und ihn ‚engagierte‘ um zu helfen; wie er den bekannten Zauberer Heinz Minten dazu brachte, den Kindern Freude zu bereiten; wie er Non-Rotarier involvierte und wievielen Menschen er auch mit „Operation Smile“ half, indem er ihnen kostenlose Operationen bei Gesichtsentstellungen durch Geburt oder Unfall zukommen ließ. Oder jenen Menschen die Katarakt Operation brauchten. Die Ärzte die er dazu fand und auch die Krankenhäuser halfen im dabei – meist ohne Bezahlung. Er sprach auch davon, dass Martin beim Tsunami einer der Ersten war, der half. „Martin half auch der ‚Vaan Goosens Foundation‘ bei großen Projekten für Kinder von Gastarbeitern oder Flüchtlingen in Thailand. So wurde unter anderem ein Dorf bei Mae Sot gbaut in dem Kinder von Flüchtlingen zur regulären Schule gehen konnten. Sein letztes Projekt aber konnte er nicht mehr vollenden: Kindern von Gastarbeitern in Thailand zu helfen. Aber wir alle werden es für ihn tun“.

Dieter Reigber

Dieter Reigber

Renee de Vaan las ein Schreiben von Martin’s Familie in Holland, die leider nicht kommen konnte, von der er sich aber erst vor einem Monat bei einem Besuch in Holland für immer verabschiedet hatte – genauso wie bei seinen holländischen Rotarier-Freunden. Das Schreiben lautete: „Lieber Bruder und Onkel! Wir werden dich schmerzlich vermissen aber wir werden immer stolz auf dich sein. Du hast diese Welt ein bißchen schöner gemacht. Deine Freundschaft war für alle herzerwärmend. Deine Motivation alles zu einem guten Ende zu bringen war bewundernswert. Wir lieben dich und du wirst für immer in unseren Herzen sein. Nel, Henk, Riet, Ellen, Carine, Manon und Gabrielle.“

Die Direktorin der Human Help Network Foundation Thailand, Radchada Chomjinda, sprach als Nächste. Sie sagte, dass der Einfluss eines Menschen auf die Welt in den Gesichtern und Augen seiner Familie, Freunde und jener, denen er geholfen hatte, zu sehen sei.“Martin Brands ist solch ein guter Mensch der die Herzen aller berührte. Sein Vermächtnis ist in uns allen und den Kindern den er half, verankert. Martin war einer unserer treuesten und liebsten Freunde und Unterstützer, sei es für die Angestellten, die Volontäre, und alle Kinder im Child Protection & Development Center oder im ASEAN Lernzentrum. Ich bin sehr geehrt, dass ich seine Freundschaft so lange genießen durfte. Ohne seine Hilfe, Führung und Unterstützung hätten wir es niemals so weit geschafft. Spezielle Hilfe gab er für das ASEAN Lernzentrum, eines seiner größten Erfolge, das nun eine ewige Erinnerung an ihn sein wird. Martin Brands wird in den herzen jener, die ihn geliebt haben immer weiterleben. Möge unser Held in Frieden ruhen“.

Jan Abbink fasste am Ende das Leben und Wirken von Martin Brands alles zusammen. Er erzählte, das Martin den Spitznamen „Grant-Guru“ hatte, da er so viele Matching Grants mit Rotary International gemacht hatte. Seit 2001 hat er 32 Matching Grants und 4 Global Grant Projekte auf die Beine gestellt – total eine summe weit über 2 Millionen US$. Das muss ihm erst einer nachmachen. Er spendete aber auch selbst viel Geld für Geschenke für Kinder oder half, wenn gerade Not am Mann war, mit asicherheit überschritt dies an die 100.000 US$.

Radchada Chomjinda

Radchada Chomjinda

„Martin war ein Perfektionist in jeder Hinsicht und er scheute sich nicht offen Fehler aufzudecken und Leute, die Fehler gemacht hatten, zu rügen. Aber er blieb trotz allem Freund mit allen. Ich persönlich hatte viele Duskussionen mit Martin und mit ausgestreckten Zeigefinger pflegte er mich ebenfalls auf vieles aufmerksam zu machen was besser sein sollte. Aber er sagte am Ende jeder hitzigen Diskussion (wir sind beide ziemlich stur) zu mir: ‚Wir bleiben weiterhin gute Freunde, denn wir wollen ja nichts für uns selbst machen sondern für die Armen‘.

Er war ein echter Kosmopolit, ein ‚Mann der Welt‘, der unzählige Freunde und Kontakte über den gesamten Globus hatte. Eigentlich müsste man ein Buch schreiben über all dies, was martin im Namen der Wohltätigkeit geschaffen hatte, Projekte die von medizinischer Hilfe, Umwelthilfe (Tsunami), Ausbildungswesen bis hin zu sauberem Trinkwasser reichen. Er setzte sich selbst sehr hohe Ziele – und gab niemals auf bevor er diese Ziele nicht erreicht hatte. Aber er erwartete, dass seine Mitarbeiter, Kollegen und Freunde dasselbe tun.Martin, wir werden dich schmerzlich vermissen!“

Diesen Worten von Jan Abbink möchte ich mich anschließen, denn Martin hatte immer ein offenes Ohr für mich und wann immer ich mich mit einem Anliegen an ihn wendete, sagte er nur: ‚Wird gemacht, Elfi‘. Auf diese Weise und mit seiner Hilfe konnte auch ich so manchem Kind und manchem Menschen in Thailand helfen. Ich wollte ihm selbst auch helfen und brachte ihn zu einem bekannten  Heiler in Pattaya und noch eine Woche vor seinem Tod zu Vater Corsie Legaspi, den Wunderheiler aus den Philippinen. Ich war glücklich, dass er an diesem Tag die heilige Kommunion empfing und damit vorbereitet war aufs Jenseits. Denn seine Zeit war gekommen und er musste gehen. Danke für alles Martin!

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