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Österreichische Botschaft begeht Nationalfeiertag

Schwerpunkt auf 150 Jahre Thai-Österreichische Freundschaftsbeziehungen

In Österreich aber auch in aller Welt wurde am 26. Oktober 2019 der Nationalfeiertag der Republik Österreich begangen. So auch in Bangkok, organisiert von der Österreichischen Botschaft.

Ihre Exzellenz, Frau Dr. Eva Hager, Österreichs Botschafterin zu Thailand, Laos und Myanmar, lud dazu hohe Politiker aus dem Gastland und anderen politischen Vertretungen aus der Welt ein. Natürlich waren auch Firmeninhaber oder deren Vertreter, Geschäftsleute und Leute aus der Sozialen Gesellschaft Thailands und Österreichs vertreten. Besondere Ehrengäste waren IH Khunying Kalaya Sophonpanich, die Vize-Unterrichtsministerin und SE Suchart Tonjaroen, der Erste Sprecher des Repräsentantenhauses, SE Sasiwat Wongsinsawat, der Generaldirektor für europäische Angelegenehiten des Außenministeriums, sowie andere hohe Beamte, die verschiedene Ministerien repräsentierten.

Der Schwerpunkt dieser Feier im wunderschönen Ballsaal des Swisshotel Radchada Bangkok, lag auf den 150-jährigen Freundschaftsbeziehungen zwischen Thailand und Österreich.

Ihre Exzellenz, Dr. Eva Hager, stand bereits am Eingang zum Ballsaal mit ihrer Stellvertreterin Judith Schildberger, dem Generalkonsul Gerhard Götz und dessen Gattin Frosenia, sowie Stephanie Jakobitsch, der Leiterin der Administrativen Angelegeneheiten, um alle Gäste mit Handschlag zu begrüßen.

Direkt im Tor zum Saal stand der Generalmanager des Hotels, Bruno Rotschädl, der die Gäste ebenfalls einzeln begrüßte.

Gleich zu Beginn wurde den Gästen guter österreichischer Wein angeboten und das absolut hervorragende Büffet, mit vielen österreichischen Schmankerln, stand für die Hungrigen bereit.

Nachdem sich die Gäste gelabt hatten, sich begrüßten und Neuigkeiten und Höflichkeiten austauschten, betrat die Botschafterin die Bühne um ihre Rede zu halten. Nach der Begrüßung aller Gäste, sagte sie, dass dieses Jahr besonders bedeutend sei für beide Nationen: die Krönung des neuen Königs Rama X und das 150-jährige Jubiläum der Thai-Österreichischen Freundschaftsbeziehungen, das im Jahre 1869 mit einem Abkommen der Freundschaft, des Handels und der Navigation, begann.

„1869 erreichten zwei Schiffe aus Österreich, die „Donau“  und die „Erherzog Friedrich“, den Hafen in Bangkok und brachten den Gesandten und bevollmächtigten Minister in außerordentlicher Mission, Anton Freiherr von Petz, mit. Er kam um dem thailändischen Volk das Beileid von Kaiser Franz Josef zum Ableben von König Rama IV zu überbringen. Noch vor der Unterzeichnung des Freunschaftsvertrages, hatte der Freiherr die Ehre, vom jungen König, Rama V, empfangen zu werden“, führte die Botschafterin mit Hilfe eines Lichtbildervortrages aus.

Sie fuhr fort: „Der Besuch von König Chulalongkorn im Jahre 1897 in Europa, führte diesen auch nach Österreich, zuerst nach Bad Ischl, Kaiser Franz Josef’s Sommerresidenz und dann per Bahn nach Wien. Er wurde noch am Bahnhof von Kaiser Franz Josef selbst empfangen, um ihn danach zur Wiener Hofburg, dem Kaiserpalast, zu bringen, wo der König während seines Aufenthaltes wohnte.

Die Freundschaft zwischen beiden Völkern wuchs und Prinzessin Sirindhorn wurde sogar die erste weibliche und jüngste Persönlichkeit, die im Jahre 1982 zur Ehrensenatorin der Universität Innsbruck ernannt wurde. Die Prinzessin präsidierte erst kürzlich wieder bei einer Aufführung des Prinzessin Galyani Vatthana Jugendorchesters im Sommerpalast des Schlosses Schönbrunn, um die 150 Jahre der Freundschaft zu feiern. Bei dieser Gelegenheit erhielt sie einen hohen Orden für das Gebiet Wissenschaft und Künste.

Die Tochter des Königs Rama X, Prinzessin Bajrakittiyabha, festigte die Verbindung weiterhin, als sie die Botschafterin Thailands im Jahre 2012 -2014 in Wien war. Sie war überaus erfolreich und half mit, Aggressivität gegen Kinder und Frauen zu bekämpfen, dabei die Modellstrategien und die beste Praxis der Vereinigten Nationen verwendend.

Den entscheidenden Beitrag zu guten Verbindungen und Kooperation in modernen Zeiten jedoch, brachten König Bhumibol Adulyadej der Große und Königin Sirikit bei ihrem Besuch 1964 in Wien und Salzburg. Der verstorbene König, der selbst ein begnadeter Musiker war, gab in der Residenz des thailändischen Botschafters sogar eine Jazz Jam-Session, gmeinsam mit sechs österreichischen Jazz Musikern. König Rama IX wurde auch zum Ehrenmitglied der Universität für Musik und darstellende Kunst ernannt, eine Ehre, die bis zum heutigen Tage nur insgesamt 36 Persönlichkeiten weltweit zugestanden wurde“.

Bis zum heutigem Tag genießen die beiden Nationen enge Bindungen auf ökonomischem, politischem und erzieherischem Gebiet. An die 40 österreichischen Firmen produzieren ihre Waren in Thailand, manche von denen haben über 10.000 thailändische Angestellte.

Österreich ist auch im Verkehrswesen von Bangkok stark involviert. So wurden die Waggons der Sky Train von Siemens in Wien hergestellt. „Ich selbst war bei der Jungfernfahrt am 29. Juli 2019 der Metropolitan Rapid Transit Blue Line dabei, die nun das historische Zentrum Bangkoks mit Chinatown verbindet“, erzählte die Botschafterin.

„Aber auch auf erzieherischem Gebiet sind wir mit Thailand sehr verbunden. Mit 20 Universitäten aus jedem der beiden Länder sind wir die aktivsten Partner im Asian European Academic University Network. Wir tauschen Studenten und Professoren, sowie Wissen aus und unternehmen gemeinsam Labor- und Forschungsprojekte. Erst kürzlich wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, dass in Thailand ein Center für Renovierung und Konservierung von Kunst entstehen wird“, sagte sie weiter.

Man darf die Musik nicht vergessen. Österreichs Komponisten und seine Musik sind auch in Thailand sehr beliebt. Musikalische Partnerschaften bestehen zwischen Österreich’s Wiener Universität der Musik, dem Salzburger Mozarteum und anderen mit Instituten wie Mahidol, Prinzessin Galyani Vatthana Institut und Chulalongkorn.

„Um die 150 Jahre Freundschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Thailand zu feiern, hat meine Botschaft mehr als 20 wichtige Veranstaltungen und Events organisiert, einige davon stellten neue Kooperationen zwischen Wien und Bangkok vor. Ich bin sicher, dass es auch in den kommenden Jahren fruchtvolle Perspektiven geben wird und neue Kanäle sich eröffnen“, endete IE Botschafterin Dr. Eva Hager ihre Rede.

Der Generalmanager des Swissotel Radchada Bangkok, Bruno Rotschädl (rechts), begrüßt alle Gäste persönlich, Hier mit SE Suchart Tonjaroen.

Der Generalmanager des Swissotel Radchada Bangkok, Bruno Rotschädl (rechts), begrüßt alle Gäste persönlich, Hier mit SE Suchart Tonjaroen.

Nach der Botschafterin hielt SE Sasiwat Wongsinsawat, der Generaldirektor für Auslandangelegenheiten des Außenministeriums, eine sehr schöne Rede, in der er ebenfalls die vielen Verbindungen zwischen Thailand und Österreich ausführlich anführte. Leider wurde seine Rede von vielen Gästen im Hintergrund des Saales gestört, die es nicht unterlassen konnten, sich untereinander lauthals zu unterhalten, ein Faux Pas, der nicht hätte passieren dürfen.

Nach dem Absingen der thailändischen und österreichischen Hymnen durch das junge Pop-Opera Ensemble Fivera, wurden Toasts auf Seine Majestät den König und auf den österreichischen Bundespräsidenten ausgeprochen.

Das Pop-Opera Ensemble veranstaltete noch ein Minikonzert mit Liedern von Wolfgang Amadeus Mozart „Die Königin der Nacht“ und „Der Vogelfänger“, Franz Lehar’s „Vilja Lied“, „The Hills are alive“ und „Edelweiß“ aus dem Musical Sound of Music, Conchita Wurst’s Siegerlied beim Grand Priz de Eurovision „Rise like a Phoenix“, „Rock me Amadeus“ von Falco und meinem Lieblingslied von Rainhard Fendrich „I am from Austria“. An Thai Liedern wurde „Jab Mue Wai“ und „Sabai Sabai“ von Bird Thongchai McIntyre gesungen.

Damit ging ein großer, wunderschöner und unvergesslicher Abend zu Ende und ich möchte diesen Artikel mit den Worten eines guten Freundes, Gerrit Niehaus, beenden: „Ja, die Österreicher wissen wahrlich zu feiern“.

 

Die Entstehung des Österreichischen Nationalfeiertages

Der erste Nationalfeiertag der Republik Österreich wurde am 12. November 1919 gefeiert, dem ersten Jahrestag der Ausrufung der Ersten Republik nach dem Ersten Weltkrieg. Der zehnte Jahrestag am 12. November 1928 wurde von Regierung und Parlament in größerem Rahmen gefeiert. Noch aufsehenerregender waren die Feierlichkeiten des Roten Wiens mit Massenaufmarsch am Ring und Enthüllung des Republikdenkmals. Letztmals wurde dieser Staatsfeiertag 1933 begangen, aufgrund der autoritären Maßnahmen der Dollfuß-Regierung jedoch ohne öffentliche Feier.

Während der Ständestaatsdiktatur war ab 1934 der bereits seit 1919 bestehende allgemeine Ruhe- und Festtag am 1. Mai als Gedenktag an die Proklamation der Verfassung 1934 (Maiverfassung) erklärt.

Mit 1938 bis zum Ende der Besatzungszeit im Jahr 1955 gab es in Österreich keinen Nationalfeiertag.

Fakten: 1955: Staatsvertrags- und Befreiungsjahr; 22. Oktober: „Tag der Freiheit“; 25. Oktober: „Tag der Flagge“; 1956 bis 1964: „Tag der Fahne“. Seit 1965: „Nationalfeiertag“.

Der österreichische Nationalfeiertag wird seit 1965 jährlich am 26. Oktober begangen, dem Tag, an dem 1955 die beschlossene österreichische Neutralität in Kraft getreten ist und am Vortag die letzten Besatzungsmächte Österreich verlassen haben. Dieser Gedenktag löste den vormaligen Tag der Fahne als Nationalfeiertag ab. 1967 wurde er den übrigen gesetzlichen Feiertagen in Österreich gleichgestellt und ist seither arbeitsfrei.