PattayaBlatt logo

Die Wurzel des Übels

Aktuell überschlagen sich wieder einmal Meldungen über Maßnahmen, die die Probleme der Stadt lösen sollen. Nach verstärkten Verkehrskontrollen in der Süd-Pattaya Road, nach neuen Haltezonen an der Beachroad, nach bunten Müllsäcken und unzähliger weiterer Maßnahmen wurde kürzlich damit begonnen, die bisherigen alten Bojenabsperrungen an den Stränden durch neue floßartige Barrieren zu ersetzen. Nun gab es bereits die ersten Todesfälle, weil diese schwimmenden ‚Fußwege’ die – manchmal auch angetrunkenen – Badegäste förmlich zum Spaziergang einladen und die Wellen dann ihr übriges tun. In eiligst einberufenen Sitzungen wurden nun Änderungen besprochen, die aber mit Sicherheit auch keine Endlösung sein werden.

Ganz neu ist die Meldung, dass nun doch mit dem Bau der Tunnel an diversen Kreuzungen der Sukhumvit begonnen werden soll. Auch hörte ich von Brückenlösungen am Bypass, um dem dortigen täglichen Chaos Herr zu werden. Diese Problematik kenne ich aus persönlicher Erfahrung bestens, denn ich lebe in Ost-Pattaya und muss die Bahnlinie täglich queren. Und dabei kam mir auch der Lösungsansatz für all die Probleme in Pattaya und sogar im Land in den Sinn.

Man kann bauen und ändern, was man will oder neue Regelungen und Gesetze festschreiben, das hilft alles nichts, denn die Wurzel allen Übels – falls sie denn tatsächlich vorhanden ist – liegt ganz woanders, nämlich im Kopf und heißt Hirn. Solange darin nur das eigene Ego vorkommt, wird sich in diesem Land nicht viel ändern. Im Großen beharren Herr Suthep und Frau Yingluck ohne Kompromisse auf ihren Standpunkten und geben nicht nach, im Kleinen ist es der Autofahrer oder Mopedfahrer am Bypass, der sich seine Vorfahrt erzwingt und sich einfach in einen bereits bestehenden Stau drängelt, um dann endgültig alles zu blockieren. Ich selbst habe schon einige Male lautstark derartige Verknotungen aufgelöst. Oder aber es sind die Rotfahrer, egal ob an einer großen Kreuzung oder an der ganz normalen Fußgängerampel. Mit etwas Nachdenken unter Nutzung eines eventuell vorhandenen Hirns über den Sinn seines eigenen Handelns könnte man da schon sehr viel erreichen. Solange man also dort – sprich bei einer eventuellen richtigen Erziehung und gegebenenfalls drastischen Bestrafung – nicht ansetzt, wird sich kaum etwas ändern in diesem Land.

Aber zur Ehrenrettung der Thais muss ich sagen, dass viele der nach Thailand kommenden Touristen ihr Hirn anscheinend am Flughafen in Bangkok abgeben, denn sonst würden sie sich nicht so verhalten, wie sie es in ihren Heimatländern mit Sicherheit nicht tun würden wie z.B. dieselbe Fahrweise annehmen wie die Thais, ohne Hemd im Restaurant sitzen (wie ich es gerade beim Schreiben erlebe und auf meinen Hinweis von einem deutsch sprechenden Europäer das Angebot ‚du A… kannst paar auf die Fresse kriegen’ erhielt, oder gar halbnackt einkaufen gehen oder aber in versifften Bars sich erleichtern lassen, in jeder Beziehung.