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Sicherheit in Theorie und Praxis

Zunächst möchte ich allen unseren Lesern ein frohes und gutes Neues Jahr wünschen!

Nach den vielen schlimmen Unfällen der letzten Zeit liest man ständig über die unterschiedlichsten Reaktionen seitens der Behörden. Da werden Meetings durchgeführt, um Lösungen für all die Probleme im Sicherheitsbereich zu finden, da setzt die Regierung, die momentan aber sicher ganz andere Sorgen hat, das Thema Sicherheit auf ihre Agenda und da kontrolliert die Polizei (angeblich) den Verkehr, sorry, den Straßenverkehr auf Schwachpunkte, um das Unfallrisiko zu verringern. Wie ich bereits in meinen letzten Gedanken sagte, gibt es auch hierbei Theorie und Praxis und all diese Maßnahmen sind Theorie.

Die Praxis konnte ich bei einem sonntäglichen Ausflug an den Jomtien Beach live erleben. Die Kreuzung an der Hanuman Statue an der Thappraya Road gehört ja auch zu einem der neuralgischen Punkte in Sachen Unfallrisiko. Das hat natürlich auch die Stadtverwaltung erkannt und an dieser Kreuzung eine Ampelanlage installiert. Zur Reduzierung des Unfallrisikos gibt es dort extra eine Geradeaus – Grünphase auf die Jomtien Beach Road Nr.2 und eine Grünphase für Rechtsabbieger. Soweit die Theorie, die vom Grundsatz in Ordnung ist. Nur kennen die Stadtväter anscheinend nicht die Mentalität ihrer Landsleute, denn von besonderer Wichtigkeit wäre dabei, dass diese die Farben auch richtig erkennen und wissen, was sie bedeuten.

Auf meinem Weg an die Jomtien Beach kam ich nun an eben diese Ampel. Sie zeigte Rot und einige Fahrzeuge standen ordnungsgemäß und warteten. Ein vollbesetztes(!) Baht–Taxi allerdings hatte möglicherweise einen farbenblinden Fahrer und bog also einfach bei Rot in Richtung Beach ab. Gleichzeitig wurde ich während des Wartens von einem ebenfalls vollbesetzten Baht–Taxi auf der eigentlich geradeaus führenden Spur überholt. Und da die Ampel dann auf Grün für den Geradeaus-Verkehr schaltete, nutzte auch dieser Fahrer eine kleine Lücke, um flugs Richtung Beach abzubiegen. Er hat sicher ganze 60 oder 90 Sekunden eingespart, bevor er gefahrlos bei Grün für Rechtsabbieger hätte fahren können. So hat er aber den Passagieren für deren 10 Baht noch einen ganz besonderen Kick geboten und sie der Gefahr eines Zusammenstoßes ausgesetzt. Ja, und das ist eben die (traurige) Praxis.

Vielleicht sollte die Stadt mal über strengere Kontrollen nachdenken und drastische Strafen aussprechen. Einem Baht–Taxifahrer sollte bei einem derartigen Verstoß sofort die Lizenz entzogen werden. Das würde sich bestimmt schnell herumsprechen unter den Kollegen und hoffentlich zu mehr Verantwortungsbewusstsein führen. Aber stattdessen ‚tummeln’ sich die Polizisten in der Süd Pattaya Road, um den Parksündern (hauptsächlich natürlich Farangs, die die Thai-Hinweisschilder meist nicht lesen können) abzukassieren. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis es an irgendeiner Ampelkreuzung wieder mal richtig kracht.

Ach übrigens, die Verantwortlichen der Stadtgemeinde wollen angeblich nun endlich mit dem Verkehrschaos aufräumen….und auch auf der Beachroad 17 Plätze schaffen an denen Taxis Passiere aufnehmen und abladen dürfen. Na, dann warten wir mal auf das nächste Verkehrschaos.