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Das gibt es: Gewaltfreies Dorf in einer Krisenregion

Inmitten des durch anhaltende Gewalt geprägten Süden Thailands hebt sich ein Dorf in der Unruheprovinz Narathiwat durch eine starke Verteidigung seiner Bewohner ab. Es wurde zu einem Modell für andere Gemeinden der Region, um dem Aufstand mit friedlichen Mitteln zu begegnen.

Eine 30 – köpfige Schutzeinheit des Dorfes erhält von Army Rangern ein Waffentraining, sodass sie in der Lage sind, die Sicherheit ihrer Mitbürger rund um die Uhr zu gewährleisten.

Das Dorf Kadeng im Bezirk Rangae wurde zu einem Modell eines gewaltfreien Dorfes in der durch Aufstände geplagten südlichen Grenzprovinz.

Die Frauen sitzen zusammen und bereiten gemeinsam das Essen zu.

Die Frauen sitzen zusammen und bereiten gemeinsam das Essen zu.

„Die Zusammenarbeit der Dorfbewohner stärkt unser Dorf. Jeder versucht, sein Bestes zu geben und nun ist unser Unterbezirk stark“, sagte Mahama Jehmae, Chef des Unterbezirks Kalisha.

Neben den Aufgaben der Männer zur Sicherheit spielt eine Gruppe von rund 40 Hausfrauen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung ihrer Familien. Nach ihrer täglichen Arbeit auf den Kautschuk – Plantagen am Morgen, verbringen sie den Rest des Tages mit der Zubereitung von Desserts für den Verkauf.

Das Projekt erhöht das Familieneinkommen und bildet eine starke Verbindung unter den Frauen des Dorfes.

Weil jeder am Aufbau einer starken Gemeinschaft teilnimmt, konnte man auch die jungen Männer dazu bringen, dass sie ihre Freizeit nach dem Abzapfen von Kautschuk mit der Herstellung verschiedener Möbelstücke verbringen und so ebenso ein zusätzliches Einkommen erhalten.

Der tägliche Drill, um das Dorf zu schützen.

Der tägliche Drill, um das Dorf zu schützen.

„Wir haben die jungen Männer dazu gebracht, dass sie in ihrer freien Zeit für ca. 2-3 Stunden täglich in der Möbelfabrik arbeiten“ sagte Mahamaasmin Salae, ein Dorfoberhaupt.

Die Gemeinde Kadeng ist Heimstatt von 1.935 Muslimen in 349 Familien. Die Dorfbewohner stehen fest zusammen und so haben aufständische Gruppen es schwer, in das Dorf einzudringen. Diese Initiative nennt man nun „Kadeng Modell“.

Die jungen Männer erlernen das Schreinerhandwerk.

Die jungen Männer erlernen das Schreinerhandwerk.

„Ich bewundere unsere Politiker, vor allem das Dorfoberhaupt. Er ist ein Mann der Tat. Hier können wir alle Dinge besprechen und alles mit unseren Vorstehern teilen. Es gibt nichts zu verbergen und deshalb ist unser Dorf so stark“ sagte Yahari Utong, der Imam (religiöser Führer der Muslime) der Tanyongkadeng Moschee.

Trotz der unvermindert anhaltenden Gewalt im tiefen Süden wurde Kadeng bisher von bewaffneten Angriffen verschont, was die Bedeutung der Zusammenarbeit der Bewohner beim Aufbau einer starken Verteidigung ihrer Gemeinschaft widerspiegelt.