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Der Beginn der Thailändischen Staatseisenbahn

(Wikipedia) König Chulalongkorn der Große (Rama V.), der seit 1868 regierte, erteilte Panchard unter der Führung von Sir Andrew Clarke den Auftrag, Pläne für ein Eisenbahnnetz auszuarbeiten. Drei Jahre später lagen diese mit Vorschlägen in drei verschiedenen Spurweiten 600, 1000 und 1435 mm vor. Im Herbst des gleichen Jahres kam der Eisenbahningenieur Karl Bethge von Krupp nach Thailand und bekam von der thailändischen Regierung diese Pläne zur Begutachtung vorgelegt. Es gelang ihm nachzuweisen, dass die Bahn von Bangkok nach Korat, die 265 Kilometer lang sein sollte, wesentlich preisgünstiger gebaut werden könnte. Daraufhin wurde Bethge in den thailändischen Staatsdienst berufen und er wurde Leiter des Eisenbahnbaus und warb noch mehr deutsche Ingenieure an.

Bangkok’s Hauptbahnhof Hualamphong.

Bangkok’s Hauptbahnhof Hualamphong.

Die thailändische Eisenbahn wurde im Jahre 1890 als Royal State Railways of Siam gegründet. Nach zweijähriger Vorbereitung wurde durch Proklamation von König Chulalongkorn am 9. März 1892 der Bau der ersten Eisenbahnlinie Thailands freigegeben. Die dabei verwendeten Werkzeuge, ein reich verzierter Spaten und die dazugehörige Schubkarre, sind heute im Nationalmuseum Bangkok zu sehen.

Am 26. März 1894 wurde der erste Abschnitt, die Strecke Bangkok–Ayutthaya eröffnet.

Im Dezember 1896 nutzte König Chulalongkorn die Gelegenheit, mit dem Zug bis zur Bahnspitze zu fahren. An einem überhängenden Felsen bei Kilometer 136,5 schrieb er seinen Namen auf den Felsen. Der stark verwitterte Schriftzug ist heute noch zu sehen.

Nachdem Bethge im Jahr 1900 an Cholera verstarb und sein Nachfolger Gehrts 1904 in den Ruhestand ging, wurde Luis Weiler zum Generaldirektor der thailändischen Bahnen. Damals war die Koratbahn fertiggestellt und die Südbahn hatte Petchaburi erreicht.

Die größte Schwierigkeit beim Bahnbau war die Beschaffung von Arbeitskräften. Da Thais nur schwer zu mobilisieren waren, entschied der König, Chinesen anzuheuern. Bei der Lieferung der Lokomotiven schnitten deutsche Firmen wie Henschel und Krupp besonders gut ab. 1909 fuhren insgesamt 49 Lokomotiven aus deutscher Produktion für die thailändische Staatsbahn. Waggons wurden hauptsächlich aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien importiert.

Die Weiterführung der Südlinie und der Ostlinie bereiteten politische Schwierigkeiten. Der Süden und Westen gehörten zum englischen, der Osten zum französischen Einflussgebiet. Daher wurden alle Anstrengungen auf den Bau der Nordlinie (Bangkok – Chiang Mai) konzentriert, die nicht in der französischen oder englischen Interessensphäre lag.

In den ersten Tagen des Jahres 1908 wurde die Ostlinie nach Paetriu (Chachoengsao) und die im Endausbau 751 Kilometer lange Nordlinie bis Phitsanulok bei Kilometer 389 fertiggestellt. Am 11. November, dem Krönungstag, konnten weitere 67 Kilometer auf der Nordstrecke eröffnet werden.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 228 Europäer im thailändischen Staatsdienst, davon 45 Deutsche.

Im Frühjahr des Jahres 1909 stellte die Regierung den Bau der Nordbahn ein und führte den Bau der Südlinie unter der Leitung des Engländers Gittins weiter.

1910 wurde ein neuer Güterbahnhof für Bangkok eröffnet, in dem die Fracht direkt von Flussschiffen auf die Bahn umgeladen werden konnte und der Grundstein zum Bangkoker Hauptbahnhof Hua Lamphong gelegt, dessen Stahlkonstruktion aus deutscher Produktion stammte.

Ab 1912 wurde die Nordlinie mit einem 1,6 km langen Tunnel zwischen Lampang und Chiang Mai weitergebaut. Diese Arbeiten leitete der deutsche Ingenieur Emil Eisenhofer. Er wurde nach seinem Tod am Nordausgang des Khun Tan Tunnels beigesetzt.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs kam der Eisenbahnbau nahezu zum Stillstand, viele deutsche Ingenieure verließen das Land. Thailand konnte seine anfängliche Neutralität auf Dauer nicht aufrechterhalten. Um einen Ausgleich zwischen den immer stärker auseinander gehenden deutschen und englischen Interessen beim Bahnbau zu finden, wurde Prinz Purachatra zum Generalkommissar der Staatsbahnen, der englische Eisenbahningenieur Gittins zum Eisenbahnberater und Luis Weiler zum Chefingenieur ernannt. Auch wurden die beiden Eisenbahnverwaltungen West und Ost vereinigt.

Diese Lösung hielt jedoch nur kurze Zeit. Am 22. Juli 1917 erklärte Thailand unter dem Druck der Entente Deutschland den Krieg. Weiler wurde, ebenso wie alle anderen Deutschen, interniert, nachdem er noch kurz zuvor mit dem Weißen-Elefanten-Orden II. Klasse ausgezeichnet worden war. 1918 vorzeitig aus der Internierung entlassen, verließ Weiler mit Genehmigung der thailändischen Regierung als schwerkranker Mann das Land und starb auf der Rückreise auf einem dänischen Schiff vor der Ostküste Afrikas.

Mitte der 1920er Jahre wurde in Thailand die erste Diesellokomotive bei Swiss Locomotive and Machine Works (SLM) in Winterthur bestellt und einige Jahre später auf regulärer Basis eingesetzt.

Das gesamte thailändische Eisenbahnnetz wurde nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Einfluss der Engländer auf die auch in Malaysia übliche Meterspur umgebaut. Bis 1930 waren über 90 % des Eisenbahnnetzes umgespurt. In den Jahren 1929–1931 kamen von 28 bestellten Lokomotiven 15 aus Deutschland von den Firmen Henschel und Hanomag. Die letzte Lieferung aus deutscher Produktion erfolgte 1936.

Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Strecken bei der Eroberung Thailands durch Japan und der Rückeroberung durch die Alliierten bei Bombenangriffen stark beschädigt. Große Teile des Streckennetzes mussten in den folgenden Jahren komplett neu errichtet werden.

Am 1. Juli 1951 erhielt die Gesellschaft auf staatliche Anordnung ihren heutigen Namen.

(Wikipedia) König Chulalongkorn der Große (Rama V.), der seit 1868 regierte, erteilte Panchard unter der Führung von Sir Andrew Clarke den Auftrag, Pläne für ein Eisenbahnnetz auszuarbeiten. Drei Jahre später lagen diese mit Vorschlägen in drei verschiedenen Spurweiten 600, 1000 und 1435 mm vor. Im Herbst des gleichen Jahres kam der Eisenbahningenieur Karl Bethge von Krupp nach Thailand und bekam von der thailändischen Regierung diese Pläne zur Begutachtung vorgelegt. Es gelang ihm nachzuweisen, dass die Bahn von Bangkok nach Korat, die 265 Kilometer lang sein sollte, wesentlich preisgünstiger gebaut werden könnte. Daraufhin wurde Bethge in den thailändischen Staatsdienst berufen und er wurde Leiter des Eisenbahnbaus und warb noch mehr deutsche Ingenieure an. Die thailändische Eisenbahn wurde im Jahre 1890 als Royal State Railways of Siam gegründet. Nach zweijähriger Vorbereitung wurde durch Proklamation von König Chulalongkorn am 9. März 1892 der Bau der ersten Eisenbahnlinie Thailands freigegeben. Die dabei verwendeten Werkzeuge, ein reich verzierter Spaten und die dazugehörige Schubkarre, sind heute im Nationalmuseum Bangkok zu sehen.Am 26. März 1894 wurde der erste Abschnitt, die Strecke Bangkok–Ayutthaya eröffnet. Im Dezember 1896 nutzte König Chulalongkorn die Gelegenheit, mit dem Zug bis zur Bahnspitze zu fahren. An einem überhängenden Felsen bei Kilometer 136,5 schrieb er seinen Namen auf den Felsen. Der stark verwitterte Schriftzug ist heute noch zu sehen. Nachdem Bethge im Jahr 1900 an Cholera verstarb und sein Nachfolger Gehrts 1904 in den Ruhestand ging, wurde Luis Weiler zum Generaldirektor der thailändischen Bahnen. Damals war die Koratbahn fertiggestellt und die Südbahn hatte Petchaburi erreicht. Die größte Schwierigkeit beim Bahnbau war die Beschaffung von Arbeitskräften. Da Thais nur schwer zu mobilisieren waren, entschied der König, Chinesen anzuheuern. Bei der Lieferung der Lokomotiven schnitten deutsche Firmen wie Henschel und Krupp besonders gut ab. 1909 fuhren insgesamt 49 Lokomotiven aus deutscher Produktion für die thailändische Staatsbahn. Waggons wurden hauptsächlich aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien importiert.Die Weiterführung der Südlinie und der Ostlinie bereiteten politische Schwierigkeiten. Der Süden und Westen gehörten zum englischen, der Osten zum französischen Einflussgebiet. Daher wurden alle Anstrengungen auf den Bau der Nordlinie (Bangkok – Chiang Mai) konzentriert, die nicht in der französischen oder englischen Interessensphäre lag.In den ersten Tagen des Jahres 1908 wurde die Ostlinie nach Paetriu (Chachoengsao) und die im Endausbau 751 Kilometer lange Nordlinie bis Phitsanulok bei Kilometer 389 fertiggestellt. Am 11. November, dem Krönungstag, konnten weitere 67 Kilometer auf der Nordstrecke eröffnet werden.Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 228 Europäer im thailändischen Staatsdienst, davon 45 Deutsche.  Im Frühjahr des Jahres 1909 stellte die Regierung den Bau der Nordbahn ein und führte den Bau der Südlinie unter der Leitung des Engländers Gittins weiter. 1910 wurde ein neuer Güterbahnhof für Bangkok eröffnet, in dem die Fracht direkt von Flussschiffen auf die Bahn umgeladen werden konnte und der Grundstein zum Bangkoker Hauptbahnhof Hua Lamphong gelegt, dessen Stahlkonstruktion aus deutscher Produktion stammte. Ab 1912 wurde die Nordlinie mit einem 1,6 km langen Tunnel zwischen Lampang und Chiang Mai weitergebaut. Diese Arbeiten leitete der deutsche Ingenieur Emil Eisenhofer. Er wurde nach seinem Tod am Nordausgang des Khun Tan Tunnels beigesetzt.Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs kam der Eisenbahnbau nahezu zum Stillstand, viele deutsche Ingenieure verließen das Land. Thailand konnte seine anfängliche Neutralität auf Dauer nicht aufrechterhalten. Um einen Ausgleich zwischen den immer stärker auseinander gehenden deutschen und englischen Interessen beim Bahnbau zu finden, wurde Prinz Purachatra zum Generalkommissar der Staatsbahnen, der englische Eisenbahningenieur Gittins zum Eisenbahnberater und Luis Weiler zum Chefingenieur ernannt. Auch wurden die beiden Eisenbahnverwaltungen West und Ost vereinigt.Diese Lösung hielt jedoch nur kurze Zeit. Am 22. Juli 1917 erklärte Thailand unter dem Druck der Entente Deutschland den Krieg. Weiler wurde, ebenso wie alle anderen Deutschen, interniert, nachdem er noch kurz zuvor mit dem Weißen-Elefanten-Orden II. Klasse ausgezeichnet worden war. 1918 vorzeitig aus der Internierung entlassen, verließ Weiler mit Genehmigung der thailändischen Regierung als schwerkranker Mann das Land und starb auf der Rückreise auf einem dänischen Schiff vor der Ostküste Afrikas.Mitte der 1920er Jahre wurde in Thailand die erste Diesellokomotive bei Swiss Locomotive and Machine Works (SLM) in Winterthur bestellt und einige Jahre später auf regulärer Basis eingesetzt.Das gesamte thailändische Eisenbahnnetz wurde nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Einfluss der Engländer auf die auch in Malaysia übliche Meterspur umgebaut. Bis 1930 waren über 90 % des Eisenbahnnetzes umgespurt. In den Jahren 1929–1931 kamen von 28 bestellten Lokomotiven 15 aus Deutschland von den Firmen Henschel und Hanomag. Die letzte Lieferung aus deutscher Produktion erfolgte 1936.Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Strecken bei der Eroberung Thailands durch Japan und der Rückeroberung durch die Alliierten bei Bombenangriffen stark beschädigt. Große Teile des Streckennetzes mussten in den folgenden Jahren komplett neu errichtet werden.Am 1. Juli 1951 erhielt die Gesellschaft auf staatliche Anordnung ihren heutigen Namen.