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Flog MH370 auf Befehl Putins nach Kasachstan?

Nach einem Jahr gibt es immer noch viele Fragen über das verschwundene Flugzeug MH370. Nun tauchen wieder viele Vermutungen auf. Eine davon: Befahl Russlands Präsident Vladimir Putin den Spezialeinheiten seines Landes den Flug MH370der Malaysia Airlines zu kapern und das Flugzeug zum Weltraumhafen Baikonur in Kasachstan zu fliegen, dem größten Weltraumstartplatz Russlands?

Die kurze Antwort mag einfach „Nein“ sein – aber die neueste überraschende Behauptung einer Luftfahrtbehörde der USA bezieht sich auf verstörende Beweise, dass eine etwas größere Sache zur gleichen Zeit auf Baikonur vor sich ging.

Jeff Wise, ein Privatpilot und wissenschaftlicher Autor, erhob die Fragen und belegte sie mit Satellitenfotos, auf denen er Erdaushubarbeiten in Kasachstan untersuchte, deren Ausmaße mit der Größe der vermissten B777-200ER von Malaysia Airlines übereinstimmte.

Könnte das Flugzeug eingegraben worden sein? Die Erdarbeiten fanden zur gleichen Zeit statt als die MH370 verschwand. Wise unterstellt nun, das Flugzeug war auf dem Weg zum russisch kontrollierten Kosmodrom in Baikonur.

Wise veröffentlichte diese Theorie auf seinem Blog. Die beste Möglichkeit, die Beweise und Fotos zu begutachten ist der Zugang zu seinem Blog: http://jeffwise.net/2015/02/23/what-went-on-at-yubileyniy/

Der australische Luftfahrtjournalist Ben Sandilands erkannte die Folgerungen und veröffentlichte Einzelheiten auf seinem Plane Talking blog auf Crikey.com.au. Seitdem berichteten CNN und der Independent über die Geschichte.

Das Kosmodrom Baikonur liegt in der Wüstensteppe von Kasachstan, ein Land, welches nicht nur Sacha Baron Cohen als Borat entsandte, sondern auch den weltweit ersten und größten betriebsbereiten Weltraumstartplatz hat. Die Russian Federal Space Agency und die Russian Aerospace Defence Forces verwalten gemeinsam die Anlage.

Die malaysische Zivilluftfahrtbehörde erklärte kürzlich das Schicksal des MH370 als „Unfall“ und sagte, alle Personen an Bord starben, als das Flugzeug aus Treibhausmangel ins Meer stürzte.

Die Verwandten der Opfer sind damit nicht zufrieden. Das größte Rätsel in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt scheint bestehen zu bleiben. Ausgedehnte Suchen im Indischen Ozean vor der Westküste Australien haben keine Spuren des Flugzeugs entdeckt. Nichts von der verschwundenen B777 wurde angespült, keine Sitzkissen oder Überbleibsel wurden auf der See treibend gefunden, keine Spuren der Flügel oder des Rumpfes, einfach nichts. Das macht viele Luftfahrtbosse und Fluglinienexperten äußerst misstrauisch, darunter den Präsidenten der Emirates Airline.

Die Daten der britischen Satellitenfirma Inmarsat ließen den Schluss zu, dass MH370 im Indischen Ozean niederging, aber Wise hält seine Behauptung aufrecht, die Daten war elektronisch gestört und nachgeahmt („spoofed“), um zu verschleiern, dass das Flugzeug nach Norden flog.

Die Fotos der Erdarbeiten sind verblüffend. Das Hauptproblem scheint das Motiv zu sein. Warum in aller Welt würde Putin oder russische Spione ein malaysisches Passagierflugzeug stehlen wollen?

Wise hat einen Vorschlag: „Vielleicht wollte er (Putin) den USA, die tags zuvor die ersten Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, demonstrieren, dass er den Westen und seinen Alliierten in der Welt Schaden zufügen kann“, schrieb er im New York Magazine.

Das mag nicht jeden überzeugen. Es würde eine ziemlich unredliche und schreckliche Weise sein, einen Standpunkt darzulegen, und es müsste in extrem kurzer Zeit ein Aktionsplan ausgearbeitet sein.

Andere Theorien über das bizarre Verschwinden des MH370 spekulieren, dass das Flugzeug vom malaysischen oder US-Militär abgeschossen wurde; dass es von der Taliban oder anderen Fanatikern entführt worden sei; dass im Schatten eines anderen Flugzeug flog (ein Szenario ähnlich der „spoofed“-Theorie von Wise); dass es zum US-amerikanischen Militärstützpunkt im Indischen Ozean, Diego Garcia, umgeleitet wurde oder von einem Piloten in selbstmörderischer Absicht zu Absturz gebracht wurde.

Die Ermittler konnten keine Beweise für ein Verbrechen vorlegen. Malaysia sagt, die „Unfall“-Behauptung sei notwendig, damit die Verwandten der Passagiere Schadenersatzforderungen stellen können nach den Regeln der internationalen Luftfahrt.

Konspirationstheorien verbreiten sich weiterhin, veranlasst vielleicht dadurch, dass MAS nicht alle Einzelheiten des Frachtgutes bekannt gab.