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Mit dem Plodd unterwegs – Eine einmalige Reise

Viele werden sich fragen, was der „Plodd“ überhaupt ist. Er ist eine Art Wohnwagen. Das Fahrzeug wurde 1996 gebaut und war ursprünglich ein Gefangenentransporter mit zehn Zellen. Die Eigentümer, Dave und Lesley Goodchild, beendeten die Überholung des Wohnwagens im Jahr 2013. Sie nannten ihn „Plodd“, das ist ein englischer Jargon für einen Polizisten, der in Comicstrips für Kinder auftaucht. Aber der Ausdruck bedeutet gleichzeitig, sich langsam fortzubewegen.

Als der Plodd endgültig bewohnbar und fahrtüchtig war, hatte er noch immer die ursprünglich von der Gefängnisleitung installierte Klimaanlage und Heizung drin. Ferner gab es ein Bett, eine Küche, einen Kühlschrank und eine Toilette – eben wie ein Zuhause sein soll.

Paul Strachan (Mitte) von Pattaya Mail mit den beiden Weltreisenden Dave (links) und Lesley Goodchild (rechts).

Paul Strachan (Mitte) von Pattaya Mail mit den beiden Weltreisenden Dave (links) und Lesley Goodchild (rechts).

Die Idee zur „Reise des Lebens“ entstand vor etwa acht Jahren nachdem das Ehepaar mehrere Urlaubsreisen in Asien hinter sich hatte. Das Paar verliebte sich in Thailand, erwarb dann eine Eigentumswohnung in einer ruhigen Gemeinde in Ost-Pattaya und ließ sich immer wieder für einige Monate hier häuslich nieder.

Da beide sehr reiselustig sind und für Dave das Autofahren ein Hobby ist, plante er weitere Reisen. Er stellte sich via Internet Auto-Reiserouten von England nach Thailand zusammen und machte sich kundig, durch welche Länder sie fahren müssten.

Am 9. März 2014 machten sie sich vom sonnigen Blackpool im Plodd nach Pattaya auf. Das Paar hatte nur wenig Ahnung, was es noch zu erwarten hatte: unbefestigte Straßen, Verständigungsschwierigkeiten, Wüsten, Berge, fremde Kulturen, ungewohnte Speisen und Wetterbedingungen. Die Fahrt führte sie durch England, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Albanien, Griechenland, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Transnistrien, Ukraine, Russland, Mongolei, China, Laos und letztlich nach Thailand. Die Geschichte ihrer besten und schlechtesten Reiseerfahrungen muss erzählt werden.

Sie mussten sich erst an die kleine Wohnfläche im Plodd gewöhnen, da sie sowohl in England als auch in Thailand in großzügigen Wohnungen leben. Der Stauraum war auch ein Problem. Sie konnten zwar eine große Menge an Getränken lagern, aber Esswaren zu lagern war schwierig, wenn sie für zwei Wochen durch die Wüste fuhren. Sie kauften daher Konserven aller Art. Dies stellte sich als unnötig heraus, da sie überall am Weg glücklicherweise Restaurants vorfanden. Nur Obst und Gemüse gab es in der Mongolei nicht und in Russland nur in schlechter Qualität.

Das Wetter änderte sich natürlich in den jeweiligen Ländern ständig, was einen umständlichen Kleiderwechsel aus ihren Reisetaschen erforderte. Aber sie erlebten auch einen Blick nach unten auf den Himmel und nicht umgekehrt, wenn sie oft über steile Höhen fuhren.

Die Grenzübertritte waren im Allgemeinen problemlos, ausgenommen in Moldawien, Transnistrien und der Ukraine. Hier verlangte man jeweils 300 US-Dollar. Aber letztendlich einigte man sich auf 30 US-Dollar.

Bei ihrem Aufenthalt in China mussten sie sich bei allen Mahlzeiten an Essstäbchen gewöhnen anstatt mit Messer und Gabel wie in England üblich zu speisen. Streitigkeiten gab es oft. In China wollte Dave ein Elektrofahrrad kaufen. Daraus entwickelte sich eine schier nicht endende Diskussion, weil er das Rad im Wohnwagen unterbringen wollte.

Zwar war das Rad zusammenklappbar, aber es passte nicht unters Bett. Lesley dachte schon daran, Dave unter das Bett zu packen! Aber das Rad fand dann im hinteren Teil des Wohnwagens Platz.

Als sie in Laos ankamen, vermissten sie die Essstäbchen, da in den Restaurants normales Besteck aufgelegt wurde. In Ungarn, Rumänien und Bulgarien trafen sie nette Leute, die Landschaft Kroatiens mit ihren Gebirgszügen wird in unvergesslicher Erinnerung bleiben, aber ebenso die rücksichtslosen Autofahrer und die Tierwelt in der Mongolei.

Viele Leute zu Hause dachten, das Paar würde es nicht schaffen. Einige Freunde meinten, Lesley wird sich bei günstiger Gelegenheit in einem Flugzeug absetzen, andere hielten das Paar schlichtweg für verrückt, eine solche Reise zu wagen. Beide haben die Reise jedoch gut gemeistert und haben viel über ihre Erlebnisse zu berichten und die hilfsbereiten Menschen, die sie in vielen Ländern trafen, zum Beispiel die Kellnerin in einem Restaurant in der Mongolei, die die Wäsche der beiden mit nach Hause nahm und gewaschen zurückbrachte.

Am 1. August kamen sie in Thailand an. Die Reise hatte 148 Tage gedauert und sie hatten dabei 25.454 Kilometer zurückgelegt und 3.870 Liter Dieseltreibstoff verbraucht – und Unmengen Leckereien und Andenken erworben. Und eine Bettdecke mitgebracht, die Leslie während der Reise strickte – und die alle Flaggen der durchfahrenen Länder aufweist.

Rückblickend kann man sagen, dass dies wirklich eine im Leben einmalige Reise war, die nicht viele machen können. Nun aber tauchten bereits die nächsten Fragen auf: „Was kommt als Nächstes? Eine Rückreise vielleicht?“ Nun, wir schreiben am Ende zur Sicherheit: „Fortsetzung folgt!“

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Der Plodd.

Der Plodd.

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