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Zu viele Busse – zuwenig Polizei

Liebe Tante Frieda,

Ich schicke Dir ein Schreiben des Herrn Beck zu, um ihm einige Antworten auf seine Beschwerden zu geben. Vielen Dank! Die Redaktion.

Die Barbesucher an der Naklua Road dürfen inzwischen in den Abendstunden die Auspuffgase von bis zu hundert vorbei fahrenden Bussen pro Stunde, teilweise nicht mal halbvoll mit Asiaten, genießen. Die ersten Bars stehen zum Verkauf. Ausländische und deutsche Touristenzeitungen verfügen offensichtlich über ausgezeichnete Verbindungen zu allen Resort-Chefs sowie zum Bürgermeister dieser Stadt. Seit Jahren erscheint kaum eine Ausgabe ohne Fotos dieser Herren auf einschlägigen Veranstaltungen oder Partys, teilweise mit Redakteuren der Zeitungen. Ob das die Touristen wirklich interessiert? Leider liest man nirgendwo, dass mal einer dieser Herren zu einem Interview wegen der Zustände in Pattaya aufgefordert wurde? Klagen der Herausgeber, wegen zu geringen Auflagen, erscheinen daher unverständlich. Keiner braucht eine Zeitung über die Tätigkeit der Stadtverwaltung.

Auf Grund der o.g. Zustände hat jeder Zeitungsredakteur normalerweise einen eindeutigen Hinweis für eine Aufklärung durch eine gründliche Hintergrundrecherche. Offensichtlich müssen die o.g. Zustände tatsächlich der Öffentlichkeit in Deutschland durch Artikel in Tageszeitungen bekannt gemacht werden.

Entsprechende Informationen an die 20 größten Reisebüros sind in Bearbeitung. In welchem Land der Welt halten sich Touristen während eines Volksfestes auf (Songkran), bei dem jedes Jahr mehrere Hundert Tote zu beklagen sind? Das wird durch die ständige Abwesenheit jeglicher Polizeipräsenz gefördert. In zunehmenden Maße ist zu beobachten, dass Touristen, die Pattaya zum ersten Mal besuchen, ihre Absicht bekunden, nie wieder zu kommen. Wann endlich erkennen auch die Unbelehrbaren, dass Pattaya kein Land des Lächelns ist, sondern die Stadt des Auslächelns ist?

Von altklugen Ratschlägen einiger Leser (man solle zu Hause bleiben) bitte ich abzusehen. Diese Leute wollen nichts ändern, da sie sich im jetzigen Zustand, den Residenten im Pattaya Blatt Nr. 12 eindrücklich schildern, wohlfühlen.

Hans Beck

Lieber Hans Beck,

Tja mit den Autobussen hast Du Recht, aber das bringt eben der Tourismus mit sich, der hierzulande die meisten Leute ernährt. Dass Zeitungen Berichte über Veranstaltungen bringen, auf denen die Veranstalter selbst oder deren Gäste zu sehen sind, ist doch für eine Zeitung aus Pattaya völlig normal. Zeitungen hier werden nun mal nicht mehr nur für Touristen gemacht, sondern für Leute, die sich niedergelassen haben und hier (immer noch gut und billig) leben. Hörte ich aus Deiner Bemerkung vielleicht irgendwelche neidischen Gefühle wegen der Fotos heraus? Du musst halt zu diesen Partys gehen, dann wirst Du sicher auch einmal abgelichtet.

Übrigens wurden zuständige Herren schon des öfteren interviewt und auch wegen der „Zustände“ wie Du es nennst, befragt, auch im Fernsehen, aber diese Interviews sind in Englisch, vielleicht verstehst Du das nicht.

Du schreibst, es ist niemand an Berichten über die Arbeit der Stadtverwaltung interessiert. Dann dürften deutsche Zeitungen auch keine politischen Berichte bringen, oder? Was unsere Zeitung anbelangt, wir sind eine Zeitung für die einheimischen Ausländer, die auch von den meisten Touristen gelesen wird und die zum Glück nicht nur negative Berichte und Leserbriefe bringt oder auch sonst nur Beschwerden.

Um jetzt auf das Volksfest zu kommen: Songkran ist das thailändische Neujahr und das dürfen die Thais – Deine Erlaubnis vorausgesetzt – so gestalten wie sie wollen. Wir veranstalten ja unsere Feste (Oktoberfeste mittlerweile in ganz Deutschland) auch so, wie wir wollen.

Ach noch etwas: weil Du ja so clever und ein Verbesserer bist, wäre es doch nett, mal selbst Hintergrundrecherchen zu machen. Viel Spaß und Glück dabei.

Nun hoffe ich, dass Du vielleicht endlich einmal ein wenig positiver wirst, denn immer nur negativ denken macht alt und krank. Noch ein guter Rat am Ende, schreibe Deine Beschwerdebriefe bitte nicht in derselben Länge, die Du uns schicktest, sonst lesen sie es bestimmt nicht. Meine Chefredakteurin sagte mir, dass Dein Brief, den sie auf drei (!) Stück aufgeteilt hat, im Original fast 1.500 Wörter hatte.