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Korruptionsfall: hohe Polizeibeamte werden verhaftet

Bis jetzt große Erfolge zu verzeichnen

Gegen insgesamt 17 Frauen und Männer wurden in Bangkok Haftbefehle erlassen. Darunter befinden sich viele Polizisten, unter anderem die beiden ranghöchsten Polizisten des Central Investigation Bureau (CIB). Allen wird Majestätsbeleidigung, Bestechlichkeit, Machtmissbrauch und Verstöße gegen das Geldwäschegesetz, Dienstvergehen, Korruption und illegaler Grund- und Wertbesitz vorgeworfen.

Im Haus des verhafteten Chefs der Polizeisondereinheit (CIB), Bei Polizeigeneral Pongpat Chayapong, wurden bei sechs Hausdurchsuchungen in seinen Immobilien Milliarden von Baht in bar sowie Grundbesitzurkunden und Wertgegenstände (Buddhafiguren, Amulette, Goldbarren und 20.000 bis 30.000 seltene Kunstgegenstände, die eigentlich in ein Museum gehören) im bisher angenommenen Wert von 10 Milliarden Baht gefunden. Mittlerweile wird behauptet, dass es sich bei der Hälfte dieser Wertsachen um eventuelle Fälschungen handelt.

Der „gute Onkel“, der ehemalige Polizeigeneral Pongpat Chayapong wurde als „böser Bube“ entlarvt.

Der „gute Onkel“, der ehemalige Polizeigeneral Pongpat Chayapong wurde als „böser Bube“ entlarvt.

Nun wird ermittelt, wie Pongpat diese Wertgegenstände und das Geld ansammeln konnte. Auch bei seinem Vize, dem Polizeigeneral Kowit Wongrungroj, wurde man fündig. Alle verhafteten Beamten, die angeblich in Schmiergeldaffären in Milliardenhöhe verwickelt sind, wurden sofort vom Dienst suspendiert und die Titel, die ihnen vom König verliehen worden waren, aberkannt.

Zu den weiteren Beschuldigten zählen Marine Polizeichef Boonsueb Praitheuan, der Leiter einer Verbraucherschutz-Polizeieinheit, Wuthichart Luansukhan sowie Samut Sakhons Immigrations-Polizeichef Kowit Muangnual. Weiter wurden namentlich genannt: Surasak Channgao, Chatrin Laothong und der Fahrer des CBI, Polizei-Hauptwachmeister Surasak, Natthapol Akkharaphongpreecha, Sitthisak Akkharaphongpreecha, Narong Akkharaphongpreecha und um Sutthisak Sutthijit und Chakan Phakphum. Auch sie wurden mittlerweile verhaftet.

Die drei festgenommenen Zivilisten sind Sudathip Muangnual, die Ehefrau von Polizeioberst Kowit Muangnual, Sawong Mungthian und Roengsak Saknarongdej.

Ein weiterer korrupter Polizeibeamter, Polizeioberst Akkharawut Limrat, der frühere Leiter der Crime Suppression Division 1, einer Spezialeinheit der Polizei bei Straftaten größeren Ausmaßes, der am 20. November 2014 angeblich von einem Gebäude sprang, sich die Wirbelsäule brach und daran verstarb, hatte sich vor seinem Unfall kooperativ gezeigt und den untersuchenden Polizeibeamten viele wichtige Angaben bezüglich der Korruptionsfälle gegeben. Die schnelle Einäscherung wirft mittlerweile Fragen zu den Umständen seines Todes auf.

Sogar bei den beiden Fahrern des CBI-Polizeichefs wurden Vermögenswerte von mehr als 50 Millionen Baht gefunden. Der ehemalige Kommandant der Marine Polizei Thailands, Boonsueb Praitheuan, gestand, monatlich zwischen zwei bis drei Millionen Baht an Schmiergeld von Ölschmugglern erhalten zu haben. Weitere Beteiligte sollen insgesamt 12 bis 13 Millionen Baht pro Monat von diesen Schmugglern bekommen haben.

Chob Chinnaprapa und seine Frau Piyaphan, die jüngere Schwester von Generalleutnant Pongpat wurden am 23. November wegen angeblicher Beteiligung an dem kriminellen Netz festgenommen. Beamte entdeckten in Containern auf dem Grundstück der Verwandten geschütztes Makha Mong- und Teakholz. Einige der gefundenen Hölzer waren mit dem Symbol der königlichen Forstverwaltung gekennzeichnet. Polizeioberst Watcharin beschlagnahmte auch während der Suche nach einem Möbelgeschäft von weiteren Verdächtigen 2.800 Stämme Makha, Teak und Pradoo Hölzer. Der Wert soll über sieben Millionen Baht betragen.

Dass Thailands stellvertretender Polizeikommandant, Generalleutnant Prawut Thawornsiri, bei einer Pressekonferenz alle Tatverdächtigen mit Namen aufgeführt hat, würde eigentlich bedeuten, dass die Beweise gegen die Beschuldigten ausreichend sind. Polizeisprecher Prawut Thawornsiri gab ausreichende und weitschweifige Erklärungen, wie es zu diesen Vorfällen im Großformat gekommen sein kann. Er gab dazu an, dass es sich dabei um Korruption, Veruntreuung, illegale Bauvorhaben in Naturschutzgebieten in Tateinheit mit Grundstücksbetrug, Besitz und Verkauf von artengeschützten Tieren, Beihilfe zum Schmuggel in thailändischen Hoheitsgewässern sowie um schwere Verstöße gegen polizeiliche Dienstvorschriften handelt.

Die Polizei schafft es bei den Durchsuchungen der Häuser und Grundstücke ihrer korrupten Kollegen kaum noch hinterher zu kommen. Immer wieder tauchen weitere Namen von in dem Fall verwickelte hohe Offiziere, Familienangehörige und Regierungsbeamte auf, die scheinbar alle gut nebenbei kassiert haben dürften. Bisher sind noch nicht alle Safes und Verstecke im Korruptionsskandal der korrupten Polizisten geöffnet und gefunden worden und außerdem wird die Liste der Beschuldigten täglich länger

Weiterhin wurde auch der Geschäftsmann Sahachai „Sia Jo“ Chiansoemsi aus dem Süden Thailands angeklagt, befindet sich aber noch nicht in Haft. Sein angeblicher Öl-Schmuggler-Ring soll die Separatisten im Süden des Landes mitfinanziert haben, hieß es. Angeblich sollen mehr als 30 hochrangige Offiziere in der näheren Umgebung in den Fall verstrickt sein.

Den Ermittlungsbehörden liegt angeblich eine Liste des Ex-CIB-Chefs vor, auf der genau angegeben ist, welche Personen in Sicherheits- und Regierungsbehörden geschmiert wurden. Die Summen belaufen sich auf zwischen 1.500 Baht und zwölf Millionen Baht. Empfänger waren hochrangige Polizeibeamte, Kommissare und Mitglieder der Sondereinheit der Crime Suppression Division (CSD). Ferner sollen auf der Liste Namen von Mitarbeitern im Innenministerium, zwei Militäroffiziere, eine Reihe von Mitarbeitern der Sondereinheit DSI und Namen von Mitarbeitern beim Zoll und in Finanzämtern stehen. Pro Jahr wurden Schmiergelder im zweistelligen Millionenbereich geleistet, wobei die höchste Schmiergeldzahlung mit 12 Millionen Baht an die Küstenwache ging.

Der ehemalige Chef der Polizeisondereinheit CIB, Polizeigeneral Pongpat Chayaphan wurde am 29. November in das Bangkoker Untersuchungsgefängnis überführt, nachdem ein Gericht die Freilassung auf Kaution verweigerte. Am 29. November wurde auch die Ehefrau des ehemaligen CIB-Vizechefs Kowit Wongrungroj verhaftet.

Ein Milliardär, der 43-jährige Nopporn Suppipat, wird per Haftbefehl gesucht, weil er angeblich in all die Korruptionsaffären verwickelt ist. Er ist nirgendwo aufzufinden und es wird vermutet, dass er, der an 31. Stelle aller Milliardäre in Thailand steht, sich Richtung Ausland aus dem Staub gemacht hat.

Ministerpräsident Prayut betonte ausdrücklich, dass es sich bei dieser Säuberungsaktion nur um die Spitze des Eisberges handelt. Prayut und seinem amtierenden Polizeichef Somyot war dabei die Entschlossenheit anzusehen, mit diesem Schmutz aufzuräumen und auch die Abscheu über dieses mafiös strukturierte Korruptionsverhalten.