PattayaBlatt logo

Neue Farbschattierung des Mekong River kann Schlechtes bedeuten

Der Mekong River hat plötzlich eine total andere Farbschattierung angenommen, die zwar wunderschön für Touristen anzusehen sein mag, die aber Probleme anzeigt, hervorgerufen durch die Dämme Chinas und speziel des Xayaburi Damms in Laos.

Der Fluss hat normalerweise eine gelb-braune Färbung, bedingt durch die Ablagerungen die der Fluss üblicherweise flußabwärts mitträgt. Nun aber hat das Wasser eine klare Aquamarin Färbung, die eigentlich eine Reflektion des Himmels ist. Das bedeutet, dass der Wasserstand ungemein niedrig ist und die Sandbäcke in der Mitte des Flusses hervortreten, auf denen Schaulustige sich nun vergnügen.

Niedriger Wasserstand bringt sicher Probleme für Fischer und Farmer mit sich, aber Experten sagen, dass das Abnehmen der Ablagerungen eine andere Gefahr bedeutet, die zu größerer Erusion der Flussufer und des Flussbettes führt. Diese Experten – und auch die Anwohner des Flusses – meinen, dass dafür hauptsächlich die riesige Wasserkraftanlage in Laos, die im Oktober den Betrieb aufnahm, beide Probleme hervorruft. Außerdem aber gab es in der Region auch weniger Regen als sonst.

An die 70 Millionen Menschen sind auf den Mekong River für Wasser, Essen, Handelsbetrieb, Bewässerung und Transport angewiesen. Kritiker sagen offen, dass solch riesigen Entwicklungsprojekte wie der Xayaburi Damm die Ökologie der Region gefährlich zerstören.

Fischerboote liegen am 4. Dezember 2019 auf dem Mekong River, der plötzlich Aquamarinblau ist anstelle seiner gewohnten Schlammfarbe. (AP Photo/Chessadaporn Buasai)

Fischerboote liegen am 4. Dezember 2019 auf dem Mekong River, der plötzlich Aquamarinblau ist anstelle seiner gewohnten Schlammfarbe. (AP Photo/Chessadaporn Buasai)

Der Damm blockiert viel von den Ablagerungen die flussabwärts fließen, darum wird das Wasser klar, sagte Pravit Kanthaduang, der Chef des Fischereibüros in Bueng Khong Long, in Thailands  Bueng Kan Provinz. Weniger Ablagerungen bedeutet weniger Nahrung für Fische und Pflanzen im Fluss, damit die ökologische Balance gefährdend, sagte er.

Da der Mekong nun wesentlich weniger Ablagerungen mitführt, bekommt der Fluss mehr Wasserkraft, ein Phänomen, das als ‚hungriges Wasser“ bezeichnet wird, sagte Chainarong Setthachau von der Fakultät für Geisteswissenschaft und sozialer Wissenschaft der Mahasarakham Universität in thailands Nordosten, deren Studien sich zwei Jahrzehnte lang auf die Änderungen der Ökologie des Menkongs richteten.

Der Lauf des Wassers hat weniger Ablagerungen und löst dadurch mehr Druck auf die Flussufer aus. Dieses ‚hungrige‘ Wasser löst wesentlich mehr Erosion aus, entwurzelt Bäume und zerstört Uferbauwerke des Flusses“, sagte Chainarong.

Touristen in Nakhon Phanom lieben es auf den nun stark sichtbaren Sandbänken herumzulaufen. (AP Photo/Chessadaporn Buasai)

Touristen in Nakhon Phanom lieben es auf den nun stark sichtbaren Sandbänken herumzulaufen. (AP Photo/Chessadaporn Buasai)

Die Erbauer des Dammes verleugnen ihre Schuld an dem niedrigen Wasserstand, den Experten auf die Versuchseinschaltungen der Generatoren schieben, die im März diesen Jahres begannen.

Im Oktober gab die Xayaburi Power Co. Ltd. bekannt, dass dieses Projekt 19,4 Milliarden Baht t ($640 million) kostete, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu vermeiden, inklusive die Errichtung von Durchlässen für die Ablagerungen und andere Einrichtungen um Fische durchschwimmen zu lassen. Die Gesamtkosten des Dammes betrugen 4,47 Milliarden Dollar.

Daeng Pongpim, der aus einer Fischerfamilie stammt, sagte, dass seine Familie im Ta Mui Dorf der Ubon Ratchathani Provinz, etwas 800 km flussabwärts des Dammes, fischt. Er glaubt, dass die Ursache für die starke Veränderung des Flusses am Xayaburi Damm liegt. „Ich bin 67 Jahre alt und habe so etwas in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Wir sind am Anfang des Winters und der Wasserstand dürfte nicht so niedrig sein. Ich wage es nicht mir vorzustellen, wie arg es in der heißen und trockenen Jahreszeit im März, April und Mai für uns sein wird“.

Chaiwat Parakun, der 200 Meter flussabwärts des Dammes lebt, sagte, dass er sein Fischerzeug bereits seit einigen Jahren ‚verstaut‘ hat, da die nachlassende Anzahl der Fische offensichtlich ist und es fast unmöglich macht, einige zu fangen. Er arbeitet nun im Toruismusgewerbe. „Der Mekong hat seinen wunderbar reichen Vorrat verloren. Wir, die wir am Fluss leben, konnten das bereits seit Jahren ahnen, aber was nun durch den Damm geschieht ist ein zu enormer Eingriff in die Natur. Wir können uns nicht vorstellen, wie wir weiterhin in dieser verschlechterten Umwelt überleben können“, sagte er.