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75 Menschen sterben in Pakistan bei Bombenattentat am Ostersonntag

Während Christen in aller Welt das höchste ihrer Feste, Ostern, feierten, taten dies auch Christen in Pakistan, diesem hauptsächlich muslimischen Land, in dem nur 1,6 Prozent der Bevölkerung an den christlichen Gott glauben.

Viele reichere Pakistani die christlichen Glaubens sind, haben ihre Heimat schon verlassen, da diese immer intoleranter wird. Die armen Christen aber können dies nicht tun.

Und genau jene armen Christen, einfache Zivilisten, die im Gulshan-Iqbal-Park in Lahore (an der idischen Grenze) einen schönen Ostersonntag verbringen wollten, waren das Ziel der terroristischen Splittergruppe der pakistanischen Taliban, Jamaat-ul-Ahrar (JA). Diese so genannten ideologischen und blutrünstigen „Gotteskrieger“ wollten ein Exempel statuieren und jagten 35 Kinder und 40 Erwachsene erbarmungslos in die Luft, 200 andere Menschen wurden dabei verletzt.

Ministerpräsident Nawaz Sharif besucht Verletzte nach dem Attentat in Lahore. (AP Photo/Press Information Department via AP)

Ministerpräsident Nawaz Sharif besucht Verletzte nach dem Attentat in Lahore. (AP Photo/Press Information Department via AP)

Der Selbstmordattentäter brachte dabei aber weniger Christen um als vermutet, sondern hauptsächlich Muslime. Dies scheint Jamaat-ul-Ahrar, die als besonders skrupellos und brutal gelten, allerdings nicht sonderlich zu stören, denn ihnen war nur das Datum ihrers Terroraktes wichtig. Denn bereits ein Jahr zuvor hatten Selbstmorattentäter zwei katholische Kirchen überfallen und 15 Menschen mit sich selbst in die Luft gesprengt.

Nachdem sie erst öffentlich die Verantwortung für das Attentat übernommen hatten, behaupteten sie später, dass sie eigentlich keine Frauen und Kinder töten wollten, sondern ‚nur‘christliche Männer. Es geht ihnen ums Ausmerzen von Andersgläubigen und alles was ‚westlich‘ ist, und diese Gewalt ist politisch motiviert ist. Damit wollen sie die liberale Regierung in dem ohnehin instabilen Land schwächen. Pakistans Staatsgründer Mohammed Ali Jinnah hatte damals, als Indien und Pakistan getrennt wurden, die Religionsfreiheit proklamiert. Dies ist sogar auf der Landesflagge zu sehen auf dem weißen Streifen neben dem islamischen Halbmond und Stern auf grünem Grund. Und dennoch werden in Pakistan immer die Christen aufs Korn genommen – als verletzlichstes Glied, obwohl die meisten pakistanischen Muslime die Gewalt und den militanten Islam entschieden ablehnen und Muslime und Christen im Alltag harmonisch zusammenleben.

Fahd Ali, 10, rechts, ein muslimischer Junge, wurde bei dem Bombenattentat verletzt. Seine Eltern und eine seiner Schwestern wurden dabei getötet. Zwei weitere seiner Schwestern wurden ebenfalls verletzt. (AP Photo/B.K. Bangash)

Fahd Ali, 10, rechts, ein muslimischer Junge, wurde bei dem Bombenattentat verletzt. Seine Eltern und eine seiner Schwestern wurden dabei getötet. Zwei weitere seiner Schwestern wurden ebenfalls verletzt. (AP Photo/B.K. Bangash)

Die Taliban aber wollen alle Gegner des umstrittenen Blasphemie-Gesetzes, das willkürlich ausgenutzt und für persönliche Fehden missbraucht wird, ermorden. Und so werden seit rund 20 Jahren immer wieder Christen verurteilt, weil sie angeblich den Koran beleiigten oder den Propheten Mohammed schmähten. Und durch oft an den Haaren herbeigezogene Vorwürfe der Prophetenlästerung oder Koran-Beschimpfung werden latent radikale Tendenzen innerhalb der Bevölkerung geschürt.

Einige Politiker, so der im März 2011 von Taliban in seinem Auto getötete christliche Minister für rligiöse Minderheiten, Shahbaz Bhatti, hatte sich gegen das Blasphemiegesetz ausgesproche, genauso wie der einstige Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, der ebenfalls ermordet wurde. Seine Mörder wurden Ende Februar diesen Jahres hingerichtet und das gab wahrscheinlich den Vorwand für die neue Gewalttat der Islamisten. Sie hatten damals schon gedroht, dass zu Ostern Vergeltung geübt werden wird.

Ministerpräsident schwört gegen die Militanten zu siegen

AP. In einer emotionalen Rede am 28. März 2016 schwor Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif die Militanten, die für die Ostersonntag-Bombenattentate verantwortlich sind, zu bekämpfen. „Wir werden ihnen nicht erlauben mit dem Leben der Menschen in Pakistan zu spielen“, sagte er. „Das ist unser Entschluss und dies ist der Entschluss von 200 Millionen Pakistanis“.

Während eine dreitägige Trauer begann, sagte Sharif, dass die Armee die Verstecke von den Extremisten aufspüren wird und diese ‚Feiglinge‘, wie er sie nannte, zur Verantwortung bringen wird.

Papst Francis betet am Ostermontag für die Opfer in Lahore. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Papst Francis betet am Ostermontag für die Opfer in Lahore. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Papst Francis verurteilt Bombenattentat in Lahore aufs Schärfste

Papst Francis verurteile das Bombenattentat in Lahore scharf am Ostermontag. Er sagte, dass Christen das Ziel gewesen seien und forderte die pakistanischen Behörden auf, dass die religiösen Minderheiten geschützt werden. Er forderte alle Christen auf zu Gott um Frieden zu beten und die Hände der blutrünstigen Mörder, die Terror und Tod säen, zu stoppen.