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Deutschlands meist gesuchter Terrorist wird in Sesto San Giovanni erschossen

Wie aber schaffte es Amri aus Deutschland zu entfliehen?

Der Islamist Anis Amri ist tot. Er wurde in Sesto San Giovanni von Polizeibeamten erschossen. Wie er es bis dorthin schaffte, ist allerdings ein Rätsel.

Dass er ein eingeschworener Islamist war, bezeugt ein Video, in dem er dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, in der Nähe des Nordhafens in Berlin-Moabit, die Treue schwört.

Christian Movio und Luca Scavá in Sesto San Giovanni gingen ganz normal am 23. Dezember 2016 gemeinsam auf Streife. Ihnen fiel um 3 Uhr früh beim Bahnhof ein junger Tunesier auf und sie fragten ihn nach seinen Papieren. Der Mann fasste in seinen Rucksack aber anstelle der Papiere brachte er eine Pistole zutage und rief: „„Allahu akbar“ (Allah ist der Größte) und eröffnete das Feuer auf die beiden Polizisten. Movio wurde dabei in die Schulter getroffen aber Scavá, 29. schoss geistesgegenwärtig zurück und tötete den Terroristen. Später wurde er als der Mörder von 12 Menschen in Berlin identifiziert.

Hier liegt der Terrorist Anis Amri erschossen am Boden – hingestreckt von Pistolenschüssen eines tapferen italienischen Polizisten. (AP Photo/Daniele Bennati)

Hier liegt der Terrorist Anis Amri erschossen am Boden – hingestreckt von Pistolenschüssen eines tapferen italienischen Polizisten. (AP Photo/Daniele Bennati)

Wieso aber italienische Polizisten diesen gemeinen Terroristen fassen konnten anstelle der Polizei in Deutschland ist immer noch eine große Frage. Wo hatte sich der Massenmörder in der Zwischenzeit aufgehalten? Und vor allem: wie konnte er ungehindert über die Grenze nach Italien? Unlar ist auch wie der gefährliche Mann, der einer durchgeknallten Zeitbombe glich, vom Bahngof Mailand nach Sesto San Giovanni weiterfuhr wo ihn sein Schicksal erreichte?

Anscheinend ist er über Fankreich nach Italien geflüchtet, da die österreichischen und Schweiser Grenzen schwer bewacht sind.

Die Frage ist auch ob Amri Komplizen oder Unterstützer im Mailänder Sesto-Viertel hatte. Mailand gilt als Stützpunkt radikaler Islamisten, genauso wie Sesto San Giovanni.

Amris Weg nach Deutschland

Amri war im Frühling 2011 gemeisam mit Zehntausenden jungen Tunesiern per Boot nach Italien gekommen. Nachdem er Feuer in einem Flüchtlingszentrum legte und Rohungen ausstieß, saß er dreieinhalb jahre im Gefängnis und wurde wegen schlechten Verhaltens mehrmals verlegt.

Amris Bruder, Abdelkader Amri, vermutet, dass er während der Zeit im italienischen Gefängnis radikalisiert wurde. 2015 konnte Amri über Freiburg in Deutschland einreisen.

Amris Familie glaub nicht an seine Schuld und etliche Ungereimtheiten im Vorfeld der Bluttat lassen Zweifel aufkommen. Warum aber wurde die Geldbörse so spät gefunden? Dies wird auf die planmäßigen Vorgehen bei der Spurensicherung geschoben.

Angeblich ist der Bundesnachrichtendienst (BND) zweimal von der marokkanischen Regierung bereits Monate vor dem Attentat gewarnt worden. Der Tunesier Anis Amri war den deutschen Behörden als Gefährder bekannt – ohne Folgen.

Wie bekannt war, hatte Amri in Deutschland Kontakt zu zwei Anhängern des Islamischen Staates (IS). Einer von ihnen soll ein von deutschen Behörden abgewiesener Russe sein, der andere ein Marokkaner, dessen Reisepass von der Berliner Polizei eingezogen wurde.

Warum die Ausländerbehörde in Nordrhein-Westfalen, die für den abgelehnten Asylbewerber Amri zuständig war, und die Sicherheitsbehörden, denen Amri als ‚Gefährder mit Kontakt zur Islamistenszene‘ bekannt war, dessen rege Reisetätigkeit innerhalb Deutschlands tolerierten und keinerlei Meldeauflagen anordneten, ist ebenfalls eine Frage.

Generalbundesanwalt Peter Frank sagte, dass die Ermittlungen auch nach dem Tod Amris weitetrgehen werden, da es von großer Bedeutung ist, festzustellen, ob es bei der Tatvorbereitung, bei der Tatausführung und auch bei der Flucht des Gesuchten ein Unterstützernetzwerk, ein Helfernetzwerk, ob es Mitwisser oder Gehilfen gab.