PattayaBlatt logo

Equador wird vom schwersten Erdbeben seit 1949 heimgesucht

Obwohl das Epizentrum des Erdbebens der Stärke 7,8 vom Samstagabend, den 16. April 2016, in der westlichen Provinz Esmeraldas lag, waren die Erdstöße landesweit zu spüren. Neben Esmeraldas war auch die angrenzende Provinz Manabi am stärksten betroffen. Nach Angaben von Zeitungen war der Ort Pedernales am nächsten Tag noch von der Außenwelt abgeschnitten. Auch aus Guayaquil, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, wurden schwere Schäden und Tote gemeldet. Die Regierung rief für mehrere Regionen den Ausnahmezustand aus.

Bis jetzt sind mindestens 350 Menschen bei dem Beben ums Leben gekommen, mehr als 2.500 wurden verletzt und Tausende sind obdachlos geworden. Es wird jedoch befürchtet, dass sich diese Zahlen noch drastisch erhöhen werden.

Das 7.8 Magnitude Erdbeben hinterließ eine Spur von Ruinen an Equadors normalerweise ruhigen Pazifikküste. Nun türmen sich Highways auf, Flughafenkontrolltürme wurden umgerissen und Häuser und andere Gebäude dem Erdboden flach gemacht.

Suchhunde schnüffeln am 19. April 2016 die Gegend in Pedernales nach Überlebenden ab. (AP Photo)

Suchhunde schnüffeln am 19. April 2016 die Gegend in Pedernales nach Überlebenden ab. (AP Photo)

Ecuador’s Geophysisches Institut gab bekannt, dass es 230 Nachbeben gab zwischen 3,5 und 6,1 in niedrigen Tiefen. Hunderte Familien schliefen in Esmeraldas aus Angst vor diesen Nachbeben auf den Straßen. In sozialen Netzwerken wurden Bilder völlig zerstörter Straßenzüge und schwer beschädigter Häuser verbreitet.

Rund 10.000 Soldaten und 4000 Polizisten wurden zum Einsatz in die Erdbebengebiete entsandt. Länder aus der Region wie Mexiko, Kolumbien und Venezuela schickten Helfer in das Katastrophengebiet. Spanien hat ein Militärflugzeug geschickt mit 47 Such- und Hilfsexperten, sowie fünf Suchhunden, um Überlebende aufzuspüren.

Mittlerweile werden die Toten beerdigt. Hier zwei kleine Kinder. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Mittlerweile werden die Toten beerdigt. Hier zwei kleine Kinder. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Präsident Rafael Correa sprach Opfern und Angehörigen über Twitter sein Migefühl aus. Er sagte nach einem Besuch in der Katastrophengegend, dass dieses Erdbeben das Schlimmste war nach jenem im Jahre 1949 in Ambato, bei dem mehr als füntausend Menschen ums Leben kamen. „Aber“, so meinte er, „Equador wird auch diese Tragödie überwinden. Die starke einstellung der menschen wird ihnen helfen weiter vorwärts zu gehen“.

Auch Papst Franziskus und Staatsmänner aus aller Welt drückten den Opfern ihr Mitgefühl aus.

Ecuador ist besonders anfällig für Naturkatastrophen

Das Land Equador liegt geografisch am Pazifischen Feuerring, einem Gürtel von Hunderten von aktiven Vulkanen. Dieser Gürtel ist an die 40.000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander und dadurch kommt es zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben. Das Halbrund aus den so genannten „Feuerbergen“ reicht von den Küsten Süd- und Nordamerikas bis zu einer Reihe von Inselketten im asiatisch- pazifischen Raum.

Ecuador Earthquake