PattayaBlatt logo

Satellit „GOCE“ verglühte am Karnevalsbeginn

Der europäischen Forschungssatellit GOCE, der als „Ferrari“ des Weltalls bezeichnet wurde, ist am 11. 11. 2013 – zum Karnevalsbeginn – in die Erdatmosphäre in 80 km Höhe eingetreten und verglüht. Allerdings sind auch einige Trümmer auf der Erde gelandet, haben aber keinen Schaden angerichtet. Wo sie niedergegangen sind, ist noch unbekannt, wahrscheinlich aber im Meer., teilte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa in Frascati bei Rom mit.

So sah GOCE aus.

So sah GOCE aus.

„GOCE“, der 1.200 Tonnen schwere europäische Forschungssatellit, der seit 2009 um die Erde kreiste, hätte eigentlich nur bis April 2011 „arbeiten“ müssen, wegen der geringen Sonnenaktivität jedoch fiel der Treibstoffverbrauch wesentlich geringer aus als geplant. Die Aufgabe von GOCE, der mit vollem Namen „Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer“ hieß, war das irdische Schwerefeld und die stationäre Ozeanzirkulation zu vermessen. Er flog daher auf der bis jetzt niedrigsten Umlaufbahn, auf der jemals ein Forschungssatellit geflogen ist, nämlich auf nur 260 Kilometern Höhe, da es auf dieser Höhe zahlreiche Moleküle der Erdatmosphäre gibt. Das Herzstück von GOCE war ein Gradiometer – ein Präzisionsinstrument zur Messung des Schwerefelds in drei Dimensionen –, mit dem die Veränderung des irdischen Gravitationsfeldes mit bisher unerreichter Genauigkeit aufgezeichnet werden konnte. Mit den gesandten Daten konnten die dynamische Topografie- und Zirkulationsmuster der Ozeane in besonderer Qualität ermittelt und damit das Verständnis der Dynamik der Ozeane verbessert werden und außerdem eine detaillierte Karte der Grenzfläche zwischen der Erdkruste und dem Erdmantel zu entwerfen. Der Satellit konnte auch als Seismometer verwendet werden und er hatte auch das schwere Tiefseebeben, das es vor Japans Ostküste am 11. März 2011 gab, registriert.

Der letzte Flug führte GOCE über Sibirien, den Westpazifik, den Indischen Ozean in Richtung Antarktis. Die Kontrollgruppe hatte zuvor schon die Umlaufbahn des Satelliten auf 224 km abgesenkt. Er flog aber trotzdem noch bis Oktober weiter und hat nun endgültig ausgedient, indem er beim Eintritt in die Atmosphäre verglühte.