PattayaBlatt logo

Urknall-Echo immer noch nicht geklärt

Nachdem Forscher angeblich bewiesen hatten, dass sich das Universum nach dem Urknall tatsächlich schlagartig ausdehnte, gibt es nun wieder Zweifel.

Das Weltall soll nach Berechnungen von Astronomen an die 13,8 Milliarden Jahre alt sein. Direkt nach dem Urknall dehnte sich das Universum blitzartig aus – doch das ist nur die gängige Theorie. Tatsächlich sind die Beobachtungen von Gravitationswellen, die angeblich aus der Urzeit des Universums stammen sollen, eine echte Sensation. Nun behaupten aber einige Fachleute, dass die Interpretation der Messdaten nicht ganz richtig ist.

Wissenschaftler hatten mit dem am Südpol stationierten Radioteleskop Bicep-2 die kosmische Hintergrundstrahlung vermessen. Das Nachglimmen des Urknalls sollen die durchs Weltall schwirrenden Mikrowellen sein. Bei den Beobachtungen wurde im Besonderen die Polarisierung des Mikrowellenlichts analysiert, die von der Himmelsrichtung in welche man ein Radioteleskop richtet abhängig ist. Dabei entdeckten die Astrophysiker besondere Muster.

Dieses Bild zeigt die Geschichte des Universums. (Quelle: Wikipedia)

Dieses Bild zeigt die Geschichte des Universums. (Quelle: Wikipedia)

Daraus lassen sich verschiedne Schlüsse ziehen, meinen ihre Fachkollegen. Einerseits geht man davon aus, dass diese Muster durch Gravitationswellen verursacht worden sind, die kurz nach dem Urknall entstanden. Das müsste in der Phase der sogenannten kosmischen Inflation gewesen sein.

Eine Inflation bedeutet, dass sich das Universum kurz nach dem Urknall aufgeblasen hat. Das war lange Zeit ein theoretisches Konstrukt ohne experimentellen Beweis.

Durch das Entdecken der Muster wurde nicht nur die Existenz von Gravitationswellen indirekt bewiesen, sondern man kam auch zu der Schlussfolgerung auch auf die kosmische Inflation und damit letztlich die Richtigkeit der Urknall-Theorie.

Nun herrschen aber wieder Zweifel, denn das in der Hintergrundstrahlung entdeckte Muster könnte auch andere Gründe haben. Im Weltall existieren riesige, bis zu tausend Lichtjahre ausgedehnte Staubwolken. Sie sind die Überreste von großen Supernova-Explosionen. Das Element Eisen, das in den Sternen brütete, ist Bestandteil dieser Wolken. Aber Eisen ist magnetisch und die beobachtete Polarisation der Hintergrundstrahlung könnte dadurch durch Staubwolken verursacht worden sein. Ein Wissenschaftler wies darauf hin, dass sich ausgerechnet in dem Himmelsareal, das die Forscher auswerteten, eine solche Staubwolke befindet.

Andere Physikerteams haben sich nun daran gemacht, diese Frage zu lösen, indem sie Messungen mit dem europäischen Forschungssatelliten „Planck“ durchführen, mit dem sich ebenfalls Polarisationsmuster in der Hintergrundstrahlung aufspüren lassen. „Planck“ erlaubt, im Gegensatz zu den früheren Messungen Beobachtungen bei drei Wellenlängen.

Sollten die Muster tatsächlich vom Urknall stammen, dann müssten alle drei Frequenzen das gleiche Muster erkennen. Sollte es aber eine magnetische Wolke sein, die diese Muster hervorruft, dann sollte sich dieses als frequenzabhängig erweisen.