Die Wahlen sind vorbei – und was nun?

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Die vorgezogenen Parlamentswahlen sind am vergangenen Sonntag ohne die vielfach befürchtete Anwendung von Gewalt über die Bühne gegangen. Es gab im Vorfeld allerdings einige gewalttätige Auseinandersetzungen. So wurden am Samstag in Laksi bei Explosionen und Schießereien mehrere Menschen verletzt. Es existieren aber viele Fotos von Schützen, sodass es für die Polizei recht einfach sein müsste, die Täter zu identifizieren und festzunehmen. Im Ergebnis dieser Auseinandersetzung wurde das Wahlbüro in Laksi für die Wahlen geschlossen.

In Süden Thailands kam in Pattani der Bezirkschef des Distrikts Khok Pho bei einem Attentat ums Leben. Er war gleichzeitig der zuständige Direktor der Distrikt-Wahlen.

Das selbst ernannte Wahllokal. Wurden die Bierflaschen aus der Biekistenurne vorher leergetrunken?
Das selbst ernannte Wahllokal. Wurden die Bierflaschen aus der Biekistenurne vorher leergetrunken?

Am Wahlsonntag war es dann relativ ruhig. Es gab aber gelegentliche Rangeleien vor Wahllokalen. So wollten einige Demonstranten den Vorsitzenden der Rak Prathet Thai Partei, Chuvit Komolvisit, daran hindern, seine Stimme abzugeben. Er ging dabei zu Boden, rappelte sich aber wieder auf und verteilte nach einer Verfolgung noch ein paar Schläge, bevor er dann ohne Stimmabgabe nach Hause fuhr.

Auch die amtierende Ministerpräsidentin nutzte die Wahl, um allen zu zeigen, dass sie selbst bei der eigenen Stimmabgabe Hilfe benötigt, denn sie wollte ihre Stimmzettel in die falschen Urnen stecken. Entsprechende Fotos kursierten umgehend im Internet.

Nach Aussage eines Sprechers der PDRC waren am Sonntag in der Hauptstadt mehr Menschen auf der Straße, die ein Picknick machten, als Wähler.

In ersten Statements der Wahlkommission am Sonntagabend gab es Informationen zur Wahlbeteiligung: Danach wurden die Wahlen in den Provinzen Phang Nga, Trang und Songkhla im Süden abgebrochen, weil Wahlurnen und Stimmzettel nicht ausgeliefert werden konnten oder aber nicht ausreichend Wahlhelfer zur Verfügung standen.

Insgesamt konnten in 42 der 333 landesweiten Wahlbezirke aufgrund der Störungen der Demonstranten des Komitees der Volksdemokratischen Reform (PDRC) keine Wahlen durchgeführt werden. Die blockierten Wahlkreise befanden sich neben dem Süden auch in der Zentral- und Ostregion. Im Nordosten und Norden gab es keine Behinderungen. In der Hauptstadt konnten 438 der insgesamt 6.671 Wahllokale nicht geöffnet werden, hauptsächlich in Din Daeng, Laksi und Ratchathewi.

Chuwat beim Gerangel vor dem Wahllokal.
Chuwat beim Gerangel vor dem Wahllokal.

Beachtenswert ist, dass in der nordöstlichen Provinz Udon Thani, die seit Jahren als Hochburg der Rothemden bzw. der Puea Thai Partei gilt, der Kandidat der Puea Thai Partei nur noch etwa die Hälfte der Wählerstimmen erhielt. Außerdem erreichte die Wahlbeteiligung in Udon Thani einen neuen Negativrekord und das, obwohl es dort keine Beeinträchtigungen seitens der Regierungsgegner gab. Es haben sich lediglich 47,75% der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligt (im Gegensatz zu 70,13% bei der Wahl im Jahr 2011). Na, vielleicht lernen die Leute im Isan doch ein wenig dazu…

Es gab auch einfallsreiche Rothemden-Thais, die sich mit der Schließung von Wahllokalen nicht zufrieden gaben und ihre eigenen ‚Wahllokale’ organisierten. So bauten sich Wähler im Bangkoker Distrikt Ratchathewi aus Bierkisten Wahlurnen und schrieben ihre eigenen Wahlzettel, nachdem die echten Wahlzettel nicht ausgeliefert wurden. Allerdings kennen sich diese Leute in den Gesetzen wohl nicht so recht aus, denn auch in Thailand ist so etwas strafbar.

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