Gefangene durften die Ketten ablegen

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Premierministerin Yingluck Shinawatra leitete am 15. Juni 2013 im Hochsicherheitsgefängnis Bang Kwang Central in Nonthaburi eine Zeremonie, die das Ende der Ankettung von Gefangenen mit eisernen Fesseln beendet. Diese Jahrhunderte alte Praxis wurde von Menschenrechtsgruppen heftig kritisiert.

Amnesty International Thailand begrüßte diesen Schritt. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich Thailand auf dem Weg befindet, sich der internationalen Praxis bezüglich Menschenrechten anzupassen, sagte die Organisation. Außerdem wurde die Abschaffung der Todesstrafe angemahnt.

Gefangene, denen lebenslange Haft oder Todesstrafe drohte, wurden mit Fußketten und Handschellen gefesselt, um Fluchtversuche zu verhindern. Die Abschaffung des Ankettens wird das Leben der Strafgefangenen erleichtern.

Die Ketten waren bis zu vier Kilo schwer, vor allem beim Duschen hinderlich und verursachten oft Verletzungen sowie Hautabschürfungen. Das Gefängnispersonal hat nun die Aufgabe, die Gefangenen strenger zu beaufsichtigen, um Fluchtversuche zu verhindern.

Unter den Gefangenen, die von den Ketten befreit wurden, sind auch zahlreiche prominente Verurteilte wie Chalor Kerdted, ein ehemaliger Polizeigeneral, der seine Frau und den Sohn eines Diamantenhändlers ermordet hatte. Die „Blue Diamond”-Affäre belastet seit 1989 die diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien. Bekannt ist auch der Fall des Gynäkologen Wisut Boonkasemsante, der seine Frau ermordet und die Leiche zerstückelt hatte. Beide wurden zum Tode verurteilt, durch eine königliche Amnestie wurden die Urteile jedoch in Haftstrafen umgewandelt.

Das Zentralgefängnis beherbergt die größte Anzahl von zu Tode verurteilten Insassen. Die neue Regelung soll in allen Gefängnissen des Landes schrittweise angewandt werden. Nur noch in sehr schwerwiegenden Fällen ist das Anlegen von Fesseln und Ketten erlaubt.

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