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Weihnachtsgedanken

Meine geliebte selige Frau Hilde war einige Wochen vor Weihnachten immer furchtbar beschäftigt. Sie buk Striezel und Mohn- und Nusskuchen und so viele Kekse, dass sie damit ganze Regimenter hätte versorgen können. Sie kaufte Geschenke ein für die ganze Familie und verpackte sie wunderschön und versteckte sie immer an so sicheren Orten, dass sie zwei Tage vor dem Heiligen Abend immer wie verrückt durch das Haus fegte und diese Geschenke suchte. (Um ehrlich zu sein, manche wurden dann erst wieder nach einigen Monaten gefunden). Am Heiligen Abend stand die Familie um den Christbaum herum und sang gemeinsam Weihnachtslieder, daraufhin folgte die Bescherung und dann gab es ein gutes Abendessen – meist einen dicken Karpfen oder eine Gans – und anschließend ging man durch den Schnee zu Fuß in die Kirche zur Mitternachtsmette. Das Hauptaugenmerk aber blieb auf die Geburt Jesu gerichtet und nicht nur auf die Geschenke. Dieser Tradition (außer dem Schnee) folge ich auch heute noch und hoffe, meine liebe Frau sieht mir vom Himmel aus zu.

Was aber bedeutet Weihnachten den Menschen in der heutigen Zeit? Ist der Gedanke an die Geburt Jesus immer noch in den Gedanken und den Herzen der Menschen verankert? Oder ist der Kaufzwang von Geschenken das, was man mit Weihnachten meint? Ich hoffe, es gibt immer noch genug Menschen, die Weihnachten lieben und sich nicht von all den Angeboten die man per Internet, Postwurfsendung und TV bekommt. Beeinflussen.

Leider aber höre ich immer wieder von Europäern, die über Weihnachten nach Thailand auf Urlaub kommen, dass sie vor Weihnachten „davongelaufen“ sind. Es geht ihnen auf die Nerven und überhaupt, warum soll man es denn feiern? Nun, diesen Menschen wünsche ich mehr Einsicht und Glauben. Gerade zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, sollte man anderen Menschen gedenken. Jesus predigte immer, dass wir alle gleich sind, dass wir alle zusammen gehören, dass Friede auf Erden herrschen soll und Gier, Habsucht und Neid abgelegt werden sollen – am Besten an solchen Plätzen die meine liebe Frau für die Weihnachtsgeschenke gefunden hat und die danach nie mehr auftauchten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen liebe Leser ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest und hoffe, dass sie in diesen Tagen in sich gehen, um ihre eigene Seele zu finden und zu erkennen – mit oder ohne Geschenke.