Maximilian Schell ist tot

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In der Nacht zum 1. Februar 2014 verstarb der große Charakterschauspieler, Dramaturg und Regisseur Maximilian Schell mit 83 Jahren im Klinikum Innsbruck, wo er bereits seit einer Woche in Behandlung war. Maximilian Schell war zu Dreharbeiten fürs ZDF in Kitzbühel, als er vor einer Woche in seinem Hotel kollabierte. Er verstarb an den Folgen einer lebensnotwendigen Operation. Seine Frau Ivy war bis zuletzt an seiner Seite.

Maximilian Schell, der große Charmeur und Frauenverführer, der im Jahre 1962 für seine schauspielerische Leistung im Film „Das Urteil von Nürnberg“ den Oscar erhielt, sagte von sich selbst immer: „ich glaube wie alle schwierigen Menschen, dass ich eigentlich ein sehr einfacher Mensch bin.“

Der junge Maximilian Schell. (Foto: Wikipedia)
Der junge Maximilian Schell. (Foto: Wikipedia)

Schwierig war er, besonders was sein Arbeit anbelangte, da war ihm nichts gut genug. Das zeigte sich besonders in seinem berühmtestem Kinofilm „Das Urteil von Nürnberg“ (Sophia Loren erhielt damals den Oscar für ihre Rolle in „Und dennoch leben sie). Selbst mit dem großen Gustaf Gründgens, der Schell im Jahre 1963 für seine legendäre „Hamlet“-Inszenierung nach Hamburg holte, hatte er große Meinungsverschiedenheiten, da er die Shakespeare-Übersetzung für „unzureichend“ hielt. Maximilian Schell spielte 1968 in Rudolf Noelte’s Kafka-Verfilmung von „Das Schloss“ die Hauptrolle und trieb auch diesen fast zur Verzweiflung, aber Noelte kapitulierte am Ende zum Wohl des Films.

Der Österreicher Maximilian Schell, der in der Schweiz aufwuchs und in gereiften Jahren wieder in Österreich lebte, „grantelte“, angetan mit elegantem Schal und Bart, immer gerne. Er schimpfte über das Deutsche Fernsehen, über Zeitungen und seine fast pathologische Besessenheit und Verzweiflung über die Welt waren in Wahrheit seine Stärken, die ihm sein großes schauspielerisches Genie brachte, das er in mehr als hundert Filmen zum Ausdruck brachte. Er sah sich selbst gerne als Einzelgänger und Getriebenen. Und sah es nicht gerne, dass seine große Schwester Maria ihm in den Schlagzeilen „immer voraus“ war. Die Geschwister liebten sich aber innig und Maximilian widmete ihr 2002 den

Maximilian Schell als weiser, alter Grantler. (Foto: Wikipedia)
Maximilian Schell als weiser, alter Grantler. (Foto: Wikipedia)

Dokumentarfilm „Meine Schwester Maria“. Dieser Film wurde zu seinem vielleicht größten künstlerischen Triumph seit „Das Urteil von Nürnberg“.

Aber so sehr „Einzelgänger war der Max gar nicht. Davon zeugen unzählige Romanzen mit den schönsten Frauen, darunter mit der Ex-Kaiserin von Persien Soraya. Maximilian Schell war trotzdem nur zweimal verheiratet. Das zweite Mal schloss er den Bund fürs Leben im vergangenen Sommer mit der 48 Jahre jüngeren Opernsängerin Iva Mihanovic.

Dazwischen spielte Maximilian Schell in vielen anderen erfolgreichen Filmen: „Topkapi“, „Die Brücke von Arnheim“, „The Deadly Affair“ und „Counterpoint“, sowie „Deep Impact“ aber auch in Flops wie „Papst Johanna“.

In seinen letzten Rollen war er ein charmanter und weiser Geschichtserzähler in der ZDF-Dokumentationsreihe „Terra X“ und spielte auch den stoischen Alten in „Familienschmonzetten“.

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