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Planeten beeinflussen Aktivität der Sonne

Quelle: Nasa. Viele werden es bereits gelesen haben: die Sonnenaktivität nimmt zu. Gefährliche Sonnenstürme bedrohen den Satelliten- und Flugverkehr und rufen spektakuläre Polarlichter hervor, Sonneneruptionen legen ganze Stromnetze, Kommunikations- und Navigationssatelliten und andere Technik lahm.

Dies alles gibt jenen Wissenschaftlern recht, die behaupten, dass die Schwerkräfte der Planeten die Sonne stärker beeinflussen als gedacht und dass die langfristigen Zyklen der Sonnenaktivität von der Position der Planeten im Sonnensystem abhängen. Bisher hielt man den Einfluss der Planeten für gering, da ihre Schwerkraft im Vergleich zur Sonne minimal ist, die 98 Prozent der Masse im Sonnensystem auf sich vereinigt. Nun aber zeigt sich, dass planetarische Effekte ausreichend sein könnten, um das solare Magnetfeld und seine Dynamik zumindest zeitweilig zu modulieren.

Man fand heraus, dass sich in den letzten 10.000 Jahren ein Zusammenhang zwischen Zeiten mit besonders vielen Sonnenflecken und solaren Ausbrüchen und bestimmten Planetenpositionen finden lässt, laut Fachmagazin „Astronomy & Astrophysics“.

Sollte dieser Zusammenhang wirklich stimmen, dann erklärt es, warum die Zahl der Sonnenflecken und solaren Ausbrüche nicht nur in einem Elf-Jahres-Zyklus schwankt, sondern auch in Zyklen von Hunderten und Tausenden von Jahren. Dann könnte man auch Sonnenstürme und andere Ereignisse künftig besser vorhersagen.

Isotope in Eisbohrkernen lassen erkennen, wie aktiv die Sonne in den letzten Tausenden von Jahren war. Solche Rekonstruktionen zeigen deutlich erkennbare Zyklen. Forscher fanden heraus, dass die solare Aktivität in sich überlagernden Rhythmen von unter anderem 88, 150, 506, 1000 und 2200 Jahren schwankt. Warum diese Zyklen zwar sehr stabil sind, ihre Stärke aber deutlich schwankt, können sie nicht erklären. Wahrscheinlich weil sie die Sonne immer als isoliertes System betrachten. Sie glauben, dass alles auf einen externen Taktgeber hindeutend und meinen damit die Planeten, da, ähnlich wie die Schwerkraft des Mondes auf der Erde Ebbe und Flut erzeugt, auch die Schwerkraft der Planeten auf die Sonne wirkt.

Die Forscher speisten ihre Daten in ein physikalisches Modell ein, das den Einfluss der Planeten auf eine bestimmte Schicht der Sonne, die so genannte Tachoklyne, simulierte. Diese Schicht spielt nach heutigem Wissenstand eine entscheidende Rolle für die Bildung des solaren Magnetfelds und damit auch für Sonnenflecken und Ausbrüche. Sie fanden eine exzellente Übereinstimmung zwischen dem Modell der planetaren Einflüsse und der solaren Aktivität heraus und glauben, damit zu beweisen, dass selbst die verhältnismäßig winzige Gezeitenwirkung der Planeten ausreicht, um die Zyklen der Sonne zu beeinflussen.