„Wer aufräumt ist zu faul zum Suchen“

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Es gibt Menschen, die haben ihren Arbeitsplatz penibel sauber aufgeräumt – und es gibt welche, die jedes Mal, wenn sie sich an den Schreibtisch setzen, ein Chaos hinterlassen, das Ordnungsliebende zur Raserei bringt.

Nun haben Forscher in einer Studie herausgefunden, dass solche „Schlampen“, für die das Suchen nach Akten oder anderen wichtigen Unterlagen „normal“ ist, wesentlich mehr Kreativität entwickeln als andere Menschen.

Dieser chaotische Schreibtisch gehört sicher einem Genie?
Dieser chaotische Schreibtisch gehört sicher einem Genie?

Wissenschaftler wollten immer schon wissen, welche Persönlichkeiten hinter der Ordnung oder Unordnung am Schreibtisch stecken. Sie fanden heraus, dass ordentliche Menschen weniger Straftaten begehen und weniger Müll hinterlassen und gleichzeitig freizügiger zu ihren Mitmenschen sind.

Chaoten sollen angeblich nicht nur schlampig sein, sondern auch anfälliger für Kriminalität, sie sind geiziger, weil sie, durch ihre Unordnung bedingt, mehr Dinge einkassieren und zusammenhalten müssen.

Eine Psychologin ist diesen Aussagen nun auf den Grund gegangen. Sie führte mit 34 Probanden in zwei Gruppen einen Test durch, bei dem diese lange Fragebögen in einem aufgeräumten und in einem chaotischen Büro ausfüllen mussten. Zur Belohnung erhielten sie danach entweder einen Apfel oder ein Stück Schokolade. Sie wurden auch gefragt, ob sie eine Spende für die Wohltätigkeit geben würden.

Die Ordungsliebenden griffen lieber zum Apfel und zur Geldbörse.

Bei einer weiteren Studie mit 48 Probanden mussten diese in denselben Büros darüber nachdenken, zu was man Tennisbälle noch benutzen kann. Bei der Menge der Ideen gab es nicht viel Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, die Originalität der Ideen unterschied sich allerdings gewaltig. Die Chaoten behielten hier eindeutig die Oberhand. Fazit: Chaoten müssen kreativer sein, weil eine unaufgeräumte Arbeitsstelle sie zu ungewöhnlichen Lösungsmitteln stimuliert. Ordnungsliebende machen das, was man von ihnen erwartet – und nichts Neues.

Chaoten tendieren auch dazu, neue, ihnen unbekannte Produkte auszuprobieren und zeigten sich in jeder Weise experimentierfreudiger als Ordnungsliebende. Arbeitgeber sollten also ihre Mitarbeiter nach chaotischen Schreibtischen auswählen, falls sie kreative Arbeit wünschen. (Quelle: Die Welt)

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