Massengrab Skandal weitet sich aus

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Mehr als 60 solcher Todeslager sind der Grenze zu Malaysia

Die Entdeckung des so genannten Todescamps in Ban Taloh im Bezirk Padang Besar, ist nach Aussagen einer ehemaligen Präsidenten der Rohingya Vereinigung Thailands, Abdul Kalam, „nur die Spitze des Eisberges“. Laut Kalam befinden sich noch mindestens 60 solcher Camps in den Bergen entlang der malaysischen Grenze. Er sagte, er wusste von diesen Camps durch zwei Rohingyas, im Alter zwischen 23 und 30 Jahren, denen er zur Flucht aus einem Menschenhandelsring verholfen hatte. Die beiden waren vor einigen Jahren von ihrem Dorf in Myanmars Rakhine Staat entführt worden. Als sie in Thailand ankamen, wurden sie zu einem Internierungslager bei Padang Basar im Bezirk Songkhla Sadao gebracht worden. Dort wurden sie wie Sklaven gehalten, wurden geschlagen und ihre Verwandten aufgefordert, Lösegeld für sie zu bezahlen. Der einzige Überlebende des Camps, Tunusar aus Bangladesh, der im Krankenhaus liegt, gab an, dass er wenigstens 40 Menschen innerhalb von den neun Monaten die er im Camp verbringen musste, sterben sah. „Viele starben an Hunger, Unterernährung oder wurden zu Tode geprügelt“, sagte er. Die Zwischenhändler, die im Lager das Sagen hatten, heißen Hayi, Amartli, Arnua, Saw Lim, Rana und Heidra, gab er an. Er selbst wurde immer wieder schwer verprügelt, da seine Mutter das Lösegeld nicht bezahlen konnte. Er sagte aber, selbst die, deren Familien das Lösegeld geschickt hatten, wurden nicht freigelassen. Unter ihnen Kasim, der von Arnua zur Strafe mit einem Stock erschlagen wurde, weil dessen Familie den neuen Forderungen nicht mehr nachkommen konnte und sein Onkel Kuramia zur Polizei ging. Seine Aussage führte zur Entdeckung der Massengräber, von denen viele stillschweigend gewusst aber nie etwas unternommen hatten. Einheimische Zeitungen hatten immer wieder von Vergewaltigungen und Morden an den Rohingyas berichtet, aber niemand schien davon Notiz zu nehmen oder nehmen zu wollen.

Mittlerweile wurde Arnua verhaftet. Es wird vermutet, dass er eine bedeutende Rolle im Menschenhandel spielt.

Das entdeckte Todeslager im Dschungel Thailands.
Das entdeckte Todeslager im Dschungel Thailands.

Dass solche Camps existieren können ist den vielen Beteiligten zu verdanken, die die Menschenhändler immer rechtzeitig warnen, falls eine Razzia geplant ist. Die Polizei findet dann nur mehr zurückgelassene Flüchtlinge aus Myanmar und Bangladesh, die zu schwach waren, um weiter fortgeschleppt zu werden.

Einwohner von Südthailand bestätigten dies alles und sagten, sie wüssten noch um einige Camps mehr, in denen sich Massengräber mit unzähligen Opfern des Menschenhandels befinden. Polizeigeneral Chakthip Chaichinda will die Sache nun, nachdem er endlich davon erfahren hatte, gründlich aufklären. Generalleutnant Prakarn Chonlayyuth wiederum will mehr Armee-Patrouillen im malaysischen Grenzgebiet einsetzen, um den Menschenhandel unter Kontrolle zu bringen.

Zwischenzeitlich wurden 20 der bisher 26 gefundenen Leichen nach moslemischer Sitte beerdigt.

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